12. Schwangerschaftswoche (SSW)

Hier klicken, um zu sehen, wie Gewicht, Alter und Länge des Fötus berechnet werden.

Das Kind12. SSW

Am Anfang der 12. SSW ist der Fötus neun Wochen alt. Die Augenlider wachsen und die Augen werden sich bald schließen, um dann für einige Monate geschlossen zu bleiben. Leber, Darm, Gehirn und Lunge nehmen ihre Arbeit auf. Der Kopf verlangsamt sein Wachstum – somit erhalten Rumpf, Arme und Beine die Gelegenheit, angemessene Proportionen zum Kopf zu entwickeln. Die Fußsohlen lagen sich bisher genau gegenüber, nun aber streckt sich der Körper und die Fußsohlen drehen sich vom Körper weg.

Im Gaumen wachsen nun 20 kleine Zahnknospen. Gegen Ende der Woche ist der Darm wieder in den Unterleib zurückgekehrt, womit der Nabelbruch beendet ist. Der Dünndarm faltet sich zusammen und das Wachstum der Darmzotten beginnt – nach der Geburt werden mit ihrer Hilfe die Nährstoffe aus der Nahrung herausgefiltert werden. Die Muskeln des Verdauungsapparates beginnen zu arbeiten; sie ziehen sich zusammen und üben damit schon einmal, Nahrung durch den Darm zu schieben.

Die Gebärmutter ragt nun über das Schambein hinaus und man kann sie fühlen. In der Fruchtblase ist der Fötus sehr lebhaft, er bewegt sich oft und viel.

Das kleine Herz schlägt doppelt so schnell wie das der Mutter, nämlich 150 Mal pro Minute.

Auf dem Ultraschallbild oben sieht man das Profil eines Fötus und eine winzige Hand (das ist der weiße Punkt oberhalb der Brust).

Entwicklung des Fötus in der 12. Schwangerschaftswoche (SSW) (© Sandviks)

Entwicklung des Fötus in der 12. Schwangerschaftswoche (SSW) (© Sandviks)

Körper & Seele der Mutter

Mit Ablauf dieser Woche können die Schwangeren aufatmen: ab jetzt ist das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, sehr gering. Wer vorher den Verwandten und Freunden noch nichts von der Schwangerschaft verraten hat, wird nun sicherlich sein Schweigen brechen.

Viele Schwangere müssen nun ständig pinkeln, weil die Gebärmutter auf die Blase drückt. Manche glauben irrtümlich, sie hätten eine Blasenentzündung – das sollte man trotzdem vom Gynäkologen abchecken lassen, weil Infektionen Frühgeburten auslösen können! Meist ist aber alles in Ordnung.

Mit der Dopplersonographie (sie funktioniert ähnlich wie ein Echolot) kann der Frauenarzt nun die Herztöne des Fötus aufzeichnen. Für die Schwangere ist es ein tolles Erlebnis, wenn sie das Wummern des kleinen Herzens hört.

Ein unangenehmer Nebeneffekt der Schwangerschaft, den viele Frauen bemerken, ist eine veränderte Verdauung. Sie fühlen sich verstopft und unwohl. Dies liegt an der Ausschüttung der Hormone Progesteron (das ist der „Hauptübeltäter“) und Östrogen, die auf die Muskeln entspannend wirken. Im Grunde genommen handelt es sich bei diesem Effekt aber um eine gute Sache: Die langsamere Verdauung sorgt dafür, dass die Nährstoffe aus der Nahrung optimal verwertet werden können.

Ein Weg, mit dem ungeborenen Kind Kontakt aufzunehmen, kann Meditieren sein. Wer das nicht mag, bevorzugt es vielleicht, im Alltag einfach innezuhalten und an den Fötus zu denken. Natürlich kann niemand mit Genauigkeit sagen, ob der Fötus davon etwas merkt – andererseits kann es auf keinen Fall schaden!