3. Schwangerschaftswoche (SSW)

Hier klicken, um zu sehen, wie Gewicht, Länge und Alter des Embryos zu berechnet werden.

Das Kind

3. SSW

Jetzt sind zwei Wochen seit der letzten Menstruation vergangen. Am Anfang der 3. SSW findet der Eisprung statt und die Eizelle wird befruchtet. Die Empfängnis dauert insgesamt etwa 24 Stunden. Von den 300 Millionen Spermien, die der zukünftige Vater ejakuliert hat, erreichen nur 250 Stück das Ei. Nur ein einziges Spermium wird die Eizelle befruchten – und das auch erst, nachdem es circa 18 Zentimeter geschwommen ist. Es kann bis zu einer Stunde dauern, bis das Spermium diesen Weg zurückgelegt hat.

Das Ei ist von einer schützenden Hülle umgeben, durch die die Samenfäden einzudringen versuchen. Einen kurzen Moment lang ist die Hülle durchlässig und ein Spermium kann sich in das Ei hineinbohren – danach dauert es noch ungefähr 20 Minuten, bis das Spermium ganz in das Ei eingedrungen ist. Sobald der Samenfaden im Ei ist, verhärtet sich die äußere Schicht, so dass keine weiteren Spermien eindringen können.

Entwicklung des Embryo in der 3. Schwangerschaftswoche (SSW) (© Sandviks)

Entwicklung des Embryo in der 3. Schwangerschaftswoche (SSW) (© Sandviks)

Schon in diesem frühen Stadium steht sehr viel über das Kind fest: so ist jetzt schon entschieden, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Das männliche Sperma trägt diese Information: während nämlich die Eizelle immer ein X-Chromosom enthält, hat ein Sperma entweder ein X- oder ein Y-Chromosom. Befruchtet ein Spermium mit einem Y-Chromosom die Eizelle, lautet die Kombination folglich „XY“. Dann wird’s ein Junge. Und trägt das Spermium ein X-Chromosom, wird es ein Mädchen.

Das Baby wird je nach Entwicklungsstadium unterschiedlich bezeichnet. In der Woche direkt nach der Befruchtung heißt es zuerst Zygote, danach Morula und daraufhin Blastozyste (Keimblase). Die befruchtete Eizelle teilt sich ständig und verdoppelt damit ihre Zellen, während sie insgesamt vier Tage lang durch den Eileiter wandert. Die einzelnen Zellen werden dabei immer kleiner, denn der Umfang des Eies bleibt wegen der festen Hülle gleich groß. Meist wird die befruchtete Eizelle bis zum Ablauf der 10. SSW Embryo genannt, danach spricht man von einem Fötus.

Schließlich nistet sich die befruchtete Eizelle 5-7 Tage nach dem Eisprung in der Gebärmutterschleimhaut ein. Das nennt man Nidation oder Implantation. Dazu formt sich eine Vertiefung in der Mitte und die Zellen verflachen sich. Ab nun wird die Eizelle als Blastozyste bezeichnet. Eine neue Außenschicht, die später einmal der Mutterkuchen (die Plazenta) sein wird, wächst. Jetzt beginnt der Zellhaufen im Ei die Entwicklung  zu einem Kind.

Nach erfolgreicher Einnistung wird aus dem Uterus (der Gebärmutter) ein Signal gesendet, das dem Körper die Schwangerschaft anzeigt. Es ist das Hormon HCG, das auch die Basis für gängige Schwangerschaftstests liefert. Ab jetzt kann der Fötus stetig größer werden.

Ein Kind entsteht. Ein Wunder ist geschehen! Der Körper der Frau hat über viele Jahre lang jeden Monat eine reife Eizelle produziert. Und nun ist neues Leben daraus entstanden. Der weibliche Körper hat dazu beigetragen, indem er zuerst durch einen schützenden Schleim den Gebärmutterhals durchlässig gemacht hat – das war während des Eisprungs. Danach hat der Eileiter kleine wellenartige Bewegungen gemacht und damit den schützenden Schleim in Richtung des Eies befördert. Die Spermien schwimmen in diesen Wellen mit und geraten so auf den richtigen Weg. Schnellstenfalls kann der Samenfaden so in nur 30 Minuten sein Ziel erreichen.

Dann gibt ein Protein in der Eischale dem Spermium das Signal, sich zu entblößen. Die Hülle des Samenfadens löst sich auf und setzt Enzyme frei, die ein winzig kleines Loch in der Eihülle entstehen lassen. Durch diese perfekte Zusammenarbeit erhält das Sperma die Gelegenheit, in die Eizelle zu gelangen.

Von alledem merkt die werdende Mutter sehr wahrscheinlich überhaupt nichts. Es gibt keine Botenstoffe oder andere Möglichkeiten, dieses Ereignis bewusst mitzubekommen.

Körper & Seele der Mutter

In der zweiten Zyklushälfte sollten Frauen, die schwanger werden möchten, ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachten: Röntgenaufnahmen müssen nun nicht unbedingt gemacht werden, es sollten beim Zahnarzt keine Füllungen aus Amalgam gemacht werden (wegen der Gefahr der Absonderung von  Quecksilber); der Genuss von Alkohol und Nikotin sollte auf ein Minimum beschränkt werden. Außerdem empfiehlt sich die Einnahme von Folsäure.