Eltern hören Babylärm unterschiedlich

Bis zu 120 Dezibel laut können Babys schreien – lauter als ein Pressluft- hammer. Forscher haben nun bewiesen: Männer hören anders – das ist keine Ausrede!

Geben wir es doch ehrlich zu, es ist eines der klassischen Streitthemen unter Eltern: Wer steht nachts auf? Baby brüllt und Mama und Papa spielen Mikado: Wer sich zu erst bewegt, hat verloren. Sicher, in den ersten Monaten ist die Rollenverteilung naturbedingt meist klar: Wer stillt, muss auch aufstehen.
Aber danach? Eine völlig unrepresentative Umfrage im Bekanntenkreis ergab: Fast immer sind es die Mütter, die Nachts schlaftrunken in das Kinderzimmer wanken. Warum? Schlichtweg, weil sie diejenigen sind, die den lieben Nachwuchs im Bettchen weinen hören. Wer aufwacht, steht auch auf. Deckt zu und tröstet. Und geht danach grummelnd ins Bett. Kann der Kerl nicht auch mal…? Der Streit ist vorprogrammiert.
Babygeschrei

Studie beweist: Männer hören Babys nachts nicht (© panthermedia.net Ingrid Balabanova)

Doch dabei können Männer gar nichts dafür, dass das Babygeschrei sie in ihrer Nachtruhe nicht so stört. Auch wenn meine Freundin überzeugt ist, dass ihr Liebster sich einfach aus Faulheit taub stellt. Nein, nein, die Männer können gar nichts dafür. Das ist jetzt wissenschaftlich bewiesen.
Kein anderer Laut lässt Frauen – auch kinderlose – so schnell aus dem Schlummer hochschrecken wie Babyweinen. Bei Männern dagegen kommen Kindergeräusche nicht einmal unter die Top Ten der nervigen Lärmquellen. Das jedenfalls erklären britische Wissenschafter. In einem Schlaflabor wurden Männer und Frauen verschiedene Geräusche vorgespielt und die Veränderungen der Gehirnaktivität der Schlafenden untersucht.
Und warum können schlafende Männer schluchzende Babys so wunderbar ignorieren? Der Psychologe David Lewis gibt der Evolution die Schuld. Die steinzeitliche Rollenteilung, meint der Leiter der Studie, habe dazu geführt, dass Frauen empfindlich auf Geräusche reagieren, die mit einer möglichen Gefahr für ihr Kind verbunden sind, während Männer sensibel auf Krach reagieren, der die gesamte Familie bedrohen könnte.
Top-Ten der Lärmquellen, die Männer und Frauen um den Schlaf bringen (aus der Studie)
Frauen wachen auf, wenn…
1. …das Baby weint
2. …der Wasserhahn tropft
3. …Lärm in der Nachbarschaft/auf der Strasse ist
4. …der Mann zu sehr schnarcht
5. …eine Fliege summt
6. .. Baulärm gemacht wird
7. …Sirenen lärmen
8. …ein Autoalarm losgeht
9. …der Wind pfeift
10….ein WC gespült wird
Männer weckt…
1. … das Geräusch der Autoalarmanlage
2. … pfeifender Wind
3. … eine summende Fliege
4. … lautes Schnarchen
5. … die Betätigung der WC-Spülung
6. … das Zirpen von Grillen
7. … Sirenenalarm
8. … das Ticken einer Uhr
9. … Baulärm
10…. ein tropfender Wasserhahn.
Mit dieser Liste ist somit das Verhalten aus der Steinzeit bewiesen. Männer kümmern sich instinktiv um die Sicherheit der Familie  – indem sie vor allem auf die Alarmanlage des Familienwagens reagieren. Wahre Beschützer kümmern sich eben um das wirklich Wichtige.
Und somit seien allen Eltern von Babys und Kleinkindern friedliche Nächte beschert. Streit muss gar nicht sein. Wer das Baby nun einmal evolutionsbedingt nicht hören kann, auf den darf man gar nicht böse sein. Wenn alles nicht hilft: Absprachen treffen. Wer nachts aufsteht, hat dafür keine Morgenschicht und darf dafür ganz lange schlafen. Jedenfalls, wenn dann keine Geräusche stören…

, , , ,