8 Schwangerschaftsverbote, die nicht mehr gelten

Oh, wie schön, ein Baby! Doch viele werdende Mütter bekommen erst einmal Angst. So viele Gebote und Verbote gelten in der Schwangerschaft. Die gute Nachricht: Vieles davon ist längst überholt.

Ein positiver Schwangerschaftstest – wunderbar! Doch die meisten werdenden Mütter sorgen sich. Machen sie auch wirklich alles richtig? Worauf sollten sie nun verzichten? Die Schwangeren möchten nur das Beste für ihr Kind und sind natürlich aufgeregt. Fast alle Frauen informieren sich, worauf sie nun achten sollten. Danach sind sie allerdings noch besorgter, denn viele gute Ratschläge und viele Artikel im Internet erklären immer wieder, womit Mütter ihr Kind gefährden können. Nun die gute Nachricht: viele starre Regeln gelten so nicht mehr, denn viele neue Studien raten zu einer neuen Gelassenheit. Über diese 8 Dinge müssen Schwangere sich keine Sorgen machen:

Schwangerschaft ohne Sorgen

Schwangerschaft ohne Sorgen (© Thinkstock)

1. Schwangere müssen nicht ständig zum Arzt

Schwangerschaft ist keine Krankheit. Und doch war es vor wenigen Jahren noch ganz normal, dass werdende Mütter sehr eng medizinisch überwacht wurden. Nicht wenige Ärzte machten alle vier Wochen einen Ultraschall, ordneten viele Untersuchungen an. Auch heute werden natürlich Risikoschwangerschaften eng betreut, doch für viele Mütter gilt eine neue Gelassenheit. Längst können sich Hebamme und Frauenarzt auf Wunsch der Mutter die Vorsorge teilen. Auch eine reine Hebammenbetreuung mit wenig Arztbesuchen wird von den meisten Kassen übernommen.

2. Die Waage muss keine Angst machen

Im Mutterpass wird die Gewichtszunahme verzeichnet. Doch trotzdem gelten keine starren Regeln mehr, wie viel eine Schwangere zunehmen muss. Generell gilt, dass die Zunahme sich daran orientiert, wie hoch das Gewicht der Mutter vor der Schwangerschaft war. Warum dann überhaupt das Gewicht gemessen wird? Eine sehr rasche Zu- oder Abnahme kann ein Warnzeichen sein.

3. Keine strikten Essenspläne

Die komplette Ernährung umstellen? Ständig Angst haben, dass das Baby auch gut versorgt wird? Das ist wirklich nicht nötig. Die wichtigste Regel: Schwangere sollten regelmäßig essen und ausgewogen essen. Als grobe Faustregel gilt: drei Hauptmahlzeiten und je nach Bedarf bis zu zwei Zwischenmahlzeiten. Eine Empfehlung, die eigentlich für alle Menschen gilt.

Ganz wichtig ist, dass die werdende Mutter ausreichend trinkt.

Einige Verbote gibt es allerdings noch immer: Schwangere sollten keine einseitigen Tage (Reistag etc.) oder salzarme Kost zu sich nehmen. Die „normale“ Mengenempfehlung von rund fünf Gramm Salz gilt auch in der Schwangerschaft. Auf rohes Fleisch, rohen Fisch und Rohkäse muss verzichtet werden. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Generell dürfen Schwangere essen, was sie mögen, sie müssen auch ihren Speiseplan nicht umstellen, auch wenn es nicht schaden kann, wenn sie auf darauf achten, hochwertige Lebensmittel zu essen. Spezielle Nahrungsergänzungen sind nicht nötig, bis auf wenige Ausnahmen, wie Folsäure und Jod, das alle Schwangeren nehmen sollten, und bei einigen Schwangeren die zusätzliche Einnahme von Eisen und Omega-3-Fettsäure DHA.

4. Kein Verzicht um Allergien zu vermeiden

Lange galt die Devise, potentielle Allergene müssten von Schwangeren unbedingt vermieden werden. Und so verzichteten Mamas in spe auf Nüsse, Erdbeeren, Milch und Eier. Heute gilt als bewiesen, dass diese Strategie in Hinblick auf die Vermeidung von Allergien nahezu wirkungslos ist. Im Gegenteil: wird auf wichtige Lebensmittel (Kalzium in der Milch!) verzichtet, ist das weder für die Mutter noch für das Kind gesund.

5. Haustiere dürfen bleiben

Eine Katze? Die braucht sofort ein neues Zuhause, denn Schwangere könnten sonst Toxoplasmose bekommen… Gute Nachricht: das ist völlig veraltet. Der Stubentiger darf bleiben. Allerdings sollten Schwangere das Katzenklo nicht reinigen (gilt auch für Käfige von Nagern). Auch bei Gartenarbeiten sollten sie Handschuhe tragen, damit sie nicht versehentlich mit Katzenkot in Berührung kommen.

Auch bei Allergierisiken in der Familie rieten Experten dazu, auf Haustiere zu verzichten und für diese schon in der Schwangerschaft ein neues Zuhause zu suchen. Hochgradige Risikofamilien (mit bekannten Allergien bei beiden Elternteilen) sollten sich beraten lassen. Für alle anderen gilt: Studien haben gezeigt: Kinder, die von Anfang an Kontakt mit Tieren und ihren Allergenen haben, werden später seltener allergische Reaktionen zeigen.

6. Fischverzehr ist nicht tabu

Fisch in der Schwangerschaft? Um ja keine möglichen Allergien auszulösen, wurde auch hier eher zu Verzicht geraten. Auch das gilt als überholt. Bis zu zwei Fischmahlzeiten in der Woche gelten als gesund. Viele Fische wie Lachs, Hering, Makrele und Sardine enthalten die wertvolle omega-3 Fettsäure DHA.

Es gilt allerdings noch immer, dass einige Fische eine höhere Schadstoffbelastung haben. Laut Greenpeace ist der am häufigsten gefundene Schadstoff das hochgiftige Quecksilber. Die Organisation rät Schwangeren, keine größeren Mengen Heilbutt, Thunfisch, Schwertfisch oder Hai zu verzehren. In Fischen und Meeresfrüchten aus Aquakultur wurden häufig Rückstände von Antibiotika und Pestiziden gemessen.

7. Einkaufen nach Herzenslust erlaubt

Fast jede Frau schleicht sich in den ersten Schwangerschaftswochen in die Babyabteilung und bewundert die wunderbaren winzigen Kleidungstücke. Doch etliche Monate vor der Geburt schon Schönes für das Baby zu erstehen, galt lange als Unglücksbringer. Auch das ist  völlig veraltet. Sicher muss noch nichts in den ersten drei Monaten angeschafft werden. Aber wer sich in einen Mini-Pulli verliebt darf diesen erstehen. Ab Mitte der Schwangerschaft ist es sogar ausgesprochen klug, daran zu denken, was der neue kleine Erdenbürger so an Kleidung braucht. Auch ein Kinderwagen muss rechtzeitig erstanden werden, da einige Firmen lange Lieferzeiten haben.

8. Kleine Sünden sind ok

Kaffee, Cola und Tee? Auch hier galt eine strikte Warnung. Das enthaltene Koffein erhöhe den Herzschlag des Babys, sorge für geringeres Wachstum beim Kind im Bauch. Tatsächlich gilt dies für starken Konsum, aber nicht für Frauen die am Tag ein Glas Cola oder ein bis zwei Tassen Kaffee oder Tee trinken.

Schwangere dürfen auch beim Zucker für diese Getränke zugreifen, wenn sie es nicht übertreiben. Verzichten sollten sie allerdings auf Süßstoffe, da die enthaltenen Zuckeraustauschstoffe eine Wehentätigkeit anregen können.

 

In diesem Sinne wünschen wir allen, die gerade schwanger sind, eine sorglose und rundum schöne Kugelzeit – bei weniger Verboten bleibt der Kopf frei für gute Gedanken!