Pille gegen Schwangerschaftsübelkeit

Schlimme Übelkeit oder stechende Kopfschmerzen – manche Frauen leiden in der Schwangerschaft sehr. Ein Medikament kann helfen. Denn Forscher fanden heraus, dass es die Leiden effektiv lindert und das Baby nicht schädigt.

Ein harmloses Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft? Davon träumen viele Frauen. Unvergessen ist die Katastrophe, die der Wirkstoff Thalidomid ausgelöst hat. Unter der Bezeichnung “Contergan” wurde es tausenden Müttern gegen Schlafstörungen verschrieben und führte zu schweren Behinderungen bei deren Babys.
Schwangerschaftsbeschwerden

Übelkeit in den ersten Wochen (Panthermedia Piotr Marcinski)

Seither wird zwar nach einer ungefährlichen Arznei geforscht, Gynäkologen sind allerdings besonders zurückhaltend bei der Verschreibung von Medikamenten im ersten Schwangerschaftsdrittel. Das Mittel Metoclopramid (MCP) wirkt ausdrücklich gegen Übelkeit und Erbrechen. In Deutschland wird es unter anderem unter den Namen Paspertin, MCP und Cerucal vertrieben – und ist erst ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft zugelassen. Und das auch nur bei strenger Indikation.
In anderen Ländern geht man allerdings weniger streng mit solchen Richtlinien um und so wurde im Süden Israels zwischen Januar 1998 und März 2007 Schwangeren das Mittel verschrieben – und zwar in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft.
Insgesamt nahmen 3.458 Frauen die Arznei, wie die Ärztezeitung berichtet. Eine Forschergruppe vom  Soroka Medical Center in Beer-Shewa verglich den Gesundheitszustand der Neugeborenen mit Kindern, deren Mütter keine Medikamente genommen hatten. Das Ergebnis: Es gab keine häufigeren Fehlbildung oder Todesfälle. Auch das Geburtsgewicht der Kinder war vollkommen normal.
Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen. Trotzdem bleibt eine gewisse Skepsis. Die israelischen Forscher räumen ein, dass es möglich sein könnte, das Frauen, die in der Schwangerschaft besonders unter Übelkeit und Erbrechen leiden, seltener Kinder mit Fehlbildungen zur Welt bringen – dann wäre das Ergebnis verfälscht. Kritiker verweisen auch darauf, dass Metoclopramid ausdrücklich nicht in der Stillzeit genommen werden darf. Es gilt als erwiesen, dass der Wirkstoff auf die Muttermilch übergeht und das Nervensystem des Säuglings schädigen könnte. Selbst wenn das Mittel nun auch in Deutschland für das erste Schwangerschaftsdrittel zugelassen wird – zunächst sollten alternative Methoden bevorzugt werden.
Liebe Leserinnen – würden Sie dies Mittel gegen Übelkeit nehmen? Wie sicher würden Sie sich fühlen? Haben Sie Tipps für Frauen, denen furchtbar schlecht ist?

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