3-Monats-Koliken

Verzweiflung macht sich bei Eltern breit, deren Kinder stundenlang schreien und durch nichts zu beruhigen sind. Mitleid, Frustration und Ohnmacht wechseln sich ab.

Wann spricht man von einer 3-Monats-Kolik?
 
Ein knallharter, aufgeblähter Bauch und ein schreiendes Kind, das sich nicht beruhigen lässt, eventuell an den Bauch angezogene Beinchen, und Schreien an mindestens 3 Stunden pro Tag an mindestens 3 Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 3 Wochen – so lautet die Kurzformel.
 
Sklavisch genau daran orientieren sollten Eltern sich nicht: einige Babys ziehen die Beine nicht an, sondern biegen den Körper durch, wenn sie Koliken haben. Und natürlich kann ein Säugling auch unter einer Kolik mit hartem Bäuchlein leiden, wenn er weniger als 3 Stunden schreit.
 
Was tun bei 3-Monats-Kolik?

Ursachen und Abhilfe bei 3-Monats-Koliken (© panthermedia.net Mitar gavric)

Was sind die Ursachen für die Kolik?
 
Wenn man das so genau wüsste! Einige Mediziner sagen, das Verdauungssystem der Säuglinge sei unreif. Andere sehen den Grund für das (meist abendliche) Geschrei eher in einer Reizüberflutung des Babys. Allgemein einig ist man sich, dass Allergien des Kindes und Ernährungsgewohnheiten der Mutter die 3-Monatskoliken verschlimmern oder auslösen können. Auch eine rauchende Mutter wird als potentieller Grund für die Bauchschmerzen des Neugeborenen angesehen.
 
Viele Koliken treten auf, weil die Babys beim Trinken Luft schlucken, besonders wenn sie mit der Flasche gestillt werden und das Loch des Saugers zu groß ist. Das heißt aber nicht, dass Stillkinder vor Koliken gefeit sind. Jungs, sagt man, seien häufiger von den quälenden Bauchkrämpfen betroffen als Mädchen.
 
Was kann man tun, um dem Kind zu helfen?
 
Erstens, auch wenn es schwer fällt: die Ruhe bewahren. Regen sich die Eltern über das Geschrei auf (was normal ist, weil es an den Nerven zehrt), werden sie dem Kind gegenüber unwirsch. Das Baby wiederum reagiert darauf, schreit vielleicht noch mehr als nötig, und verschluckt beim Schreiben weitere Luft. Das kann ein Teufelskreis sein.
 
Zweitens: einfache Ursachen für das Schreien ausschließen. Die stillende Mutter kann ihre Ernährung prüfen (Zwiebeln, Kohl und Kohlensäurehaltige Limonade sind Kandidaten für Blähungen beim Kind), die Flaschen fütternde Mutter kann sich vergewissern, dass sie Sauger mit der kleinsten Lochgröße verwendet. Und die Flasche möglichst wenig schütteln, denn das erzeugt Bläschen. Beide können darauf achten, dass ihr Baby nach dem Trinken ein Bäuerchen macht.
 
Drittens: mit sanften Mitteln helfen. Eine vorsichtige Bauchmassage im Uhrzeigersinn kann Linderung für das harte Bäuchlein bringen. Fenchel- oder Kümmeltee wirkt beruhigend auf den Magen-Darmtrakt (einige Babys lehnen den Geschmack allerdings ab). Viele Säuglinge empfinden es als angenehm, im Fliegergriff getragen zu werden, wenn sie Bauchschmerzen haben – also bäuchlings auf dem Unterarm eines Erwachsenen, gestützt vom anderen Unterarm.
 
Viertens: rezeptfreie Spezialtropfen für Säuglinge in der Apotheke kaufen (z.B. Espumisan oder sab simplex), die helfen, die Luftbläschen im Darm aufzulösen. Sie sind unschädlich, schmecken den Kleinen und können sogar gleich mit ins Fläschchen gegeben werden.
 
Und immer richtig: den Kinderarzt konsultieren – es könnte auch eine Kuhmilchallergie der Grund für die Blähungen sein. Oder eine andere ernsthafte Erkrankung wie eine Mittelohrentzündung oder eine Blinddarmentzündung, die auch mit einem harten Bauch einher gehen.
 
Von Redakteurin Christine Finke

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