Anti-Stress Tipps für Mütter

Die perfekte Mutter, Hausfrau, Angestellte, Tochter – viele Frauen haben einen Alltag, der furchtbar viel Nerven kostet. Gegen Stress helfen Energiequellen – wir verraten die besten Tipps!

Der Zweijährige hat einen Wutanfall, die Milch brennt an – und in die Chefin ruft an, weil dringend jemand einspringen muss. Situationen wie diese kennt jede Mutter.
In Zeitschriften und Filmen sind Mütter häufig top gestylt, organisieren Familie und Beruf lässig und sind auch noch wunderbare Geliebte. Ein Idealbild, mit dem keine Frau mithalten kann. Trotzdem möchten die Meisten perfekt sein, und egal ob bei der Krabbelgruppe oder in der Arztpraxis: Sie hören, was angeblich mit ihrem Kind nicht Ordung ist, worauf sie mehr achten sollten und was am Besten ist.
„Dieser Anspruch, alles „richtig“ machen zu wollen und die Erfahrung, dass es einfach nicht geht, ist ein Dauerbelastungsfaktor,“ meint die Familientherapeutin Gisela Preuschoff. “ Er führt zu Verunsicherung und zustätzlichem Stress, denn das Leben mit Kindern ist von Natur aus schon anstrengend genug.“
Wer sich als Mutter gestresst und überanstrengt fühlt, hat irgendwann das Gefühl, dass die Akkus leer sind. Wie kann die Energie wieder geladen werden? Wie finden Mütter am besten aus der Dauerbelastung raus? Darüber hat die vierfache Mutter Gisela Preuschoff sich viele Gedanken gemacht. Ihr Buch: „Kraft tanken. Energiequellen für gestresste Mütter“ ist leider nicht mehr lieferbar – hier sind die besten Tipps zusammengefasst:
Akzeptieren Sie die Situation
Warum schreit ausgerechnet mein Kind im Supermarkt so rum? Wieso hilft mein Mann so wenig im Haushalt? Wenn ich doch nur 200 Euro im Monat mehr zur Verfügung hätte…Auch wenn es schwer ist, zunächst müssen Sie die Situation so wie sie ist akzeptieren – das bedeutet nicht, dass Sie sich mit ihr abfinden müssen. Aber im Moment ist der innerliche Kampf  dagegen ein Energieräuber. Und das hilft nicht weiter. Sagen Sie sich, dass es ist, wie es ist.

Akzeptieren Sie sich selbst
Sie sind ein Mensch. Und Menschen machen Fehler. Auch Mütter. Das ist gar nicht zu vermeiden. Aber wie gehen Sie damit um? Therapeuten unterscheiden zwischen Schuldgefühlen und Schuldbewusstsein. Schuldgefühle zermartern und lassen den Betroffenen sich hilflos und klein fühlen. Ein Schuldbewusstsein, sagt, dass ich etwas falsch gemacht habe. Und dafür kann ich mich entschuldigen. Und aus meinem Fehler lernen.
Wenn Sie ein Verhalten an sich entdecken, dass Sie stört – etwa viel zu lautes Brüllen, wenn Sie sich über Ihren Sohn ärgern – schreiben Sie sich das auf. Und zwar positiv formuliert. Etwa so: “ Ich möchte mit freundlicher Stimme reden.“ Und suchen Sie einen Platz oder ein Symbol für diesen Merksatz, etwa eine Murmel, die Sie in der Tasche spüren können und die Sie in einer Wutsituation an Ihr Vorhaben erinnert.
Akzeptieren Sie Ihr Kînd
Kinder können Erwachsene unendlich wütend machen – das stimmt leider. Sie stellen selbstverständlich ihre eigenen Bedürfnisse über die der Erwachsenen, erwarten Fürsorge, Verständnis und Liebe. Auch wenn sie zornig, unfreundlich oder quengelig sind.
Das Verhalten eines Kindes ist nicht immer zu verstehen. Wenn Sie sich sehr über negative Gefühle sorgen oder Sie das Gefühl haben, Ihr Kind nicht richtig annehmen zu können, sollten Sie sich in einer Beratungsstelle Hilfe holen. Oft ist es auch eine Frage der Perspektive. Ein Kind, das trödelt und lange an einem Kunstwerk bastelt ist vielleicht sehr phantasievoll und gründlich, ein Kind, das alles hinterfragt und wissen will, kann sehr intelligent sein. Ihr Kind ist keine Miniaturausgabe von Ihnen – es hat andere Bedürfnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften. Wenn Sie das akzeptieren, können Sie auch harmonischer zusammenleben.
Gönnen Sie sich eine Auszeit
Auch Mütter brauchen Pausen. Legen Sie sich kurz hin, schreiben oder lesen Sie. Nur nicht den Fernseher einschalten, dass entspannt nicht wirklich.
Baby schlafen noch viel. Später kann man eine „stille Stunde“ einführen – auch wenn diese am Anfang vielleicht nur 15 Minuten dauert. Erklären Sie den Kindern, dass Sie nicht gestört werden möchten. Der Nachwuchs wird das akzeptieren, vor allem dann, wenn Sie danach ein gemeinsames Spiel oder eine schöne Unternehmung anbieten.
Nehmen Sie auch trotz Beruf, Haushalt und Kind einfach mal frei. Eine Stunde Babysitten durch Oma oder Opa und dann einfach in einem Café die Sonne auf der Nase spüren, das hilft schon. Ein Saunaabend mit der besten Freundin oder ein gemeinsames Wochenende ohne Kinder – solche Dinge sind Kraftquellen, die Sie brauchen!
Die private Mama-Zone
Es gibt Krisenzeiten, da brauchen Mütter eine winzige Ruhe-Oase. Wenn die Geschwister sich ständig zoffen, die Vierjährige das Lügen entdeckt oder das Baby zahnt, dann tut ein Ort zum Innehalten und entspannen gut.
Ideal wäre ein Sofa oder ein Sessel mit Blick auf etwas Schönes. Ein Bild, frische Blumen oder der Baum vor dem Fenster. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen und am liebsten schreien möchten (dies aber wegen der Nachbarn nicht geht), dann setzen Sie sich in Ihre Mama-Zone und atmen ganz langsam tief aus. Drei Mal tief Ausatmen. Innehalten und auf das Schöne sehen und langsam zu atmen. Das senkt den Blutdruck und sorgt für Entspannung.
Harmonie durch Sport
Energiegeladene Mütter haben viel Power – können aber auch schnell wütend werden. Hier hilft ein körperlicher Ausgleich, Schwimmen, Garten umgraben, Radfahren.
Ruhigere Frauen bevorzugen Yoga, Thai Chi oder Meditation. Was auch immer Sie mögen – körperliche Harmonisierung hilft Stress abzubauen und fördert die Gesundheit.
Der Witz an der Sache
Humor macht alles leichter. Und der Elternalltag eignet sich hervorragend für komische Betrachtung. Werfen Sie mal einen Blick auf den „Baby Blues„.
Suche Sie sich Bücher und Filme, über die Sie lachen können. Und stellen Sie sich manchmal vor, wie Ihr Lieblingskomiker Ihr Leben verfilmt. Auch im Alltag mit den Kindern ist es einfacher, Dinge von der lustigen Seite aus zu betrachten. Statt über das Zähneputzen zu schimpfen einfach mal  die Bürste lustige Geschichten erzählen lassen – hilft bei Kindergartenkindern fast immer.
Papier ist geduldig
Schreiben Sie sich Ärger, Sorgen und Gefühle von der Seele. Ein schönes Buch mit edlem Papier macht Lust auf Schreiben. Maachen Sie sich keine Gedanken darüber, was Sie genau festhalten, es geht darum, etwas loszuwerden, nicht den Nobel-Preis zu gewinnen. Halten Sie fest, was Sie bewegt. Welche kleinen Momente besonders schön waren. Oder halten Sie einmal genau fest, was Sie wirklich den ganzen Tag gemacht haben – zehnmal den Boden gewischt, Kinder abgeholt, zwölf Mal Bobo vorgelesen.
Für besondere Erinnerungen kann man auch ein besonderes Buch anlegen. Mit den ersten Gedanken nach der Geburt, den schönsten Wortschöpfungen des Kindes und den beeindruckenden Fortschritten.
Lächeln Sie sich selbst zu
Wie ist Ihre Mimik in diesem Augenblick? Konzentriert, weil Sie lesen? Halten mehrmals am Tag einfach mal kurz inne. Wie fühlt sich Ihr Gesicht an. Die Augenbrauen? Der Mund? Verspannt? Atment sie tief aus und denken an etwas Schönes, etwa Ihr schlafenden Kind. Lächeln Sie und schenken Sie dieses Lächeln einem wichtigen Menschen – sich selbst. Sie haben es sich verdient.
Hilfe suchen und annehmen
Sie sind nicht allein. Es gibt immer andere, die Sie unterstützen können. Aber Sie müssen auch signalisieren, dass Sie Hilfe brauchen. Vielleicht kann der Papa die nächste Windel wechseln oder ihre Tochter darf bei der Kindergartenfreundin übernachten, damit Sie endlich den Lohnsteuerjahresausgleich machen können? Auch wenn Sie nicht religiös sind, suchen Sie „Paten“ für Ihr Kind oder eine Ersatzoma, wenn die eigene viele hunderte Kilometer weit weg wohnt. Legen Sie eine Liste an von Menschen, die Sie kennen und schätzen – und scheuen Sie sich nicht anzurufen, wenn Sie Entlastung brauchen. Andere freuen sich, wenn Sie gebraucht werden und Ihnen helfen können. Sie müssen nur Bescheid sagen.
Bildnachweis: © Andrzej Burak für istockphoto.com
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