Nahrungsmittelallergien durch zu viel Vitamin D in Schwangerschaft

Schwangere sollten auf die zusätzliche Einnahme von Vitamin D verzichten, da ein erhöhter Vitamin-D-Spiegel bei werdenden Müttern das Risiko erhöhen kann, dass ihre Kinder nach der Geburt eine Nahrungsmittelallergie entwickeln. Dies folgert eine aktuelle Studie des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Laut einer neuen  Studie des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) besteht ein Zusammenhang zwischen hohem Vitamin-D-Spiegel bei werdenden Müttern und einem erhöhtem Allergierisiko ihrer Kleinkinder. Daher empfiehlt das UFZ Schwangeren, auf die zusätzliche Einnahme von Vitamin D zu verzichten. Die Ergebnisse der aktuellen Studie des UFZ und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurden jetzt in der Februar-Ausgabe des Fachblatts Allergy veröffentlicht.

Dr. Kristin Weiße vom UFZ Leipzig widmete sich gemeinsam mit der Arbeitsgruppe um Prof. Gabriele Stangl vom Institut für Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg der Fragestellung: „Lässt sich eine Korrelation zwischen der Vitamin-D-Konzentration im Blut von werdenden Müttern und im Nabelschnurblut einerseits sowie dem Immunstatus zum Zeitpunkt der Geburt und allergischen Erkrankungen des Kindes später im Leben andererseits nachweisen?“

Nahrungsmittelallergien durch zu viel Vitamin D in Schwangerschaft

Nahrungsmittelallergien durch zu viel Vitamin D in Schwangerschaft (© Thinkstock)

In die Langzeit-Studie „Lebensstil und Umweltfaktoren und deren Einfluss auf das Neugeborenen-Allergierisiko“ wurden insgesamt 622 Mütter mit 629 geborenen Kindern einbezogen. Es wurde der Vitamin-D-Spiegel im Blut der schwangeren Mütter und im Nabelschnurblut der geborenen Kinder gemessen. Anschließend sollten die Teilnehmer über Fragebögen das Auftreten von Nahrungsmittelallergien bei den Kindern in den ersten beiden Lebensjahren angeben. Laut Dr. Kristin Weiße wurden für die Analyse auch Faktoren wie Jahreszeit, Sonnenexposition und Aufenthalt im Freien berücksichtigt, da sie neben der Ernährung den Vitamin-D-Spiegel beeinflussen.

Das Ergebnis: bei werdenden Müttern mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut waren nach der Geburt deren zweijährige Kinder seltener von einer Nahrungsmittelallergie betroffen als bei den anderen Studienteilnehmern.

Schlussfolgerung der Leipziger Forscher: ein zu hohes Vitamin-D-Niveau bei Schwangeren kann zu einem erhöhten Risiko für die ungeborenen Kinder führen, die dann im Kleinkindalter an einer Nahrungsmittelallergie erkranken können. So zeigten die betroffenen Kinder u.a. erhöhte Werte an spezifischem Immunglobulin E gegenüber Nahrungsmittelallergenen wie Hühnereiweiß, Milcheiweiß, Weizenmehl, Erdnuss oder Sojabohne.

Die Empfehlung: die Wissenschaftler des UFZ würden Schwangeren daher nicht empfehlen, zusätzliche Vitamin D-Ergänzungspräparate einzunehmen.

,