Diabetes bei Kindern

Nicht nur ältere Damen bekommen Diabetes – auch Kinder können von der Zuckerkrankheit betroffen sein. Starker Harndrang ist eines der Zeichen, auf die Sie achten können. Schwächegefühl und Gewichtsverlust sind Alarmsignale.

Zuckerkrankheit (Diabetes) ist eine Stoffwechselerkrankung, die allen Altersstufen vorkommen kann und lebenslang bestehen bleibt. Bei Kindern handelt es sich in der Regel um einen Diabetes Typ I, der durch einen Mangel des Hormons Insulin verursacht wird.
Im Gegensatz dazu bildet der Körper bei Diabetes Typ-2, der eher ältere Menschen betrifft, das Hormon Insulin, aber der Körper reagiert nicht angemessen darauf. Allerdings können auch  übergewichtige Kinder und Jugendliche an Typ-2 Diabetes erkranken.
 
Diabetes Typ 1 und 2 bei Kindern

Zuckerkrankheit bei Kindern (© panthermedia.net, Monkeybusiness Images)

Die Krankheit
Alle Körperzellen benötigen das Hormon Insulin, um Zucker aus der Blutbahn aufnehmen zu können. Typ-I-Diabetiker produzieren zunehmend weniger und schließlich gar kein körpereigenes Insulin mehr. Typ-1-Diabetes gehört zu den sogenannten Autoimmun-
erkrankungen: Körpereigene Antikörper zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Stillen scheint das Risiko, an Diabetes zu erkranken, zu senken. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle; wenn beide Eltern Typ-1-Diabetes haben, liegt das Erkrankungsrisiko des Kindes etwa bei 20 Prozent.
Die Entzündung und Zerstörung der Zellen schreitet über viele Jahre voran. Die Krankheit ist derzeit nicht heilbar, ist aber mit Insulin gut behandelbar. Für jeden Diabetiker ist es wichtig, den Blutzucker optimal einzustellen. 
 
Symptome
 
Die Symptome sind bei Kindern viel stärker ausgeprägt als bei erwachsenen Typ-2-Diabetikern. Typisch ist häufiger Harndrang mit reichlicher Harnproduktion; starker Durst durch den Wasserverlust; Schwächegefühl und Gewichtsverlust.
 
Oft führt erst eine bedrohliche Komplikation – eine Über- oder Unterzuckerung – zur Diagnose Diabetes.Ein optimal eingestellter Blutzucker kann das Auftreten bzw. Fortschreiten von diabetischen Folgeerkrankungen deutlich vermindern.
 
Untersuchungen
 
Die Diagnose wird durch die Bestimmung des Blutzuckers und Harnzuckers gestellt. In der Folge werden weiterführende Untersuchungen wie z.B. die Bestimmung von Antikörpern gegen insulinproduzierende Zellen empfohlen. Auch der Augenhintergrund, die Nieren und der Blutdruck werden kontrolliert.
Therapie
 
Die Zufuhr von pharmakologisch hergestelltem Insulin ist notwendig. Dieses Insulin wird je nach Blutzuckerspiegel verabreicht, daher ist das regelmäßige und genaue Messen entscheidend. Insulin kann man auf zwei Arten geben: Entweder mit einer Insulinpumpe oder durch Injektionen nach dem Basis-Bolus-Konzept. Man teilt die Insulingaben in den Grundbedarf und Mahlzeitenbedarf (Bolus) ein. Insulin muss unter die Haut gespritzt werden. Voraussetzung für diese Therapie ist eine gute Schulung.
Mit der Insulinpumpe wird kurz wirksames Insulin kontinuierlich über einen dünnen Kunststoffschlauch in das Fettgewebe unter die Haut verabreicht. Die benötigte Menge an Insulin kann eingegeben werden.
 
Andere Therapien versuchen, die körpereigene Insulinproduktion so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. In Deutschland versucht man eine Behandlung mit den Wirkstoffen Mycophenolat-Mofetil (MMF) und Daclizumab (DZB); bei frisch diagnostiziertem Typ-1-Diabetes soll so der Erhalt der körpereigenen Insulinproduktion gefördert werden.
 
Grundsätzlich ist auch eine Transplantation der insulinproduzierende Zellen möglich, allerdings sind hier weitere Medikamente notwendig, um diesen Eingriff zu ermöglichen; dieser Eingriff wird nur bei wenigen Patienten durchgeführt.
 
 
 

© www.kinderarzt.at by Dr. Peter VoitlDr. Peter Voitl

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