Großes Malheur: Einkoten

Gerade Eltern, die ihren Nachwuchs übereifrig auf Windelfreiheit trimmen wollen, haben nachher Riesenprobleme: die Kinder werden mit dem Druck nicht fertig und machen nun erst Recht die Hosen voll.

Unter Enkopresis wird ein unwillkürliches oder willkürliches Einkoten ab einem Alter von etwa vier Jahren verstanden. Einkoten ist relativ häufig, etwa zwei Prozent aller 6-jährigen Kinder sind betroffen, vor allem Buben. Oft tritt es gemeinsam mit Einnässen auf.
 
Ursachen

Die Mehrzahl der Kinder beherrscht zuerst die Kontrolle des Stuhlgangs und erst später die Blasenkontrolle; für einige Kinder jedoch wird die Sauberkeitserziehung zu einem Entwicklungsschritt, der jahrelang dauern kann. 
Einkoten bei Kindern

viele Kinder schämen sich fürs Einkoten (© panthermedia.net, JCB Prod)


Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt, einerseits spielen körperliche Besonderheiten wie eine Koordinationsstörung des Schließmuskels eine Rolle; andererseits überwiegen natürlich psychische Ursachen und Entwicklungsverzögerungen. Veränderungen beispielsweise der familiären Situation wie Trennung der Eltern kann eine Ursache sein.
Häufig entsteht das Einkoten als Störung dadurch, dass die Kinder den Stuhl zurückhalten und damit eine Verstopfung mit hartem Stuhl auslösen. Da der Stuhlgang in der Folge schmerzt, wird weiter zurückgehalten und nur in kleinen Mengen Stuhl abgesetzt.
Manche der Kinder entleeren sich absichtlich an ungeeigneten Stellen; die meisten jedoch unabsichtlich. Auch bei Kindern, die bereits die Kontrolle erlernt haben, können nach  Belastungssituationen neuerlich einkoten.
 
Therapie
Eine psychologische Abklärung ist unerlässlich; ebenso müssen organische Ursachen ausgeschlossen werden. Die Therapie besteht üblicherweise aus Trainingsprogrammen; Bestrafungen sollen jedenfalls vermieden werden. Bei hartem Stuhl ist zusätzlich eine medikamentöse Stuhlregulation empfehlenswert.
Alle zusätzlich vorhandenen Erkrankungen wie etwa Darmerkrankungen oder andere Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Hyperaktivität) müssen natürlich auch behandelt werden. Die Therapie wird in der Regel ambulant von Psychotherapeuten für Kinder durchgeführt.
 

© www.kinderarzt.at by Dr. Peter VoitlDr. Peter Voitl

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