Beginn der Geburt

Wann die Wehen einsetzen, kann man nicht vorher wissen. Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, fragen sich deswegen: Woher weiß ich, dass die Geburt losgeht und ich echte Wehen habe? Die eindeutigsten und häufigsten Anzeichen für das Einsetzen der Wehen sind:

Lösen des Schleimpfropfes vor dem Gebärmutterhals
Während der Schwangerschaft hat der Schleimpfropf den Gebärmutterhals (Zervix) versiegelt. Wenn er sich löst, nennt man das „zeichnen“. Viele Frauen bemerken den Abgang de Zervixschleims  aber nicht, weil es sich dabei im Prinzip um einen dicken Ausfluss handelt, den die Frau nicht weiter spürt. Das Zeichnen kann mehrere Tage oder sogar Wochen vor Beginn der Wehen geschehen, so dass seine Aussagekraft in Sachen „wann geht’s los?“ eher gering ist.
Wehen
Die Gebärmutter ist ein Muskel, der sich bei der Geburt zusammenzieht, um das Kind herauszupressen. Dieses Zusammenziehen kann sich so anfühlen, als würde der Bauch ganz hart. Echte Wehen sind aber nicht nur mit einem harten Bauch, sondern auch mit Schmerzen verbunden. Sie werden manchmal wie ein Muskelkrampf empfunden, oder wie ein gewaltiges Reißen über den Bauch.
Zu Beginn der Geburt ähneln die Wehen Menstruationsschmerzen – und genauso wie bei der Periode können Kopfschmerzen und Rückenschmerzen auftreten. Im Unterschied zu Vorwehen oder Senkwehen werden echte Wehen immer stärker und die Abstände zwischen den Wehen werden kürzer.
Blasensprung
Am Ende der Schwangerschaft sind etwa 0,8 Liter Fruchtwasser vorhanden. Es ist normalerweise hell bis grünlich, leicht trüb und riecht süßlich. Manchmal beginnt die Geburt mit dem Abgang des Fruchtwassers. Dabei reißt die Fruchtblase, die innerhalb der Gebärmutter das Fruchtwasser und das Baby umschließt.
Es kann ein ganzer Schwall Fruchtwasser abgehen oder auch nur eine kleine Menge herauströpfeln. In beiden Fällen sollte die Schwangere sich sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus begeben, denn durch die nicht mehr intakte Fruchtblase können nun Keime eindringen.
Informieren Sie die Betreuer über das Aussehen des Fruchtwassers, denn es kann wertvolle Hinweise über den Zustand des Kindes geben: wenn es grünbraun ist, schwimmt etwas Kindspech darin – das kann bedeuten, dass es dem Kind nicht gut geht (oder dass es überfällig ist).
Wenn ein ganzer Schwall Fruchtwasser verloren wird, kann es sein, dass das Kind in eine bedrohliche Situation gerät – es ist möglich, dass es weit nach unten ins Becken rutscht und die Nabelschnur dabei eingeklemmt wird. Wenn also richtig viel Fruchtwasser abgegangen ist, sollte die Frau am besten bald liegen und das Wohlbefinden des Babys überwacht werden.
Meist setzen nach einem Blasensprung die Wehen bald ein. Wenn dies nicht geschieht, wird die Geburt nach spätestens 24 Stunden eingeleitet.
Blutiger Ausfluss
Manchmal wird zu Beginn der Wehen ein blutiger Schleim abgesondert. Der Schleim stammt wahrscheinlich vom Gebärmutterhals, dessen Zervixpfropf sich gelöst hat. Wenn Sie relativ stark bluten und Unterleibsschmerzen haben, informieren Sie die Klinik, bevor Sie losfahren, und machen Sie sich bald auf den Weg.
Wann sollte man ins Krankenhaus fahren?
Einige Frauen möchten so lange wie möglich zuhause bleiben. Wenn Sie in der Nähe der Klinik wohnen, ist das kein Problem. Es kommt sogar vor, dass Frauen aus der Klinik wieder nach Hause geschickt werden und sie erst ein paar Stunden später wieder kommen, wenn die Wehen stärker und regelmäßiger geworden sind. Treten alle 2 bis 3 Minuten Wehen auf, die circa 60 Sekunden andauern, sollten Sie wirklich losfahren.
Foto: © olly – Fotolia.com

, , , , ,