Fisch essen in der Schwangerschaft?

Einerseits werden Schwangere vor dem Essen von Fisch gewarnt, anderseits wird immer wieder betont, wie wichtig der Verzehr ist. Was stimmt denn nun eigentlich?

Prinzipiell ist Fisch gesund und wichtig für Schwangere, darin sind sich alle Experten einig. Warum die Schuppentiere so gesund sind?

Fisch hilft gegen Depressionen und macht Kinder klug

Fisch enthält den Eiweißbaustein Trythophan, aus dem das Gehirn das „Gute-Laune-Hormon“ Serotonin bildet.Vor allem aber haben die Schuppentiere wertvollen Omega-3- Fettsäuren. Diese gelten als „Öl für den Motor des Körpers“, schützen vor Herzinfarkt, senken den Blutdruck, wirken positiv auf den Cholesterinspiegel und wirken entzündungshemmend.

Der Verzehr von Fisch in der Schwangerschaft soll auf Grund der Omega-3-Fettsäuren besonders gut sein. Laut einer englischen Studie bewirken drei Portionen Seefisch in der Woche deutlich klügere Kinder. Je mehr Fisch die Mutter in der Schwangerschaft gegessen hat, so die Forscher, desto besser die Test-Werte für soziale Fähigkeiten, Feinmotorik und Kommunikation.

Manche Fische sind für Schwangere tabu!

Gerade weil Schwangeren so sehr geraten wird Fisch zu essen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) dringend vor unbedachtem Verzehr. „Im Sinne der optimalen Versorgung mit Nährstoffen bleibt jedoch die Empfehlung von 1 -2 Fischmahlzeiten pro Woche bestehen, allerdings mit sorgfältig ausgewähltem Fisch.“

Fisch oder Sushi in der Schwangerschaft? (© Thinkstock)

Roher Fisch und Sushi sind in der Schwangerschaft tabu (© Thinkstock)

Genau wie auf andere rohe Produkte, darf auch Fisch keinesfalls roh von werdenden Müttern gegessen werden. Keime wie Listerien und Toxoplasmen können nicht nur bei Sushi, sondern auch bei marinierten Produkten, etwa Hering oder Graved Lachs vorkommen. Auch bei kaltgeräuchterm Fisch, etwa Forellenfilets und Räucherlachs, besteht die Gefahr, dass die Kühlung nicht ausreichend war und die Produkte mit Keimen versehen sind. Für Erwachsene normalerweise kein Problem, für Schwangere aber bedenklich.

Schwangere, die jedes Risiko vermeiden wollen, sollten ausreichend durcherhitzten Fisch oder Fischprodukte wählen, beispielsweise Fischdauerkonserven (Hering in Tomatensauce). Braten, Dämpfen und Kochen gilt als sichere Zubereitungsmethode um eventuelle Keime oder Parasiten die im rohen Fisch vorkommen, abzutöten.

Als besonders gesund gilt der fettreiche Seefisch. Leider warnt die DGE hier besonders. Durch die Verschmutzung der Meere sind manche Fische mittlerweile schwerbelastet. Quecksilber und andere Schadstoffe können dem ungeborenem Kind schaden. Insbesondere Quecksilber kann direkt auf den kindlichen Organismus einwirken und eventuell Entwicklungsschäden auslösen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in einer Veröffentlichung deutlich erklärt, dass Schwangere unbedingt auf Tunfisch verzichten sollten. Denn unabhängig von Zubereitung ist die Belastung dieser Fische so hoch, dass der häufiger Verzehr das Kind deutlich gefährden kann.

Laut DGE sollten unter anderem auch folgende Fische wegen der hohen Quecksilberbelastung tabu sein: Rotbarsch, Stör, Hecht, Steinbeißer, Barsch, Heilbutt und Seeteufel.

Schwangere und stillende Mütter sollten auf diese fettreichen Seefische komplett verzichten. Die Nährstoffe finden sich in unbelasteten Fisch, hochwertigen Pflanzenölen, wie beispielsweise Leinöl oder in Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke.

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