Familien & Umwelt

Sind Sie auch geschockt über Dioxin in Eiern, Geflügel und Schweinefleisch? Viele Eltern möchten etwas für die Umwelt tun und ihre Lieben gesund ernähren – doch wie kann man klimabewusst leben ohne Krampf? Wir verraten die 15 besten Tipps, die nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel entlasten…

Das Umweltbewusstsein der Deutschen ist auf einem hohen Niveau: Denn für 91 Prozent der Bevölkerung ist Umweltschutz wichtig, so das Ergebnis einer Studie des Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamtes. Das merkt man auch durchaus im Alltag, denn mittlerweile haben sogar  alle Discounter „Bio“-Produkte im Angebot. Wir alle machen uns Gedanken über den Klimawandel und über Nachhaltigkeit.
Umwelt und Natur

Familien und Umweltbewußtsein (Panthermedia Bild von Pavel Losevsky)

Der Indianer Sitting Bull soll gesagt haben: „Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen“. Diese Worte beschreiben das Gefühl vieler Eltern. Wer ein kleines Kind an der Hand oder im Bauch hat, beginnt sich mehr Gedanken darüber zu machen, wie die Umwelt besser geschützt werden kann.
Doch was können Einzelne tatsächlich tun? Und wie können gerade Familien Klimabewusst leben? Gar nicht einfach. Doch tatsächlich möglich. Denn wenn jeder mithilft, die Umweltbelastung zu verringern, bewirkt dies schon eine ganze Menge.
Zunächst ist es wichtig, das eigene Verhalten zu beobachten. Testen Sie doch einmal den Greenpeace Kohlendioxid-Rechner: Hier können Sie Ihren persönlichen Verbrauch ausrechnen. Der nächste Schritt ist, sich zu informieren, wo Sie Ihr Verhalten ändern können. Welche Umstellungen sind einfach, was ist machbar? Selbstverständlich kann nicht jeder eine eigene Windanlage installieren.
Aber es ist auch ein Vorurteil, dass es sich nur Besserverdiener leisten können, klimagerecht zu leben. Wir alle können ein bisschen darauf aufpassen, dass uns und unseren Kindern dieser Planet noch ein wenig erhalten bleibt.
Darum haben wir für Sie umgeschaut und die besten Tipps, unter anderem vom BUND für Umwelt und Klimaschutz, für Sie gesammelt. Denn auch Familien können Ihren Alltag umweltgerecht gestalten.
Verkehrsverhalten:
Nutzung des Autos:  An die eigene Gesundheit denken, das Konto schonen und die Umwelt schützen? Dass ist möglich, wenn man das Auto öfter stehen lässt und mehr Fahrrad fährt oder zu Fuß geht. Vor allem kurze Strecken sollten unbedingt vermieden werden, denn laut BUND verbraucht ein kaltes Auto doppelt so viel – und warm wird das Fahrzeug erst nach etwa 8 Kilometern. Überlegen Sie vorher, ob Sie verschiedene Erledigungen nicht kombinieren können, um Kilometer zu sparen.
Das Gute liegt nah: Bevorzugen Sie beim Urlaubsreisen nahe liegende Ziele, denn Fliegen belastet die Umwelt besonders. Auch Zugfahren ist klimatechnisch günstiger als Autofahren und erst Recht als Fliegen. Für die Familie ist es auch viel erholsamer als langes Staustehen.
Einkaufen:
Windeln:
Ja, Windeln belasten die Umwelt. In Großstädten machen sie sogar fast zehn Prozent des gesamten Müllaufkommens aus. Zudem wird für die Produktion Holz, Wasser, Energie und Chemikalien benötigt. Der BUND empfiehlt daher die Nutzung von Stoffwindeln wenn es möglich ist. In vielen Städten gibt es mittlerweile auch Windelservices, die die gebrauchten Windeln abholen und waschen – und frische mitbringen. Öko-Wegewerfwindeln sind für Reisen und wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt, die beste Alternative.
Feuchttücher: Die meisten Feuchttücher sind aus schwerauflösbarem Zellstoff. Wahrscheinlich wird es hunderte von Jahre dauern, bis sie sich wirklich zersetzt haben. Versuchen Sie daher den Gebrauch zu reduzieren. Ein befeuchteter Waschlappen im Plastikbeutel ist unterwegs genauso praktisch. Und für das Waschen zu Hause auf jeden Fall ein sinnvolle Alternative.
Achten Sie auf Kunststoffe: Viele Produkte für Kleinkinder und Babys, etwa Spielzeug und Schnuller enthalten Bisphanol A. Über den Kontakt mit Lebensmitteln kann Bisphenol A in den Körper gelangen und dort dauerhafte Veränderungen des Nerven- und Hormonsystems bewirken, warnt der BUND. Relativ sichere Kunststoffe sind Polyethylen (an der Gravur PE und dem Recyclingcode 2 oder 4 erkennbar) sowie Polypropylen (mit der Gravur PP und dem Code 5). Vor allem  Babyfläschchen sollten nur aus Glas, PE oder PP sein.

Kaufen Sie saisonal: Jedes Obst und jedes Gemüse können wir jederzeit frisch kaufen. Doch Erdbeeren im Januar haben einen weiten Weg rund um die Welt hinter sich, denn die Früchte werden importiert. Besser ist es, Frisches möglichst direkt vom Erzeuger oder auf dem Markt zu kaufen. Das schützt das Klima und fördert die heimische Wirtschaft.

Muttermilch bevorzugen: Das Stillen viele Vorteile hat, ist unstrittig. Tatsächlich schon es auch die Umwelt. Denn Pulvermilch belastet die Umwelt – für die Produktion werden enorme Weideflächen benötigt, hinzukommen Verpackungsmaterialen und teure Transportwege. Das Aktivieren des Wasserkochers und die gründliche Reinigung sind auch nicht gut für die Umweltbilanz. Die frische Muttermilch hingegen ist eine Ressource, die günstig und das Beste für das Baby ist.
Bio-Produkte: Vor allem wenn das Baby anfängt mitzuessen, überlegen viele Eltern, dass die Kost möglichst gesund und möglichst frei von Schadstoffen sein sollte. Fast alle Babys werden daher mit Bioware gefüttert. Mittlerweile gibt Produkte aus ökologischem Anbau im Sortiment der großen Discounter und Handelsketten. Die Hersteller der dort unter dem Bio-Siegel angebotenen Produkte halten die europäischen Kriterien für ökologische Landwirtschaft ein und unterziehen sich strengen Kontrollen.
Eine interessante Alternative ist übrigens eine so genannte grüne Kiste. Sie bekommen einmal in der Woche frisches Gemüse geliefert und manchmal sogar die passenden Kochrezepte. Adressen von Ökolieferservices finden Sie bei hier bei naturkost.de.
Plastiktüten: Es geht schnell, mal eben an der Kasse eine Plastiktüte mitzunehmen. Aber diese kleine Verlegenheitslösung ist nicht billig, wenn Sie jede Woche vier Tüten packen, so zahlen Sie im Jahr gut 30 Euro dafür. Für die Umwelt sind die Beutel verheerend, denn wenn sie verbrannt werden, setzten sich giftige Stoffe frei. Bis sie sich in der Erde zersetzen wird vermutlich ein halbes Jahrtausend vergehen. Also möglichst Stofftaschen verwenden. Und Plastiktüten auf jeden Fall sammeln und mehrfach verwenden (beispielsweise für Müll etc.)
Lieber gebraucht: Auch das Kaufen von gebrauchter Kleidung und Spielzeug schont Umwelt und Geldbeutel. Der Vorteil von Flohmarktsklamotten ist auch, dass durch das mehrfaches Waschen alle Schadstoffe restlos herausgewaschen wurden.
Energie:
Stromverbrauch reduzieren: Achten Sie darauf, die heimlichen Stromfresser zu vermeiden. Also kein Stand-by-Betrieb von Fernseher und anderen Geräten. Handy und Laptop nicht unnötig lange an den Strom anschliessen (dabei kann auch der Akku schnell kaputt gehen). Auch Energiesparlampen sollten Sie bevorzugen, sie verbrauchen nur ein Viertel des Stromes von Glühbirnen und halten zwölfmal länger.
Wäsche waschen: Auf Weichspüler sollte verzichtet werden. Mit einem guten Waschmittel müssen die wenigsten Kleidungsstücke tatsächlich noch gekocht werden. Das Waschen bei 30° spart Energie als Waschen bei 60°, weil fast 40 Prozent weniger Strom verbraucht werden. Die Maschine sollt möglicht immer voll beladen laufen oder ein entsprechendes Programm gewählt werden.
Heizen: Wie warm ist es in Ihrer Wohnung? Muss wirklich jedes Zimmer voll geheizt werden?  Wer den Thermostat um nur 1° herunterdreht, kann die CO2-Emmission um 5 Prozent reduzieren. Wenn das Baby tatsächlich im Schlafzimmer schläft und tagsüber mit im Wohnzimmer ist, kann das Kinderzimmer eher kühl bleiben. Auch Heizstrahler über dem Wickeltisch müssen nicht unbedingt sein. Wird das Baby etwa im beheizten Bad gewickelt, dann friert es auch nicht.
Was Sie sonst noch tun können?
Müll sortieren, Altpapier, Glas und Korken sammeln. Ein Aufkleber „Werbung untersagt“ verhindert eine Broschüren-Flut im Briefkasten. Lieber Online-Newsletter als gedruckte Kataloge bestellen und auch bei Emails überlegen, ob jeder Ausdruck wirklich sein muss.
Es sind so viele Kleinigkeiten, die das Ganze beeinflussen. Energie und Geldsparen erleichtert das Gewissen – und es kann auch Spaß machen. Ein Flohmarktsbummel etwa oder der Einkauf auf dem Grünmarkt mit kleinen Kindern. Gemeinsam kann man auch entdecken, was hier so alles wächst. Frische selbstgepflückte Erdbeeren beispielsweise. Einfach lecker. Aber leider erst wieder im nächsten Jahr erhältlich. Aber Vorfreude ist ja die schönste Freude.
Mehr Ökotipps finden Sie auf der Seite des BUND

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