Neu oder gebraucht?

Bald kommt das Baby! Winzige Strampler, niedliches Spielzeug und ein schicker Kinderwagen müssen angeschafft werden. Und noch viel mehr. Sicher macht es Spaß, für das Kleine einzukaufen – doch wo kann man getrost sparen?

Wenn der Nachwuchs sich ankündigt, stehen etliche Anschaffungen an. Wer kann, kauft sich natürlich gern neue Sachen. Doch ganz, ganz schnell kommt da eine stattliche Summe auf die werdenden Eltern zu.
Eine Kinderzimmereinrichtung kann gut 600 Euro kosten, ein neuer Kinderwagen 500 Euro. Kleine Menschen brauchen aber noch so viel mehr: Kleidung, Spielzeug, eine Tragehilfe, einen Autositz, Schnuller und Fläschchen.
Gerichtsurteil: 1000 Euro sollen reichen
Wer sich fragt, wie viel denn so eine Erstausstattung eines Babys kosten darf, kann dies in Deutschland höchst offiziell nachlesen. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied, dass dafür pauschal 1000 Euro in Rechnung gestellt werden können. Soviel muss der unterhaltspflichtige Vater an die Mutter zahlen.
Doch auch ohne so ein Urteil versuchen viele Eltern zu sparen – denn auch wenn die Familie größer wird, wächst ja das Einkommen selten, der Mehrbedarf aber schon.
Sparen mit Second-Hand
Besonderes Glück haben die „Spätzünder“. Wenn der Freundeskreis schon durch viele Kinder bereichert wird, bekommt man oft schöne Dinge geschenkt oder geliehen. Sicher, oft sind in den Kisten, die man liebevoll in die Hand gedrückt bekommt, auch Sachen dabei, die man nicht braucht, aber mit gebrauchten Dingen lässt sich viel Geld sparen.
Eine Alternative für diejenigen ohne Freunde oder Verwandte mit Nachwuchs sind Flohmärkte. Viele Kindergärten bieten beispielsweise Märkte „Rund ums Kind“ an. Schwangere dürfen oft schon vor dem offiziellen Beginn mit der Schnäppchenjagd los legen.
Doch wo sollte man tatsächlich Neuanschaffungen machen, was kann mit gutem Gewissen gebraucht kaufen? Hier ein Überblick:
Fläschchen, Schnuller und Brustpumpen: Schnuller sind nicht teuer in der Anschaffung und sollten auf jeden Fall neu gekauft werden. Bei Flaschensystemen ist vielleicht sogar praktisch, gebrauchte zu kaufen – denn die kann man gut sterilisieren und eventuell brauchen Sie sie gar nicht.
Milchpumpe: Es spricht gar nichts dagegen, eine gebrauchte zu nutzen, nur die Teile der Pumpe, die direkt mit der Milch im Kontakt waren, sollten durch neue ersetzt werden. Sehr oft kann man elektrische Milchpumpen auch bei Apotheken leihen. Auf keinen Fall neu kaufen, denn vor dem Stillbeginn kann man überhaupt nicht wissen, ob so ein Gerät überhaupt genutzt wird.
Möbel: Nicht jedes Einrichtungsstück im Kinderzimmer muss vom Designer sein. Dem Baby ist es egal, ob es einen teuren neuen Kleiderschrank hat oder den alten von Oma, der mit einer schönen Farbe aufgepeppt wurde. In der Wiege oder im Beistellbettchen schläft das Kind nur kurz – entsprechend sind die Möbel wenig abgenutzt und können sehr gut gebraucht gekauft werden.
Wickelkommoden und Kinderbetten müssen auch nicht neu sein. Allerdings sollte man in eine neue Auflage und in eine neue Matratze investieren.
Kleidung: Babys wachsen so schnell aus ihren niedlichen Sachen heraus, dass viele Anziehsachen auf Flohmärkten wirklich fast neu sind. Sehr oft bekommt Eltern ja auch Kleidung geschenkt, die einfach nicht passt, etwa ein Sommerkleid in einer Größe, die das Kind leider im Februar trägt.
Hier lassen sich wirklich viele schöne Schnäppchen machen. Gebrauchte Kleidung hat sogar Vorteile: durch die häufigere Wäsche der Kleidungsstücke sind alle Chemikalien, Keime und allergiefördernde Stoffe schon herausgewaschen.
Spielzeug: Für ältere Kinder sind Flohmärkte Fundgruben. Babyspielzeug sollte allerdings vorsichtig gekauft werden. Wichtig ist, dass es vor dem Bespielen gut gereinigt werden kann. Gleiches gilt für Bücher, denn Babys und Kleinkinder stecken die noch sehr gern in den Mund.
Kinderwagen/Buggys: Kann man mit ruhigem Gewissen gebraucht kaufen. Oft gibt es gute Wagen bei Online-Auktionen (Tipp: Postleitzahlensuche, so kann man das gewünschte Stück oft vor Ort angucken vor dem Kauf).
Kinderwagen sind meist so hochwertig in der Verarbeitung, dass für mehr als ein Baby gedacht sind. Bei gebrauchten Kinderwagen sollte auf die Achse, die Bremse und auf die Räder geachtet werden. Das gilt auch für Buggys.
Kindersitze: Selbst wenn man den Vorbesitzer gut kennt, kann man nicht sicher sein, dass die Schale oder der Sitz wirklich nie belastet wurde. Als Zweitsitz kann man sicher einen Gebrauchten kaufen, allerdings bietet nur Neuware wirkliche Sicherheit.
Schöne Flohmärkte findet man oft in den Tageszeitungen oder unter www.kinderflohmaerkte.de
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