Grillen in der Schwangerschaft

Herrlich, die lauen Abende nutzen um gemütlich mit Freunden zusammen zu sein und zu grillen. Doch beim Brutzeln über der Kohle können gesundheitsgefährliche Stoffe entstehen und auch nicht jedes Grillgut ist für werdende Mütter geeignet. Worauf müssen Schwangere achten?

Milde Sommerabende – viele lieben gemütliche Grillabende bis in den Herbst hinein. Hartgesottene grillen selbst im Winter. Die besondere Atmosphäre, das gemeinsame Vorbereiten und das Zusammensein mit Freunden und Bekannten machen Grillen in Deutschland besonders beliebt.

Selbstverständlich dürfen Schwangere Grillen. Doch ein wenig gemein ist es schon: wer ein Baby im Bauch hat, muss auf einiges verzichten und auch besonders aufpassen. Das Bier oder der Wein zum Fleisch sind gestrichen. Frühschwangere mögen oft noch nicht sagen, warum sie keinen Alkohol trinken. Gute Ausrede gesucht? Erklären Sie, dass sie Antibiotika nehmen oder schlichtweg noch Auto fahren müssen – es wird keiner weiter nachfragen.

Grillen in der Schwangerschaft

Grillen in der Schwangerschaft (Foto: Digital Vision / Thinkstock)

 Verbranntes Fett kann gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen lassen

Was macht das Grillen aus? Für viele gehört zischende Geräusch der Fetttropfen, die auf die glühende Kohle treffen, dazu. So erhält das Fleisch ein besonderes Aroma, viele schwören sogar darauf, dass ein kleines bisschen angebranntes Fleisch schlichtweg knusprig lecker sei. Eben typisch Grillfleisch. Doch für Krebsforscher und Lebensmittelchemiker ist das Zischen des Fettes ein deutliches Warnsignal.

Denn beim Grillen können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, wie zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese PAK entstehen, wenn Fett verbrennt und gelten als krebserregend, wie die Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums belegen.

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Auch eine weitere chemische Reaktion, die Maillard-Reaktion, die auch geröstetem Kaffee und Brotkrusten Aroma gibt, entsteht beim Grillen. Das liegt daran, dass typische Grillglut zwischen 160 und 300 Grad Hitze erzeugt, hierbei bilden nicht nur die von uns als lecker empfundenen Duftstoffe, sondern auch krebserregende Substanzen wie Acrylamid und heterozyklische aromatische Amine (HAA). Je stärker etwas gebraten ist, desto mehr PAK und HAA entstehen. Geringe Mengen dieser Stoffe gefährden das Ungeborene nicht, trotzdem sollten Schwangere darauf achten, dass möglichst kein Fett auf die Kohle tropft und das Fleisch nicht verbrannt ist.

Was eignet sich zum Grillen?

Ideal ist Gemüse. Fisch ist generell sehr gesund, allerdings sollten werdende Mütter darauf achten, dass einige beliebte Grillfische eventuell mit Schwermetall belastet sind, daher ist es hilfreich, sich über Fisch in der Schwangerschaft zu informieren.

Das größte Risiko für eine Schwangere bildet allerdings rohes oder nicht genügend durchgegartes Fleisch. Hier liegt eine mögliche Quelle für Kolibakterien, Salmonellen und Campylobacter-Bakterien. Diese können zu Infektionen führen und Mutter und Kind schädigen, sowie das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt erhöhen. Schwangere haben ein leicht anfälliges Immunsystem und sind anfälliger für Lebensmittelvergiftungen, auch hier ist Vorsicht geboten.

Rohes Fleisch kann auch eine Toxoplasmose oder eine Listerose verursachen. Die Toxoplasmose, deren Hauptwirt eigentlich Katzen sind, kann das Baby schädigen. Die Listerose ist vor allem in der Frühschwangerschaft besonders gefährlich, denn eine Infektion führt in der Regel zu einer Früh- oder Fehlgeburt. Auch in der späteren Schwangerschaft kann eine Erkrankung zu schweren Folgen führen – daher muss unbedingt auf rohes Fleisch, rohen Fisch und Rohmilchprodukte geachtet werden. Deswegen ist also auch bei einigen Salaten (z.B. mit Feta oder Büffelmozarella) Vorsicht angeraten. Die gute Nachricht: Bakterien und Parasiten lassen sich durch Kochen und gute Lebensmittelhygiene vermeiden.

Die wichtigsten Tipps zum Grillen für Schwangere:

  • Rohes Fleisch sorgfältig lagern – gut gekühlt und abgedeckt. Wichtig: von anderen Lebensmitteln möglichst trennen
  • Die Kühlkette sollte nicht unterbrochen werden und auf Temperatur von Kühlschrank und Tiefkühler geachtet werden
  • Gegartes Fleisch sollte nicht auf einem Teller mit rohem Fleisch liegen
  • Fleisch muss immer gut durchgebraten sein. Es sollte nicht mehr rosafarben in der Mitte sein und Saft darf auch nicht heraustropfen, denn das Fleisch muss mindestens zwei Minuten lang bei 70° Celsius erhitzt worden sein
  • Eine sichere Alternative bietet die Vorbereitung von Fleisch im Backofen oder in der Mikrowelle – nachdem das Fleisch dort gar geworden ist, kann es noch für den Grillgeschmack auf den Grill gelegt werden
  • Achten Sie auf einen großen Abstand zwischen Rost und Glut
  • Angebrannte Fleischränder nicht verzehren
  • Damit kein Fett in die Glut tropft Alufolie oder Alu-Grillschalen verwenden
  • Darauf achten, dass das Essen regelmäßig hin und her geschoben und gewendet wird, damit das Fleisch gleichmäßig gegart wird
  • Auf keinen Fall sollte Alkohol für das Marinieren oder gar für das „Ablöschen“ benutzt werden
  • Hände nach der Fleischverabeitung immer sorgfältig waschen
  • Bei gegrilltem Fisch darauf achten, dass dieser nicht von Schadstoffen belastet ist
  • Salate (etwa Tomate-Mozarella) sollten nicht mit Rohmilchprodukten zubereitet werden
  • Tipp: besonders vitaminreich und gesund – nicht nur für Schwangere – ist frisches Gemüse auf dem Grill. Sehr gut geeignet sind dafür Pilze, Paprika und Zucchini. Lecker sind auch Folienkartoffeln.

Der eigentliche Grillvergnügen ist das gemütliche Zusammensein – Schwangere dürfen sich also gerne von ihren Lieben verwöhnen lassen und können, mit etwas Vorsicht, durchaus zugreifen. Es soll Schwangere geben, die die merkwürdigsten Gelüste haben – gut zu bereitetes Grillfleisch und eigenwillige Kombinationen (Wurst mit Marmelade!) sind erlaubt.

Mehr Infos über Sicheres Grillen bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf hier seiner Seite.

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