Wirksamkeit von Präbiotika in Milchnahrung fraglich

Präbiotika sollen helfen, Nahrungsmittelallergien zu vermeiden. Deshalb wird diskutiert, sie als Nahrungsergänzungsmittel in Milchnahrung einzusetzen. Ihre Wirksamkeit konnte allerdings in einer kürzlich durchgeführten Metastudie nicht endgültig nachgewiesen werden.

Wissenschaftler diskutieren seit einiger Zeit, ob es sinnvoll ist, Milchnahrung mit Präbiotika zu versetzen, um der Entwicklung von Nahrungsmittelallergien vorzubeugen.

Präbiotika stimulieren das Wachstum in die Aktivität gesunder Darmbakterien. Diese Bakterien spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Nahrungsmittelallergien. Sie regulieren die Immunreaktion und bestimmen, wie der Körper später auf verschiedene Nahrungsmittel reagieren wird. Präbiotika sind als unverdauliche Inhaltsstoffe in der Muttermilch, in Früchten und in Gemüse enthalten. Sie sind nicht zu verwechseln mit Probiotika, die bereits jetzt schon Babynahrung oder Joghurts zugesetzt werden.

Wirksamkeit von Präbiotika in Babynahrung fraglich

Studie: Wirksamkeit von Präbiotika in Babynahrung fraglich (©Thinkstock)

In einer Metastudie haben Wissenschaftler jetzt die Daten von Einzelstudien zusammengetragen, an denen insgesamt 1.428 Kinder teilnahmen. In den Studien wurde jeweils eine Gruppe der Kinder mit einem Muttermilchersatz gefüttert, der Präbiotika enthielt. Die Kontrollgruppe bekam einen Muttermilchersatz ohne Präbiotika. Die Kinder wurden im Rahmen der Studien vom vierten Lebensmonat bis zu zweiten Lebensjahr begleitet. Dabei wurde erhoben, wie viele Kinder Allergien entwickelten.

Das Ergebnis: in einigen Teilstudien konnten bei Kindern allergiebedingte Ausschläge signifikant reduziert werden, wenn sie den mit Präbiotika versetzten Muttermilchersatz enthielt. Die Gabe von Präbiotika hatte allerdings keine Auswirkungen auf die spätere Entwicklung von Asthma. In einer Studie zu den Auswirkungen auf Nesselsucht hatte der Zusatz von Präbiotika keinen Effekt. In einer weiteren Studie mit Kindern mit hohem Allergie-Risiko konnten Präbiotika Ekzeme und Asthma reduzieren, es ließ sich aber keine allgemeine Verringerung des Allergie-Risikos feststellen.

Unter Zugrundelegung dieser Erkenntnisse bleibt es weiter unklar, ob die Zugabe von Präbiotika auf Kinder mit hohem Allergie-Risiko beschränkt bleiben sollte, oder ob auch ein positiver Effekt bei Kindern mit geringem Risko bestehen könnte. „Wir haben einige Hinweise darauf gefunden, dass Präbiotika in Milchnahrung helfen kann, allergiebedingte Ausschläge bei Kindern bis zu einem Altern von 2 Jahren zu verringern.“, so John Sinn, Leiter der Studie von der Universität Sidney. Allerdings sei die Aussagekraft der existierenden Beweise insgesamt nur gering, so Sinn weiter.

Um den tatsächlichen Mehrwert von Präbiotika weiter zu erforschen, raten die Wissenschaftler zusätzliche Studien durchzuführen. Vorher könnte keine abschließende Empfehlung ausgesprochen werden, ob Präbiotika in Milchnahrung als Standard zu Allergievermeidung empfohlen werden kann.