Fruchtwasseruntersuchung

Werdenden Müttern über 35 empfielt der Arzt oft, durch einen Pieks in den Bauch Gewissheit über eventuelle Störungen der Erbanlagen des Babys zu erlangen. Allerdings ist diese Methode nicht ohne Risiko und kann die Seele belasten.

Üblicherweise wird die Fruchwassserpunktion zwischen der 15. SSW und 18. SSW durchgeführt, sie kann aber bereits ab der 10. SSW unter erhöhter Komplikationsgefahr und auch nach der 19. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Bei einem schlechten Ergebnis (wenn z.B. das Baby schwer geistig und körperlich behindert wäre) kann aber nur noch durch Wehen abgetrieben werden, was psychisch sehr schwer zu verkraften ist. Der ideale Zeitpunkt für eine Fruchtwasseruntersuchung liegt zwischen der 16. SSW und 18. SSW, da dann die Fehlbgeburtsrate am geringsten ist.

Der Arzt klärt vor einer Amniozentese mit einem Ultraschallgerät genau ab, wo das Baby gerade liegt und wo sich die Plazenta befindet – denn natürlich sollen weder Plazenta noch Baby von der langen, dünnen Nadel berührt werden, mit der das Fruchtwasser entnommen wird.

Fruchtwasseranalyse

Nicht ohne Risiko: Fruchtwasseruntersuchung (© panthermedia.net Zvonimir Orec)

Eine örtliche Betäubung bei der Einstichstelle kann verabreicht werden, wird aber oft unterlassen – denn der Piks auf der Haut selber tut fast nicht weh, wohingegen die Frau das Vordringen der Nadel in den Bauchraum spürt. Normalerweise ist dies zwar unangenehm, aber gut auszuhalten. Die Nadel wird sehr langsam und vorsichtig durch die Fruchtblase ins Fruchtwasser geführt und dann 10-20 ml Fruchtwasser gezogen, was etwa 5 Minuten dauert.

Nach der Fruchtwasseruntersuchung ruht die Schwangere auf einer Liege mindestens eine halbe Stunde unter Aufsicht aus, bevor sie nach Hause entlassen wird. Dort soll sie sich noch 2 Tage schonen und nach etwa 2 Tagen zur Kontrolle ihren Frauenarzt aufsuchen, der prüft, ob der Eingriff gut überstanden wurde.

Folgende Komplikationen können bei der Fruchtwasseruntersuchung auftreten:

  • Fruchwasserverlust
  • Infektionen
  • Wehen
  • Fehlgeburten (ca 0,5%)
  • Blutungen
  • Schmerzen
  • Verletzungen von Plazenta oder Gebärmutter
  • Verletzungen des Kindes

Vorgenommen wird eine Amniozentese in spezialisierten Praxen oder Kliniken. Die Komplikationsrate dieser Institute sagt etwas über die Erfahrung und Qualität der Ärzte aus – liegt sie z.B. bei nur 0,3%, hat die Praxis Routine und bietet eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Eingriff glimpflich verläuft.

Im Fruchtwasser schwimmen reichlich Zellen aus Darm und Nieren des Babys und auch abgesonderte Hautzellen, die im Labor zur Vermehrung gebracht werden und detailliert Auskunft über schwerwiegende Chromosmenstörungen geben können. Auf das Ergebnis muss man allerdings 10-14 Tage warten, was extrem lang ist, wenn man bei einem Erst-Trimester-Screening auffällige Blutwerte oder eine zu dicke Nackenfalte im Ultraschall hatte.

Deswegen gibt es zusätzlich zur von der Krankenkasse bezahlten Routine-Amniozentese die Möglichkeit, einen kostenpflichtigen Schnelltest (ca. 140 €) zu machen. Das Resultat dieses Schnelltests liegt innerhalb von 1-2 Tagen vor und gibt Auskunft über die häufigen Trisomien 13, 18 und 21 (Down-Syndrom), über die sich viele werdende Mütter über 35 Jahren Sorgen machen.

Ein netter Nebeneffekt der Fruchtwasseruntersuchung ist, dass auch das Geschlecht des Kindes eindeutig festgestellt werden kann – wenn die Eltern dies möchten!

 Lesen Sie hier mehr zu einem neuen Bluttest, der die Fruchtwasseruntersuchung ersetzen soll.

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