Mit dem Sperma eines Toten befruchten

Gestern abend auf ntv „Wunder des Lebens“: Ein Mädchen, das mit eingefrorenem Sperma des toten Vaters künstlich gezeugt wurde, läuft lachend durchs Bild. Gruselt es Sie auch? Oder finden Sie nichts dabei?

künstliche Befruchtung mit Sperma eines Toten

Künstliche Befruchtung mit Sperma des toten Mannes (© panthermedia.net alexmit)

In diesem Fall war der Vater verstorben, die zukünftige Mutter hatte kurz nach dem Tod aus dem Hoden lebendes Sperma entnehmen lassen und dieses einfrieren lassen. Drei Jahre nach dem Tod des Mannes kam dann die Tochter zur Welt. Möglich gemacht haben dieses medizinische Wunder Ärzte in den USA.
 
Zwei Seelen wohnen da in der Brust des Zuschauers vor dem Bildschirm: Einerseits ist es toll, dass die Frau nun einen so entzückenden Trost und eine lebende Erinnerung an ihren Mann hat. Das Kind ist gesund, glücklich und eigentlich genauso wie alle anderen.
 
ABER: Ist das nicht irgendwie grundfalsch? Wie fühlt sich so ein Kind, wenn es erfährt, dass es aus Sperma des bereits toten Vaters gezeugt wurde? Wird hier nicht eine Grenze der Moral überschritten?