Schlaflos ohne Schnuller

Lieber Herr Dr. Voitl, unsere kleine Tochter (sieben Monate alt) wacht nachts ständig auf, weil sie den Nuckel verliert. Wie gewöhnen wir ihr das ab?         

Der Schnuller ist sicherlich nicht die Ursache für das Schlafproblem.
Das Schlafbedürfnis von Kindern ist sehr unterschiedlich. Ab einem Alter von etwa vier Monaten verlängern sich die Schlafperioden eines Säuglings. Bis zum Alter von etwa einem Jahr schlafen Babys in der Regel bis zu sechs Stunden durch. Kleinkinder im Alter von einem bis fünf Jahren schlafen etwa zwölf Stunden. Kinder im Vorschulalter können immer noch einen Schlafbedarf von zehn bis zwölf Stunden aufweisen. Schulkinder haben ein Schlafbedürfnis von zehn Stunden. Im Prinzip gilt dies bis zum Erwachsenenalter.
Schlafbedürfnis, Schlaf- und Tagesrhythmus sind höchst individuelle Eigenschaften. Schläft Ihr einjähriges Kind nur etwa zehn von 24 Stunden und ist ansonsten gesund und fröhlich, dann fehlen ihm die zwei Stunden Differenz zum Durchschnitt sicher nicht.
Schnuller beim Schlafen

Baby schläft mit Schnuller (Panthermedia Natalia Nazarenko)

Tipps um das Schlafverhalten zu ändern:
Bereiten Sie sich vor: Die Vorbereitung ist wichtig, damit Sie nicht nach der ersten Nacht aufgeben. Sprechen Sie als Eltern untereinander ab, wie Sie die Sache angehen wollen. Gehen Sie gleichzeitig mit Ihrem Kind zu Bett, um selbst genügend Ruhe zu bekommen. Verabreden Sie mit Ihrem Partner vorher, wann genau Sie aufstehen wollen.
Beginnen Sie mit dem kleinstmöglichen Mitteln: Wenn das Baby erwacht, streicheln Sie es sanft, decken Sie es gut zu und geben Sie ihm seinen Schnuller. Dies hilft vielleicht für eine Stunde. Versuchen Sie die gleiche Prozedur noch einmal. Findet Ihr Kind noch immer nicht zur Ruhe, wickeln Sie es. Machen Sie jedoch kein Licht, und unterhalten Sie es nicht. Vielleicht schläft es danach etwa eine weitere Stunde.
Geben Sie Ihrem Baby ein wenig Wasser zu trinken, wenn dies alles nicht hilft. Dies hat zwei Funktionen: Zum einen signalisieren Sie dem Baby, dass es nachts nichts zu essen gibt, dass es aber Wasser bekommen kann. Zum anderen gibt es Ihnen die Gewissheit, dass Ihr Kind nicht durstig ist.
Wenn Streicheln, Wasser trinken und Wickeln nicht helfen: Legen Sie Ihr Baby in den Kinderwagen und schieben Sie ein wenig hin und her. Denken Sie aber daran, die Nacht für Ihr Baby so ruhig und wenig interessant wie irgend möglich zu gestalten.
Suchen Sie unter Umständen auch psychologische Unterstützung.
Bevor Sie sich über den von der Norm abweichenden Schlafrhythmus ihres Kindes Sorgen machen, vergleichen Sie diesen mit den Schlafgewohnheiten naher Verwandter oder mit Ihrem eigenen als Kind. Es kann sein, dass sich hier Ähnlichkeiten feststellen lassen.
Stelllen auch Sie eine Frage an den renommierten Kinderarzt und Experten der liliput-lounge Dr. Peter Voitl: hier klicken!

Dr. Peter Voitl

 

, , , , ,