Grippe oder Infekt?

Ganz plötzlich treten Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber,allgemeines Krankheitsgefühl sowie Appetitlosigkeit auf – das ist typisch für die Grippe.

Jährlich erkranken weltweit zwischen 10 und 15% der Bevölkerung an der “echten” Grippe (Influenza). Die höchsten Erkrankungsraten findet man bei Kindern und Jugendlichen. Jedes Jahr gibt es sogenannte Grippewellen. Sie treten in unseren Breiten vorzugsweise zwischen Dezember und März auf, ihre Dauer beträgt 6 bis 8 Wochen.
Die Grippe ist keine harmlose Erkrankung! Man schätzt, dass im Winter 1995/96 – da gab es die letzte größere Epidemie – in Deutschland mehr als 30.000 Menschen an der Grippe gestorben sind. Da ja nicht jede Virusgrippe erkannt wird, ist auch noch von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen. Doch nicht jede Influenza führt gleich zu solch dramatischen Verläufen, mitunter kann auch eine Virusgrippe recht milde verlaufen. Es besteht ein Unterschied zwischen der echten Virusgrippe und dem grippalem Infekt:
Virusgrippe und grippaler Infekt

Grippe oder Infekt? (© panthermedia.net, Elena Elisseeva)

Die Virusgrippe (Influenza A und B):

 
Dies ist im engeren Sinne die Grippe, bei der auch von der Grippeimpfung die Rede ist. Es handelt sich um eine Viruserkrankung, die meist im Winterhalbjahr auftritt und eher Kinder und ältere, bzw. vorerkrankte (z.B.: Diabetes) Personen erfasst oder zumindest bei gerade diesem Personenkreis zu schweren Krankheitsverläufen führen kann. Schwer verlaufende Zweiterkrankungen sind möglich. Nicht selten bleibt zumindest ein wochenlanger quälender Reizhusten als Folge zurück.
Die “echte Grippe” ist eine akute Infektion des Atemtraktes, die durch die Influenza-Viren ausgelöst wird. Die Ansteckung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, etc.). Das Virus wird in die Lunge eingeatmet, setzt sich dort fest und vermehrt sich. Die Folge ist eine Entzündung der Atemwege und nach ein bis drei Tagen entwickelt sich das typische Krankheitsbild. Die Patienten sind ein bis 2 Tage vor und bis zu 7 Tage nach Auftreten der Symptome ansteckend.
Der grippale Infekt:
Ein grippaler Infekt beginnt in der Regel nicht so akut, wie eine Virusgrippe, vielmehr dauert es Tage, bis die Symptome allmählich zum “Vollbild” angewachsen sind. Das Fieber ist meist nicht so hoch, und ein Schnupfen gehört immer dazu. Das Krankheitsgefühl ist viel geringer.
Symptome
 
Typisch für die Grippe ist das plötzliche Einsetzen schwerer Symptome. Im Vordergrund stehen Allgemeinsymptome wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche sowie Appetitlosigkeit. Weiters treten trockener Husten und Halsschmerzen auf. Bei Kindern kommt es häufig auch zu Übelkeit oder Erbrechen. Sie sollten unbedingt zum Arzt!
Die Krankheitsdauer beträgt meist 7 bis 14 Tage, ein allgemeines Schwächegefühl und Appetitlosigkeit können jedoch noch über Wochen hinaus andauern.
Behandlung
Die Behandlung einer Influenza erfolgt meist symptomatisch, es werden fiebersenkende bzw. schmerzstillende und hustendämpfende Medikamente eingesetzt. Bettruhe ist anzuraten, da eine Grippe eine große Belastung für den Körper darstellt. Alles, was das Immunsystem stützt (z.B. Vitamin C, am besten aus Zitrusfrüchten gepresst; Homöopathica), hilft dem Körper bei der Bekämpfung der Krankheit..
Zur Therapie der Grippe steht auch das Medikament Tamiflu, das direkt gegen den Virus wirksam ist, zur Verfügung. Dieses sollte möglichst rasch, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptome vom Arzt verschrieben werden. Tamiflu kann auch die Ausbreitung des Virus begrenzen.
Die Impfung:
Der Impfstoff besteht aus abgetöteten oder abgeschächten Virusbestandteilen und wird vom Arzt verabreicht. Dieser entscheidet auch, ob Personen nicht gegen Grippe geimpft werden sollten, z.B. Allergiker. Die Impfung selbst ist sehr gut verträglich. Der Schutz beginnt etwa eine Woche nach der Impfung, zwei Wochen später besteht voller Impfschutz. Der Impfschutz sollte jährlich erneuert werden, denn Grippeviren ändern sich ständig. Der Impfstoff muss jährlich an die sich regelmäßig ändernden Virenstämme angepasst werden.
Auch bei Schwangeren ist die Impfung ohne erhöhtes Risiko möglich. Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode sind mit einer erhöhten gesundheitlichen Belastung verbunden, bei denen Influenzavirus-Infektionen besonders gefährlich werden können – es ist also sinnvoll, Schwangere gegen Grippe zu impfen.

© www.kinderarzt.at by Dr. Peter VoitlDr. Peter Voitl

 

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