Narbe des Monats Juni

Dies ist das Gewinnerfoto für den Monat Juni aus unserer Aktion “Zeigen Sie uns Ihre Narbe”. Userin 24 hat uns auch im Fragebogen die dramatische Geschichte der Geburt verra- ten. Unter den Teilnehmerinnen verlosen wir jeden Monat ein Kaiserschnittbuch!

1) Ich habe 1 Kind zur Welt gebracht, davon durch Kaiserschnitt 1.

2) Beruf: Hausfrau.

3) Wenn ich das Wort “Kaiserschnitt” höre, fallen mir spontan folgende Begriffe ein: Schmerzen, Panik, Todesangst, Alptraum, unglücklich, leider notwendig, Geburt zu früh, fehlendes Schwangerschaftsende

4) Die Geburt meines Kindes

Viel zu früh Wehen bekommen (alle 6 Min), was sich nur ab und an äußerte, als etwas Bauch hart werden (mir war also nicht bewusst dass ich gerade Wehen habe). Ich hatte glücklicherweise gerade eine Vorsorgeuntersuchung und es wurde ein CTG gemacht, in dem es dann auffiel. Meine Ärztin ordnete dann noch weiteres CTG an, weil sie etwas Auffälliges auf dem ersten Ausdruck gesehen hatte, das 2. CTG bestätigte sie. Sie schaute nach dem Muttermund, der war noch der Schwangerschaftswoche entsprechend zu und war auch nicht auf dem Weg sich zu öffnen. Sie überwies mich dann in ein Krankenhaus, das spezialisiert ist auf zu kleine Babys mit den Worten “Es ist doch noch zu früh, 3-4 Wochen sollte er schon noch schaffen, im Bauch zu bleiben”. Mit dieser Aussage dachte ich mir nur, dass ich jetzt wohl lange im Krankenhaus liege, damit unser Sohn nicht zu früh auf die Welt kommt…. stattdessen ist unser Sohn schon am Nachmittag per Notfallsectio auf die Welt gekommen.

5) Die Indikation(en) = Gründe für meine Sectio(nes): Notfallsectio. In der SSW 31 alle 6 Min. Wehen, unser Sohn reagierte nicht gut darauf (unter anderem abfallende Herztönen), dazu war er viel zu klein. Dann noch viel zu wenig Fruchtwasser und meine Gebärmutter wuchs nicht mehr und die Plazenta war am Verkalken (nein, ich rauche nicht!). Die Versorgung über die Nabelschnur war auch nicht mehr optimal gegeben, die Organe von unserem Sohn wurden nicht mehr gut durchblutet (nur noch das Gehirn). Man wollte den Kaiserschnitt, wenn möglich, noch 12-24 Std. hinauszögern, damit ich die 2. Kortisonspritze bekomme, aber dann lief es plötzlich nicht mehr toll, Gefahr für Kind & Mutter, so das alles recht fix gehen musste. Schnell nur die Papiere für die Narkose etc. unterschreiben und dann lag ich auch schon im OP-Saal.

6) Hatte  ich Angst vor dem Geburtsschmerz / einer Dammverletzung?

Ich denke, das hat jede Frau (bzw. man hat gemischte Gefühle, vor allem beim ersten Kind) aber deshalb würde ich mir keinen Kaiserschnitt wünschen
7) Hätte ich gerne vaginal entbunden?
Mit der gemachten Erfahrung erst recht ein JA.
8) War der Kaiserschnitt für mich die ideale Form der Geburt?
Nein!
9) Habe ich den Kaiserschnitt als Trauma empfunden?
Ja, es war ein einziger, schlimmer Albtraum. Die OP lief auch nicht toll für mich, die Spinale saß erst beim 4. Anlauf (ich bekam keine Vollnarkose, da es unserem Sohn geschadet hätte), das heißt ich musste auch einmal örtlich nachbetäubt werden, so dass ich 6 mal in den Rücken gepiekst wurde. Habe jetzt noch starke Rückenschmerzen davon. Während der OP hatte ich Schmerzen, dazu bin ich fast verblutet, weshalb ich auch 2 Drainageschläuche gelegt bekommen habe. Dann wurde mir auf einmal ganz komisch, mein Puls war schon auf 30 runter und ich wollte mich schon von meinem Mann verabschieden, weil ich dachte ich sterbe gleich, hatte aber keine Kraft mehr zu sprechen. Bekam 2 Spritzen, die den Puls wieder hochputschten, was dann wieder lange dauerte, bis die Ärzte dann dies im Griff hatten weil er dann zu hoch war. Auch hinterher lief nicht alles toll, bekam noch (“sehr untypisch” laut Arzt ?) eine Schwangerschaftsvergiftung lange nach der “Geburt”. Mein Blutdruck ist jetzt noch nicht in Ordnung und ich muss Tabletten dafür nehmen. Weiterhin bekam ich von einem Zugang im Arm eine sehr schmerzhafte Thrombophlebitis (mir ist die Ader im Arm geplatzt,aber keiner der Schwestern & Ärzte hat sich darum gekümmert trotz mehrmaligem Auffordern von mir, so sind dann etliche Infusionen in das umliegende Gewebe gelaufen, erst als der Arm immer dicker und sehr heiß wurde, haben die Ärzte reagiert). Was noch schlimm war, ist dass ich meinen Sohn nicht sofort sehen konnte/durfte da er sofort auf die Frühchen-Intensivstation kam. Mittlerweile liegt er auf der “normalen” Frühchenstation.
10) Vermittelt mir mein Umfeld das Gefühl versagt zu haben?
Nein, nicht im Bezug auf die Geburt da es ja ein Notfallkaiserschnitt war, eher im Nachhinein: Ist doch alles gut gegangen, jetzt funktioniere wieder wie vorher, sowie “Du musst jetzt glücklich sein…”
11) Meine Meinung zum Thema Kaiserschnitt:
Nach der Erfahrung kann ich mir nicht vorstellen, wie man sich sowas freiwillig wünscht! Aber das soll jeder für sich entscheiden.
12) Meine Kaiserschnitt-Narbe(n) ist 17,3  cm lang + 2 Narben der Drainageschläuche von 0,5 cm und 1 cm Länge.
13) Spüre ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n)?
Ja, mit Dauerschmerzen. Die Wulst darüber ist sehr schmerzempfindlich, deshalb stören auch alle Hosen (der Bund muss also weit darunter oder darüber sitzen. Beim Gehen habe ich ein innerliches Scheuern & Ziehen hinter und über der Narbe. Im Laufe des Tages wird das Dicke über der Narbe noch dicker.
14) Finde ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n) hässlich?
Ja, fühle mich total entstellt. Das Dicke (“Hängebauch”) über der Narbe stört auch arg (auch wegen der Schmerzen). Ich hätte den Schnitt/die Narbe gerne tiefer gehabt (ging nicht wg. Querlage vom Kind).
15) Habe ich sie gepflegt / behandeln lassen?
Bin noch dabei, sie zu behandeln.
Wir stellen genau die gleichen Fragen wie im Buch “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht” – in Kooperation mit edition riedenburg, dem Verlag des Kaiserschnittbuchs. Wir verlosen jeden Monat ein Buch im Wert von 34,80 € unter den Teilnehmerinnnen!
Kaiserschnittbuch
Buchbesprechung “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht”

Alle Kaiserschnitt-Fragebögen und alle Kaiserschnitt-Fotos