Wochenfluss

Eines der letzten Tabuthemen: der Wochenfluss. Dabei ist eigentlich gar nichts dabei. Denn die abgelöste Plazenta hinterlässt eine Wunde in der Gebärmutter, die sich langsam schließt. Das ist bei allen Frauen gleich.

Direkt nach der Geburt ergießt sich das Blut schwallartig in riesige Binden, die das Krankenhaus bereitstellt. Das fühlt sich nicht schön an, ist den meisten Frauen aber nach den Strapazen der Geburt eher gleichgültig. Auch die wenig kleidsamen Einweg-Netzunterhosen in der Klinik, in denen die Binden Halt finden, sind gewöhnungsbedürftig. Aber zum Glück braucht man diese Utensilien nur wenige Tage – wer große Schlüpfer besitzt, kann nach 2-3 Tagen auf diese umsteigen und auch eine Bindengröße kleiner wählen.
Blutungen nach der Geburt

Wochenfluss (© panthermedia.net Monika Adamczyk)

Anfangs ist der Wochenfluss hellrot und wesentlich stärker als eine normale Periode. Nach ein paar Tagen schließt sich die Narbe in der Gebärmutter, die die Plazenta hinterlassen hat, alllmählich. Dann hat die Wochenfluss-Blutung eine Weile lang in etwa Menstruationsstärke, um nach 10-14 Tagen zu einem schwächeren, leicht bräunlichen Ausfluss zu werden. Insgesamt dauert so ein Wochenfluss im Normalfall 6-8 Wochen.

Am schnellsten versiegt der Wochenfluss nach einer Wassergeburt: nach nur 5-6 Tagen ist Schluss. Nach einem Kaiserschnitt oder einer manuellen Plazentalösung hört er ebenfalls rascher auf als nach einer vaginalen Entbindung. Auch wenn das Baby gestillt wird, erholt sich der Körper rascher.
Der Wochenfluss transportiert Blut, Schleim und Plazentagewebe aus dem Körper. Wie bei jedem Wundheilungsprozess verläuft auch die Wundheilung der Gebärmutter ganz unterschiedlich rasch. Es kommt bei der Länge und Intensität der Blutung auch darauf an, ob die Plazenta in Vollnarkose manuell gelöst werden musste, die Plazenta bei einem Kaiserschnitt entfernt wurde, oder die Plazenta von alleine nach einer vaginalen Geburt ausgestoßen wurde. Auch das Stillen nimmt Einfluss auf den Wochenfluss: denn während des Stillens schüttet der Körper der Mutter Oxytocin aus, das der Gebärmutter hilft, sich zusammenzuziehen.
Auf folgendes sollten Sie achten:
  • keine Tampons benutzen
  • Sex nur mit Kondomen
  • bei fischigem oder auffälligem Geruch die Hebamme kontaktieren
  • bei zu frühem Versiegen des Wochenflusses auch die Hebamme befragen
  • nicht baden, da die Brustwarzen durch Keime aus dem Wochenfluss infiziert werden können
  • wenn der Wochenfluss plötzlich wieder stärker wird, ist Schonung angesagt
  • beim Duschen keine Seife/Duschgel für den Intimbereich benutzen, sondern nur mit klarem Wasser gründlich spülen
Ansprechpartner für jede Art von Frage rund um den Wochenfluss ist in erster Linie die Hebamme, die in den ersten 10 Tagen nach der Geburt so oft zu Ihnen nach Hause kommt, wie Sie es brauchen. Die Kosten dafür übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Später, wenn Sie wieder mobiler sind, können Fragen zum Wochenfluss auch von der Frauenärztin beantwortet werden, aber auch die Hebamme ist noch für Sie da, wenn Fragen auftauchen. Hebammen unterstützen übrigens im Rahmen der Hausbesuche auch die Rückbildung der Gebärmutter durch eine spezielle Massage, die auch den Wochenblutfluss anregt.
Und 8 Wochen nach der Geburt, wenn der Wochenfluss gerade versiegt, steht der Schwangerschafts-Abschlussbesuch bei der Ärztin auf dem Programm. Spätestens dann können Sie wieder auf minikleine Slipeinlagen umsteigen….

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  • NaMaLe

    ich hatte eine Wassergeburt, und mein Wochenfluss war nicht nach 5-6 Tagen vorbei, im Gegenteil. 4 Wochen und kein Ende in Sicht