Das Wichtigste über das Wickeln: 7 Tipps

Schon vor der Geburt machen sich werdende Eltern Gedanken. Welche Windel ist die Beste? Was brauchen wir eigentlich für das Wickeln? Ist das Baby dann da, bleibt manchmal Unsicherheit. Was ist die beste Reinigung? Wie oft muss die Windel gewechselt werden und was tun bei Hautreizungen? Hier die besten Tipps.

Schon vor der Geburt beschäftigen sich Eltern mit Windeln. Sie richten einen Wickeltisch ein und machen sich Gedanken darüber, welche Windel wohl die beste für ihr Kind ist. Ein bisschen Planung tut auch gut – immerhin verbraucht ein Baby im Schnitt etwa 6000 Windeln bis zu seinem dritten Lebensjahr. Darum ist ein rückenfreundlicher Wickeltisch auch wirklich wichtig.

1) Wie sollte der Wickeltisch sein?

Es gibt verschiedene Variationen. Spezielle Wickelkommoden, selbstgebaute Aufsätze für ein normales Regal oder aber gepolsterte Wickelunterlagen für die Waschmaschine. Alles ist möglich. Wichtig ist die Höhe: Sie sollte so sein, dass Eltern entspannt das Kind wickeln können und sich nicht dabei ständig bücken müssen. Vorsichtig sollte man mit Regalen über dem Wickeltisch sein – die dort stehenden Dinge können auf das Kind fallen!

Auf den Tisch gehört eine abwaschbare Wickelunterlage. Praktisch ist es, darüber ein Handtuch zu legen – so ist es für das Baby kuscheliger und das Handtuch wandert im Falle eines Missgeschicks schnell in die Wäsche.

Eine Wärmelampe ist nicht unbedingt nötig – aber die Raumtemperatur sollte beim Wickeln ca. 21° Grad betragen, denn das Baby muss sich auch nackt wohl fühlen können. Wird in einem selten genutzten Raum (etwa im Kinderzimmer) im Winter gewickelt, sind Rotlichtlampen etc. doch sinnvoll. So muss nicht das ganze Zimmer aufgeheizt werden.

Angenehm für die Eltern ist eine gute Ausleuchtung. Es sollte nicht zu hell und nicht zu dunkel am Wickelplatz sein – denn Babys mögen nicht gern geblendet werden und Eltern möchten natürlich Babys Popo gut sehen können.

Direkt am Wickeltisch solle das Nötigste aufbewahrt werden, frische Windeln und Kleidung, die benötigten Reinigungsmittel. Wichtig: Das Kind nie alleine auf dem Tisch liegen lassen! Am besten legt man sich vor dem Wickeln alles Benötigte bereit, notfalls das Baby auf den Boden legen oder in den Arm nehmen, aber nie unbeaufsichtigt liegen lassen. Selbst Neugebore können unerwartete Bewegungen machen und vom Wickeltisch fallen!

2) Wann muss gewickelt werden?

Als Eltern lernen Sie schnell, wann Sie am besten die Windel wechseln sollten. Eine sehr nasse Windel sorgt dafür, dass sich das Baby unwohl fühlt – und das tut es meist auch laut kund. Ein trockner Po und häufige Windelwechsel sorgen dafür, dass Entzündungen im Windelbereich vermieden werden. Bei einem Neugeborenen werden die Windeln sechs- bis zehnmal innerhalb von 24 Stunden nass – und das ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass das Baby die Nahrung gut annimmt. Da Neugeborene noch unausgereifte Blasenmuskeln haben, können sie ihren Urin nicht lange halten. Bei einem Säugling kann man mit einem Verbrauch von vier bis sechs Höschenwindeln oder sechs bis acht Stoffwindeln pro Tag rechen.

Neugeborene haben unausgereifte Blasenmuskeln und können daher den Urin nicht längere Zeit in der Blase halten, sie brauchen oft bis zu zehn frische Windeln am Tag. Später benötigen Babys etwa fünf- bis sechsmal am Tag eine frische Windel. Stoffwindeln müssen etwas häufiger gewechselt werden.

Nachts sollten Babys nur dann frisch gewickelt werden, wenn sie bereits wach sind, wunde Haut haben oder eine sehr volle Windel haben, damit ihr Schlaf nicht unterbrochen wird.

Generell ist es meist praktisch, das Baby während der Mahlzeit (zwischen dem Wechsel der Brust etwa) oder kurz nach einer Mahlzeit zu wickeln. Ist die Windel voll und unbequem, trinken nämlich viele Kinder schlecht.

Je älter das Baby ist, desto seltener muss die Windel gewechselt werden. Meist nach dem Aufwachen oder nach den Mahlzeiten und zur Nacht. Einige Kleinkinder ab einem Jahr signalisieren auch schon deutlich, wenn sie eine frische Windel haben möchten.

3) Was ist drin in der Windel?

Babywindeln sind voller Urin und Stuhl. Und sehr verschieden. Gestillte Babys können mehrmals täglich bis einmal wöchentlich Stuhlgang haben. Manche verwerten die Milch so gut, dass sie nur selten Ausscheidungen haben.

Der Stuhl von Brustkindern ist weich bis dünnflüssig und hellgelb. Manchmal verfärbt er sich auch grünlich, das ist aber harmlos und kein Zeichen für eine Krankheit. Säuglinge, die Pre-Nahrung erhalten, haben einen ähnlichen Stuhl. Der Stuhl von Säuglingen riecht sehr intensiv, aber meist nicht unangenehm.

Da der Stuhl von Neugeborenen schon normalerweise ziemlich flüssig ist, ist Durchfall schwer zu diagnostizieren. Ist der Stuhl allerdings ungewöhnlich häufig oder außergewöhnlich flüssig, sollte der Kinderarzt oder die Hebamme um Rat gefragt werden. Auch wenn der Stuhl plötzlich sehr stinkt, sollte nachgefragt werden.

4) Und wie wird gewickelt? Eine Anleitung

Schon im Geburtsvorbereitungskurs erklärt die Hebamme die wichtigsten Handgriffe. Aber an einer Puppe zu üben ist doch etwas anderes als bei einem zappeligen winzigen Neugeborenem. In der Geburtsklinik zeigen die Säuglingsschwestern den frischgebackenen Eltern gern, man die Kinder vorsichtig festhält. Die wenigsten Babys mögen es, ausgezogen zu werden. Daher am besten möglichst leicht zu öffnende, praktische Kleidung wählen. Je nachdem, ob die Kleidung des Babys auch durchnässt ist oder nicht, muss es beim Wickeln ausgezogen werden.

Das Baby beim Wickeln auf den Rücken legen und die alte Windel vorsichtig öffnen. Ist Stuhl am Po, kann man ihn mit dem trockenen Teil der Windel abwischen. Auch weiches Klopapier ist dazu geeignet, oder einfach weiche Moltonlappen (dazu einfach eine Moltonwindel zerschneiden).

Wenn es nur eine „Pipiwindel“ ist, diese einfach abmachen. Vor der frischen Windel ist es nun wichtig, den Genital- und Analbereich zu säubern. Gut ist dabei eine hüftschonende Grifftechnik: Ein Bein im Oberschenkelbereich anfassen und hochheben. Das zweite Bein liegt auf dem mütterlichen Arm.

Für die Reinigung der zarten Babyhaut reicht lauwarmes Wasser, Seife greift den natürlichen Säuregehalt der Haut an. Feuchttücher sind für unterwegs praktisch, sollten aber zu Hause nicht benutzt werden, damit die Kinderhaut nicht unnötig viel Chemie abbekommt. Günstiger ist die Wasservariante auch. Ist der Po besonders verschmutzt, reichen ein paar Tropfen Öl im Wasser. Auch Molke oder Weizenkleie sind zur Reinigung geeignet.

Bei Mädchen sollte der Windelbereich immer von vorne nach hinten gereinigt werden, damit keine Darmbakterien an die Scheide kommen. Auch kleine Jungen sollten von vorne nach hinten gereinigt werden. Auf keinen Fall sollte die Vorhaut zur Reinigung herunter gezogen werden. Sie löst sich nach und nach. Wenn der kleine Junge etwa drei Jahre alt ist, kann die Vorhaut normalerweise vollständig zurück gezogen werden.

Vor allem kleine Jungen, aber auch einige kleine Mädchen, können im hohen Bogen pinkeln. Nicht sehr schön für das wickelnde Elternteil! Daher gut aufpassen. Oft liest man auch den Rat, das frischgewaschene Baby trocken zu föhnen. Auch wenn es der Haut gut tun kann, besteht hier eine Gefahr – wenn der Urinstrahl den Fön trifft. Beim Föhnen also unbedingt den Penis etwas bedecken.

Ist das Baby sauber und abgetrocknet, kann es die trockene Windel bekommen. Nur wenn das Kind einen wunden Popo hat, sind leichte Wundheilcremes (etwa von Weleda) zu empfehlen. Dicke Fettcremes sind unnötig. Puder ist sogar gefährlich, denn es können sich dicke Klumpen bilden und Teilchen eingeatmet werden. Eine offene Puderdose kann eine Gefahr für das Baby sein! Dem Po tut Luftzufuhr gut. Babys sollten öfter „unten ohne“ strampeln dürfen. Die Windel sollte nicht zu locker oder zu fest sitzen, ein Finger sollte immer zwischen Windelabschluss und Beinchen passen.

5) Hautreizungen vermeiden

Das Tragen einer Windel reizt die Haut, da sie wenig Luft bekommt und durch Urin und Stuhl gereizt wird. Wenn Babys Popo sehr rot sein sollte, hat es eine Hautreizung. Es kann sich um eine Windeldermatitis oder um einen Pilz handeln. Auch einige Nahrungsmittel und unelastische Windeln können die Haut angreifen.

Erste Hilfe können spezielle Cremes, etwa Zinkcreme leisten. Ansonsten sollten Hebamme oder Kinderarzt die Haut angucken, damit das Baby richtig behandelt werden kann. Bei einem wunden Po ist besonders häufiger Windelwechsel sehr wichtig, da jede feuchte Windel die Reizung noch mehr fördert.

6) Womit sollte gewickelt werden?

Sowohl Stoffwindeln als auch Wegwerfwindeln haben Vor- und Nachteile. Einmalwindeln sind teurer als Stoffwindeln und ökologisch gesehen im Nachteil. Stoffwindeln müssen häufiger gewechselt werden und sind arbeitsaufwendiger.

Die meisten Eltern entscheiden sich für Wegwerfwindeln. Hier ist es allerdings wichtig, die richtige Größe für das Gewicht des Kindes zu wählen. Nicht jedes Kind verträgt jede Windelsorte. Bei roten Pusteln oder Hautreizungen sollte die Marke gewechselt werden. Einige Windeln sind mit Lotionen getränkt, auf die bestimmte Kinder allergisch reagieren. Hier hilft nur austesten oder erfahrene Eltern oder die Hebamme um Rat bitte. In den deutschen Wegwerfwindeln sind derzeit weder Duftstoffe noch optische Aufheller oder chlorgebleichter Zellstoff vorhanden, die Kontrollen und die Auflagen sind hoch.

Mit Stoffwindeln zu wickeln ist nach derzeit verfügbarer Information wahrscheinlich billiger. Allerdings scheuen viele Eltern die viele Arbeit – ob der Tragekomfort für die Kinder geringer ist, ist umstritten. Praktisch sind sicher Windellieferdienste, die in einigen Städten Eltern das Waschen der Stoffwindeln abnehmen.

7) Was tun, wenn das Baby unruhig ist und auf dem Wickeltisch zappelt?

Hier helfen ein paar Ablenkungsmanöver. Etwa ein schönes buntes Mobile über dem Wickeltisch. Auch ein Lieblingsspielzeug kann unruhige Kleine gut ablenken. Babys mögen es, beim Wickeln eine leichte Massage zu bekommen, gestreichelt zu werden und die Stimme der Eltern zu hören. Das Wickeln kann so auch ein inniges Ritual voller Nähe für Eltern und Kinder werden.

Bild: © Tom De Bruyne für istockphoto.com

 

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