Bleibt das etwa so?

Neugeborene sehen meist reichlich zerknautscht aus. Doch was, wenn das Baby mit starker Körperbehaarung, merkwürdiger Kopfform oder auffälligen Genitalien zu Welt kommt? Sind das kleine Schönheitsfehler, die wieder verschwinden, oder müssen sie behandelt werden?

Das kleine Gesichtchen wirkt ganz verkniffen, der Kopf sieht komisch aus, die Haut ist verschrumpelt und auf dem Rücken zeigen sich deutlich dunkle Haare? Nicht jedes Neugeborene sieht perfekt aus. Kein Wunder, denn die Geburt ist ja auch für das Baby sehr anstrengend. Und manchmal ist es so, dass das Kind wirklich einen kleinen Schönheitsfehler hat – allerdings verschwinden tatsächlich viele dieser ‚Makel’ kurz nach der Geburt oder nach wenigen Wochen wieder. Hier ein kleiner Überblick darüber, was Säuglinge unmittelbar nach der Geburt zeichnen kann:

Saugglocken-Kopf
Das Kind hat eine Art merkwürdiges Horn, eine eiförmigen Kopf oder eine auffällige Beule, die sich leicht bläulich oder bräunlich verfärbt? Dann ist es wahrscheinlich mit einer Saugglocke geholt wurden. Diese Gewebeschwellung ist durch die Art der Geburt entstanden. Denn der Kopf des Babys wurde mit einer Kappe aus Metall oder Kunststoff versehen und ein Unterdruck erzeugt. So konnte es aus dem Geburtskanal geholt werden.

Die Schwellung ist im Grunde so harmlos wie ein Knutschfleck und verschwindet nach ein paar Tagen von allein. Auch blaue Flecken und Blutergüsse – leider manchmal Folgeerscheinungen komplizierter Geburten, oder Druckstellen von einer Geburtszange (die heute kaum noch zum Einsatz kommt), sind schnell wieder verschwunden.

Lanugo-Behaarung
Dichter dunkler Haarflaum – nicht nur auf dem Kopf, sondern auch am Körper des Kindes ist gar nicht so selten. Doch dies ist kein Vorbote einer später Haarpracht, sondern oft hormonell bedingt.

Vor allem Frühchen haben noch die so genannten Lanugo-Haare. Sie schützen das Ungeborene im Mutterleib und regeln die Körpertemperatur. Kurz vor der Geburt verlieren die meisten Babys diese feinen Härchen. Kommt das Baby ein paar Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin, sind daher die Haare oft noch zu sehen. Sie fallen nach ein paar Wochen aus und kommen auch nicht wieder.

Waschfrauen-Hände
Auch Babys, die sich mit der Geburt reichlich Zeit gelassen haben, haben deutliche Zeichen: Besonders auffällig ist das als Waschfrauenhände bezeichnete Phänomen. Kinder, die nach der 41. oder 42. Schwangerschaftswoche geboren werden haben oft schrumpelige Hautstellen, so als ob sie zu lange gebadet hätten. Vor allem die Hände und Füße wirken daher angegriffen.

Tatsächlich sieht dies nicht so hübsch aus, ist aber absolut harmlos und tut dem Kind nicht weh. Im Bauch der Mutter wird das Ungeborene durch die sogenannte Käseschmiere geschützt, die wirkt wie eine besonders schützende Creme. Zum Ende der Schwangerschaft hin ist die schützende Käseschmiere aufgebracht, so dass die Haut des Babys direkt in den Kontakt mit dem Fruchtwasser kommt. Aber schon wenige Stunden nach der Geburt glättet sich die Haut und wird rosig und zart.

Rote Augen
Alle Eltern sind gespannt auf das erste Augenöffnen des Nachwuchses. Manchmal allerdings erschrecken sie sehr: denn das Baby hat rote Augen! Das ist durchaus normal, denn wegen des starken Drucks bei der Geburt können kleine Blutgefäße in den Augen platzen. So wirkt der Augapfel rot – doch das ist völlig harmlos und verschwindet nach ein paar Tagen von allein.

Auch die Augenfarbe des Neugeborenen ändert sich noch, das kann unterschiedlich lange dauern. Da das Melanin, das körpereigene Pigment für die Farbbildung, erst nach der Geburt gebildet wird, haben nahezu alle Neugeborenen bläuliche Augen.

Hexenmilch und auffällige Genitalien
Viele Eltern erschrecken sich, wenn ihr Neugeborenes einen kleinen Busen hat oder die Genitalien überproportioniert groß erscheinen. Bei kleinen Mädchen kann es sogar vorkommen, dass aus ihrer Brust Milch austritt, die so genannte Hexenmilch.

Tatsächlich ist dies aber harmlos. Wenn Kinder geboren werden, sinkt der hohe Östrogenspiegel, den sie noch im Bauch der Mutter haben, ganz plötzlich. Auf diese rasante Hormonumstellung kann der kindliche Körper durch Anschwellen der Genitalien, des Busens und der Brustdrüsen reagieren. Auch dieses Phänomen verschwindet nach wenigen Tagen von allein. Tut es das allerdings nicht, sollte der Kinderarzt bei einer der U-Untersuchungen darauf hingewiesen werden.

Neugeborenen-Akne
Pickel verunzieren leider nicht erst in der Pubertät. Etwa zwanzig Prozent aller Neugeborenen hat eine so genannte Neugeborenen-Akne. Kleine Jungen sind vier Mal häufiger betroffen. Viele Kinder werden mit dem Hautauschlag geboren, bei anderen entwickelt er sich in den ersten Wochen nach der Geburt. Diese Babyakne kann innerhalb weniger Wochen abheilen. Manchmal allerdings bleiben die Pusteln aber auch zwei bis sechs Monate.

Die Neugeborenen-Akne findet man meist im Gesicht und sie besteht normalerweise aus kleinen eitrigen Pusteln, Pickeln und Mitessern. Als Ursache wird die erhöhte Konzentration männlicher Hormone im kindlichen Organismus vermutet.

Diese Pickel verschwinden meist ebenfalls von allein und sollten auf keinen Fall ausgedrückt oder mit Cremes behandelt werden. Wenn sich die Neugeborenen-Akne auch auf den restlichen Körper ausbreitet, sollte der Kinderarzt informiert werden, um abzuklären, ob keine weitere Hauterkrankung, wie beispielsweise Neurodermitis, vorliegt.

Bild:© Marcos Paternoster für istock.com

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