Asthma & Atemnot

Es ist fürchterlich, wenn das eigene Kind nach Luft ringt und zu ersticken droht – Eltern, deren Kinder Asthma-Anfälle haben, kennen das leider gut. Was kann man tun?

Asthma ist die häufigste chronische Krankheit bei Kindern. Asthma im Kindesalter ist durch Atemnot und einen pfeifenden Ton bei der Ausatmung, die auch verlängert sein kann, gekennzeichnet.
 
Asthma kann sich aber auch als lange andauernder Husten äußern, der auf Hustensäfte keine Besserung zeigt und vor allem nachts auftritt. Das kindliche Asthma ist eine Erkrankung der kleinen Atemwege, die sich durch eine entzündliche Reaktion verengen und somit die Atmung behindern.
 
Eine neue Studie hat ergeben, dass Asthma bei Kindern oft zu spät erkannt und behandelt wird. Das kann sowohl Langzeitschäden an der Lunge als auch Störungen in der allgemeinen Entwicklung zur Folge haben.
 
Was ist Asthma?

Asthma ist eine chronische Entzündung der kleinen Bronchien. Dadurch kommt es zu einer  Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, zu einer Schwellung der Schleimhaut und zur Bildung von zähem Schleim. Alle drei Mechanismen bewirken eine Verengung der Atemwege mit Atemnot, Hustenanfällen und einem pfeifenden Geräusch bei der Ausatmung. Meist treten anfallsartige Verschlechterungen auf.
Der häufigste Auslöser für einen Asthma-Anfall ist eine Virusinfektion der Atemwege, darüber hinaus können allergische Reaktionen gegen z.B. Nahrungsmittel, Tierhaare oder Pollen Verschlechterungen bewirken.
 
Asthma bei Kindern

Asthmatherapie bei Kindern (© panthermedia.net Nagy-Bagoly Ilona)

Risikofaktoren

Asthma ist eine komplexe Erkrankung mit vielen verschiedenen Ursachen und Verlaufsformen.  Es ist bekannt, dass allergische Erkrankungen in der Familie einen starken Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beim Kind darstellen. Je mehr Familienmitglieder betroffen sind, desto höher ist das Risiko des Kindes, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu bekommen.
 
Rauchen in der Schwangerschaft und die Pollenbelastung der Mutter im letzten Schwangerschaftsdrittel erhöhen das Asthmarisiko. Der Lebensstil des Kindes nach der Geburt (wenig durchgemachte Infekte, häufiger Gebrauch von Antibiotika, Ernährung, kein Krippenbesuch, niedrige Impfungsrate) spielt ebenfalls eine Rolle.
 
Frühe Hinweise für eine Asthmaerkrankung

Folgende Beschwerden können bei Kindern auf Asthma hindeuten:
 
  • episodisches und anfallsartiges Auftreten von Husten
  • Atemnot oder Pfeifen beim Atmen
  • ein oder zwei Elternteile mit Asthma
  • Hautprobleme wie Neurodermitis im Kleinkindalter
  • das Vorliegen anderer allergischer Erkrankungen wie z.B. Heuschnupfen
  • wenn bei Infekten bereits eine spastische Bronchitis diagnostiziert wurde
  • pfeifende oder ziehende Atmung; wenn bei körperlicher Anstrengung Atemnot besteht
  • wenn die Beschwerden gehäuft in bestimmten Jahreszeiten auftreten.
 
Symptome und Beschwerden
Ungefähr vier bis zehn Prozent aller Kinder entwickeln im Laufe ihrer Kindheit Asthma. Jedes vierte Kind leidet während der Kindheit an asthmaähnlichen Beschwerden.
 
Typische Beschwerden, die auf Asthma hindeuten können, sind: Nicht enden wollendes Hüsteln, besonders nachts; ein pfeifendes Geräusch beim Atmen; herabgesetzte körperliche Belastbarkeit; Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
 
Auslöser einer Verschlechterung

Eine Verschlechterung bis hin zum Asthmaanfall kann in etwa 50 bis 70 Prozent der Fälle durch eine Allergie  ausgelöst werden, die häufigsten Allergene sind: Pollen  (Birke, Gräser); Tierhaare  (Hund oder Katze); Hausstaubmilben und Schimmelpilzsporen; andere Auslöser sind Nahrungsmittel, psychische Auslöser, körperliche Aktivität oder Verkühlung. Auch Tabakrauch in der Umgebung spielt eine wesentliche Rolle.
Das soll die Kinder aber keinesfalls von einer sportlichen Betätigung abhalten; die Beschwerden sind mit entsprechenden  Medikamenten meist sehr gut behandelbar. Wenn ein Kind über Atemnot klagt, muss es dem Kinderarzt mitgeteilt werden!
 
Therapie
Je früher Asthma behandelt wird, desto besser kann das Kind gegen Langzeitschäden geschützt werden. Denn nur in etwa 40 Prozent verschwindet das Asthma beim Heranwachsen von selbst; ein unbehandeltes Asthma verschlechtert sich zunehmend – es handelt sich um eine fortschreitende Entzündung der Atemwege.
Im Mittelpunkt der Asthmabehandlung steht die Beschwerdefreiheit des Kindes. Diese wird – je nach Schweregrad – nur mit bronchialerweiternden Sprays bei Bedarf oder zusätzlich mit einer vorbeugenden Dauermedikation erreicht.
Dabei gilt das Prinzip: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Sowohl Kinder als auch Eltern sollen lernen, den Zustand der Bronchien selbst einzuschätzen und die Therapie entsprechend anzupassen. Es gibt Asthmaschulungen, in denen man die nötigen Kenntnisse erlernen kann.
 
Es werden zahlreiche alternativmedizinische Maßnahmen angeboten, die man ergänzend einsetzen kann. Allerdings sollte man auch der Alternativmedizin genauso kritisch wie der Schulmedizin gegenüberstehen und bei ausbleibendem Erfolg die Behandlung überdenken. Häufig angewandte Therapien sind Akupunktur, Homöopathie, Symbioselenkung und Bioresonanztherapie.
 

© www.kinderarzt.at by Dr. Peter VoitlDr. Peter Voitl

, ,