Was macht eine Doula?

Beistand vor, während und nach der Geburt – aber keine medizinische Betreuung. Was soll das bringen? Eine bessere Geburt, sagen die Doulas. Was ist die Aufgabe der Doula, und warum sollte man sich eine leisten?

Dass eine Frau in den Wehen sich im Kreißsaal hilflos und verloren vorkommt, sollte eigentlich nicht sein. Trotzdem erzählen nicht wenige frisch Entbundene von einem Gefühl des Ausgeliefertseins während der Geburt: Sie hätten sich gewünscht, besser umsorgt zu werden.
Besonders Erstgebärende und alleinstehende Schwangere könnten da gut die Begleitung einer Doula gebrauchen, so steht es auf den Internetseiten fast aller Doulas zu lesen. Noch ist die Doula eine seltene Form der Geburtsbegleitung in Deutschland, obwohl es sich eigentlich um die Wiederaufnahme der alten Tradition handelt, dass Frauen mit Geburtserfahrung und gutem Einfühlungsvermögen einer Frau dabei helfen, gut durch die Wehen zu kommen. Eine Tradition, die in anderen Ländern und Kulturen als normaler Alltag gelebt wird.
Wie hilft die Doula der Schwangeren bei der Geburt?
Was macht eine Doula?

Doulas als Geburtshelfer (©panthermedia.net Franck Boston)

Als Vertrauensperson der werdenden Mutter sorgt sich die Doula um deren seelisches Wohl und vermittelt die Bedürfnisse der Schwangeren an das Team der Gebursthelfer. Sie nimmt ausdrücklich keine medizinischen Handlungen vor, sondern ist als emotionaler Rückhalt anwesend. Damit dies gut klappt, lernen sich Schwangere und Doula schon vor dem Geburtstermin gut kennen.

Doulas konzentrieren sich ganz auf das Wohl der Frau und ihre Wünsche – etwas, das bei schwierigen Geburten schon mal zu kurz kommen kann. Dadurch können nachweislich die Wehendauer verkürzt werden, Stress vermieden und Angst und Schmerzen reduziert werden.
Ebenso wie eine Hebamme hat eine Doula Rufbereitschaft rund um den Entbindungstermin: Normalerweise 20 Tage vor dem ET und 14 Tage danach. Wenn sich das Baby mitten in der Nacht auf den Weg macht, kann man sich darauf verlassen, die Doula als zuverlässige Begleitung an der Seite zu haben.
Für wen sind Doulas besonders hilfreich?
Schön wäre es ja, wenn jeder gebärende Frau eine kostenlose Doula zustände. Leider werden die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen. (Allerdings ist es für die Zeit nach der Geburt einigen Doulas möglich, als Haushaltshilfe mit der Krankenkasse abzurechnen). Trotzdem kann es sich für folgende Frauen lohnen, über eine Doula nachzudenken:
  • ängstliche Erstgebärende
  • Frauen, die bereits traumatische oder schwere Geburten hatten
  • bei schlechten Deutschkenntnissen
  • alleinstehende Schwangere
  • wenn der Partner lieber nicht mitkommen möchte
  • Schwangere, die ein behindertes oder nicht lebensfähiges Kind erwarten
  • bei geplanten Kaiserschnitten
Welche Ausbildung haben Doulas?
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Doula-Ausbildungen: Erstens die GfG-Doula® für Geburtsvorbereiterinnen, zweitens die Doula für Frauen ohne dementsprechende Vorbildung. Beide Ausbildungen werden von der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe angeboten. In den Kursen beschäftigen sich die zukünftigen Doulas mit:
  • physiologischen Grundkenntnissen von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
  • Körperlicher und seelischer Entwicklung des Kindes im Mutterleib
  • Umgang mit Schmerz und Methoden der Schmerzerleichterung
  • Entspannungstechniken, Visualisierung, Körperarbeit
  • Physische und psychische Unterstützung der Frau/des Paares unter der Geburt
  • Vorsorgeuntersuchungen und Pränataldiagnostik
  • Tod am Lebensanfang, Behinderung
  • Geburt im historischen und kulturellen Kontext, Rituale
  • Vätern im Kreißsaal
  • Gesprächsführung
  • Verantwortung und Grenzen der Geburtsbegleitung
Doulas, die bereits eine Ausbildung als Geburtsvorbereiterin mitbringen, machen in der Regel 2 Wochenendseminare, während Frauen ohne Vorausbildung in diesem Bereich über 8 Wochenendseminare besuchen. Neben den Kursen bei der GfG gibt es auch die international gültige DONA-Ausbildung zur Doula, die in Deutschland nur sporadisch angeboten wird.
Bei der Ausbildung werden nur Frauen zugelassen, die über 30 (bei einigen Kursen über 25) Jahre alt sind und selbst schon ein Kind zur Welt gebracht haben.
Was kostet die Begleitung einer Doula?
Die Preisgestaltung is recht einheitlich: Für 450 € steht eine Doula der Schwangeren zur Seite. Inbegriffen sind z.B. mindestens 2 Treffen vor der Geburt, ein Treffen nach der Geburt und unbegrenzte Unterstützung während der Geburt, außerdem ist telefonische Unterstützung im Paket enthalten. Manche Doulas verlangen 20 € für ein erstes, unverbindliches Kennenlernen, für das 1-2 Stunden Zeit veranschlagt werden.
Einige Doulas bieten ermäßigte Tarife für sozial schwache oder alleinstehende Frauen an.
Wie finde ich eine Doula?
Der Verein der Doulas in Deutschland bietet eine Suche nach Postleitzahlen an: Unter www.Doulas-in-Deutschland.de findet man weitergehende Informationen über die Arbeit von Doulas, deren Ausbildung, ein Verzeichnis von Doulas in Deutschland und Statistiken, die den Nutzen einer Geburtsbegleitung durch eine Doula wissenschaftlich belegen.
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