Wenige Familien profitieren vom Kinderfreibetrag

Die große Koalition muss den Kinderfreibetrag in diesem Jahr um mindestens 72 Euro anheben. Doch von der damit verbundenen Steuerentlastung profitieren nur wenige Eltern.

Von der anstehenden Anhebung des Kinderfreibetrages um ca. 72 Euro auf 4440 Euro wird nur eine Minderheit der Steuerzahler profitieren. Eine Steuerentlastung wird es nur bei Gutverdienern geben.

Familie mit Kindern

Nur wenige Familien profitieren vom höheren Kinderfreibetrag (Foto: Thinkstock)

Der Grund: Der höhere Kinderfreibetrag ist nur für Eltern relevant, die durch ihn mehr Steuern sparen können als sie Kindergeld bekommen. Das sind nach Angaben des Bundesfinanzministeriums jedoch nur ca. ein Fünftel der Familien in Deutschland. So erhielten Familien für das Jahr 2012 für etwa 13,1 Millionen Kinder ausschließlich Kindergeld, lediglich bei 3,5 Millionen Kindern führten die Freibeträge zu einer stärkeren Entlastung der Einkommensteuer.

Die Erhöhung des steuerlichen Kinderfreibetrages erfolgt aufgrund des Ende 2012 vorgelegten Existenzminimum-Berichtes der Bundesregierung. Demnach muss der Bundestag den Kinderfreibetrag im Laufe diesen Jahres um 72 Euro auf 4440 Euro anheben, denn die Freibeträge müssen das Existenzminimum von Kindern abdecken können.

Vor den Wahlen hatte die CDU auch eine Anhebung des Kindergeldes um 35 Euro in Aussicht gestellt, was aus Sicht der Linken vielmehr als Wahllüge zu beurteilen sei. Inwieweit und ob es zur Anhebung des Kindergeldes kommt, steht noch nicht fest. Jedoch müsste laut Steuerexperten das Kindergeld um fast zwei Euro pro Kind steigen, damit die Einkommen, bei denen beide Instrumente (Kindergeld, Freibetrag) zu einer gleich hohen Entlastung führen, annähernd unverändert bleiben.

Derzeit beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind je 184 Euro monatlich, für das dritte Kind 190 Euro und für jedes weitere Kind 215 Euro.