Das kann ein Neugeborenes

Zuerst erkennt das Neugeborene die Mutter am Geruch, dann an ihrer Stimme, und nach ein paar Tagen kann es auch das Gesicht der Bezugsperson erkennen. Und es kann noch mehr…

Bald nach der Geburt fängt das Baby an, Eindrücke aus der Umgebung aufzusaugen. Es kann sehen und hören, seinen Blick fixieren und ein Gesicht betrachten, wenn das Gesicht höchstens 25 cm entfernt ist. Die Natur hat das sehr praktisch eingerichtet, denn weiter als bis zum Gesicht der stillenden Mutter (und des Fläschchen gebenden Vaters) muss ein Neugeborenes wirklich nicht gucken können.
Neugeborenes und Mutter gegenüber

Schau mir in die Augen, Kleiner (© panthermedia.net Zdenek Fiamoli)

Wenn das neugeborene Baby Geräusche hört, kann es seinen Kopf zur Geräuschquelle drehen oder einfach dorthin gucken, wo das Geräusch herkommt. Schon direkt nach der Geburt hat das Baby eindeutige Vorlieben für bestimmte „Aussichten“: es betrachtet zum Beispiel lieber eine Abbildung, die einem Gesicht ähnelt als etwas anderes. Lieber als alle anderen Geräusche hört es eine menschliche Stimme, insbesondere eine hoch, freundlich und fröhlich klingende.
Ein ganz erstaunliches Experiment zeigt, dass neugeborene Babys ihre Sinneseindrücke sinnvoll miteinander verknüpfen können: Sie sind in der Lage, einen Schnuller mit den Augen zu identifizieren, den sie vorher nur im Mund hatten und ansonsten noch nicht gesehen haben.
Und auch ihre Mutter können sie “erschnuppern”: Legt man neben die Kinder eine Stilleinlage mit Milch der eigenen Mutter und eine Stilleinlage mit fremder Muttermilch, so drehen sich alle Kinder zu der Stilleinlage der leiblichen Mutter hin. Das funktioniert auch dann einwandfrei, wenn die Stilleinlagen vertauscht werden. Das Baby dreht sich immer zu der Seite, auf der die Stilleinlage mit der eigenen Muttermilch liegt.

Genauso kann man beweisen, dass Neugeborene den Geruch der eigenen Mutter gegenüber fremden Körpergerüchen bevorzugen.

Nur drei Tage nach der Geburt ahmt der Säugling schon Gesichtsausdrücke nach – es „spiegelt“ einen geöffneten Mund, streckt die Zunge heraus und bewegt die Finger. Auch Emotionen wie Glück, Überraschung und Furcht finden sich im Gesicht des Kindes wieder, wenn sein Gegenüber diese Gefühle mit Mimik ausdrückt.
Es scheint, dass die Allerkleinsten am besten auf die emotionale Ebene der Sprache reagieren, wobei ihnen Rhythmus und Bewegung helfen, die Umgebung zu verstehen. Säuglinge bewegen sich rhythmisch zu menschlichen Stimmen, nicht aber zu klopfenden Geräuschen. Deswegen lieben Neugeborene und kleine Babys kurze Lieder, rhythmisches Schaukeln und Bewegung.
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