Frühgeburt

Kommt ein Baby vor der vollendeten 37. SSW zur Welt, ist es eine Frühgeburt. Manchmal geschieht dies durch vorzeitige Wehen, manchmal wird auch vorzeitig die Geburt eingeleitet, weil es Mutter oder Kind nicht gut geht.

Wenn ein Baby zu früh geboren wird, sind seine Organe noch nicht vollständig ausgereift. Deswegen benötigen Frühgeborene besondere Betreuung in der Neonatologie, der Frühgeborenenstation. Dort überwachen spezielle Instrumente Atmung, Körpertemperatur, Sauerstoffversorgung des Bluts und Herzschlag rund um die Uhr.

Geburt vor der 37. SSW

Frühgeburt (© panthermedia.net Steve Lovegrove)

Gründe für eine Frühgeburt

  • Erkrankung der Mutter  (z.B. eine Infektion, Thrombose, Gestose)
  • Gefährdung des Kindes (unzureichendes Wachstum, unregelmäßiger Herzschlag, Unterversorgung)
  • Zu viel oder zu wenig Fruchtwasser oder vorzeitiger Blasensprung
  • Medizinische Probleme mit der Schwangerschaft (Muttermundschwäche, Missbildungen der Gebärmutter, Gebärmutterzysten)
  • Plazentainsuffizienz oder Plazentariss
  • Stress/Lebensführung (Untergewicht, Drogenmissbrauch, schlechte Arbeitsbedingungen, psychischer Stress)
  • Vorherige Abtreibungen
  • Mehrlingsschwangerschaften (Zwillinge, Drillinge)

Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt

  • Dumpfer Schmerz im unteren Rückenbereich
  • Blutungen aus der Vagina
  • Wehen (länger als 30-60 Sekunden und mit steigender Frequenz)
  • Ausfluss von Wasser (Fruchtwasser?)
  • Menstruationsähnliche Schmerzen
  • Druckgefühl im Becken
  • Öffnung des Muttermundes

Die häufigsten Gründe für Fehlgeburten sind Wehen, vorzeitiger Blasensprung und Öffnung des Muttermundes. Vorwehen von echten Wehen zu unterscheiden ist nicht ganz einfach – aber als Faustregel lässt sich sagen, dass echte Wehen stärker werden und stets häufiger, wohingegen Vorwehen wieder abflauen.

Generell sollte die Schwangere bei Blutungen und einem starken Druckgefühl im Unterleib den Arzt aufsuchen, um die Ursachen abzuklären.

Medizinische Maßnahmen bei einer drohenden Frühgeburt
Was die Ärzte unternehmen, hängt davon ab, wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist und in welchem Wehenstadium die Frau ist. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • es können Wehen stoppende Medikamente gegeben werden,
  • manchmal hilft es, einfach Bettruhe einzuhalten,
  • wenn das Kind zu Welt kommen wird/soll, erhält die werdende Mutter Kortison zur Förderung der Lungenreife des Babys.

Je früher ein Baby geboren wird, desto unreifer sind seine Organe. Das kann zu schwer wiegenden Problemen und Langzeitschäden führen. Die größten Schwierigkeiten macht die Atmung, weil bei einer rasch erfolgenden Frühgeburt die Lungenreifung nicht durch Kortison gefördert werden kann. Das Baby leidet dann an Atemnotsyndrom (Surfactantmangelsyndrom) und muss erst intubiert und dann künstlich beatmet werden.

Ab der 24. SSW haben Frühgeborene eine Chance, zu überleben. Über 50% der Kinder, die nach der vollendeten 25. SSW geboren werden, überleben. Mit jeder weiteren Woche steigen die Überlebenschancen – nach der 30. Schwangerschaftswoche sind sie schon bei 95 %. Frühgeborene Mädchen kommen mit den körperlichen Schwierigkeiten, die eine Frühgeburt mit sich bringt, besser klar als frühgeborene Jungs. Die Mädchen holen den Entwicklungsvorsprung gegenüber den zum Termin geborenen Kindern auch früher auf als die Jungs, die als Frühgeburt auf die Welt kamen.

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