Düsseldorfer Tabelle 2018: neue Unterhaltsätze für Alleinerziehende

Die Düsseldorfer Tabelle wird zum 1.1.2018 angepasst. Trotz der Erhöhung der Beträge befürchten Alleinerziehende eine finanzielle Verschlechterung.

Die Düsseldorfer Tabelle regelt die Unterhaltssätze, die für Kinder nach einer Trennung gezahlt werden sollten. Diese Richtlinie wird vom Oberlandgericht Düsseldorf festgesetzt. Diese Unterhaltssätze werden zum Jahreswechsel nun angepasst und damit erhöht – trotzdem fürchten Alleinerziehende um eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. Das hat damit zutun, dass nicht nur die Unterhaltssätze angepasst wurden, sondern erstmals seit zehn Jahren auch die Einkommensklassen.

Konkret bedeutet dies, dass Unterhaltspflichtige unter Umständen in einer niedrigeren Einkommensklasse landen und somit weniger Ansprüche geltend gemacht werden können. „Dieser Effekt lässt sich nicht vermeiden“, sagte Heinrich Schürmann, Sprecher des Deutschen Familiengerichtstages.

Zur Veranschaulichung hier ein Beispiel: Wenn ein Unterhaltspflichtiger ein Nettoeinkommen von rund 2000 Euro hat, betrug der bisher empfohlene Unterhalt für ein dreijähriges Kind 377 Euro pro Monat. Künftig liegt der empfohlene Betrag bei nur 366 Euro.

Auf den Bedarf des Kindes ist noch das Kindergeld anzurechnen. Dieses beträgt ab dem 1. Januar 2018 für ein erstes und zweites Kind 194 Euro, für ein drittes Kind 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang anzurechnen.

Alleinerziehende fürchten um ihre finanzielle Situaion (c) Thinkstock

Zahlen und Fakten zur Erhöhung des Unterhalts ab dem 1.1.2018

Der Mindestunterhalt beträgt ab 2018 für Kinder der ersten Altersstufe (null bis fünf Jahre) 348 Euro statt bisher 342 Euro. Für Kinder der zweiten Altersstufe (sechs bis elf) sind es 399 Euro statt bisher 393 Euro. Für Kinder der dritten Altersstufe (zwölf bis 17) 467 Euro statt bisher 460 Euro.

Die gesetzliche Erhöhung des Mindestunterhalts zieht eine Anpassung der Bedarfssätze der übrigen Einkommensgruppen nach sich. So muss ein Unterhaltspflichtiger mit einem Nettoeinkommen von mehr als 5101 Euro bis 5500 Euro im Monat künftig 748 Euro (bisher 736) für einen Zwölf- bis 17-Jährigen bezahlen. Die Sätze für volljährige Trennungskinder bleiben 2018 unverändert. Erstmals seit zehn Jahren werden auch die Einkommensgruppen angehoben. Die Tabelle beginnt daher ab 2018 mit einem Nettoeinkommen bis 1900 Euro statt bisher bis 1500 Euro und endet bei 5500 Euro statt bisher bei 5100 Euro. 

Die Düsseldorfer Tabelle existiert seit 1962 und dient als Richtlinie zur Bemessung eines angemessenen Kindesunterhalts.

Die neue Düsseldorfer Tabelle steht hier zum Download zur Verfügung.