PDA verlängert die Geburt um bis zu zwei Stunden

Die Geburt eines Babys ist extrem schmerzhaft. Frauen können sich deshalb bei Bedarf eine Periduralanästhesie (PDA) verabreichen lassen. Wissenschaftler haben nun heraus gefunden, dass diese örtliche Betäubung die Entbindung um zwei Stunden verlängern kann.

Forscher der University of California in San Francisco, unter der Leitung von Yvonne W. Cheng, haben in einer umfassenden Studie heraus gefunden, dass eine Periduralanästhesie (PDA) die Geburt um rund zwei Stunden verlängern kann. Eine PDA bewirkt eine zeitweilige Funktionshemmung von  Nervensegmenten und dadurch Schmerzfreiheit bei Operationen oder der Geburt.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von circa 42.000 Frauen aus, die ihre Kinder auf natürlichem Weg zur Welt gebracht haben.  Die Austreibungsphase, in der das Kind durch den Geburtskanal gepresst wird, dauerte bei einer Erstgebärenden ohne PDA rund 197 Minuten. Bei einer Frau mit einer örtlichen Betäubung verlängert sich die Phase um zwei Stunden und 19 Minuten – insgesamt brauchten sie etwa 336 Minuten. Bis dahin gingen alle Untersuchungen davon aus, dass eine PDA die Geburt um nur eine Stunde verlängert.

PDA verlängert die Geburt um bis zu zwei Stunden (© Thinkstock)

PDA verlängert die Geburt um bis zu zwei Stunden (© Thinkstock)

Bei Frauen, die bereits ihr zweites oder drittes Kind zur Welt brachten, war der Unterschied mit knapp drei Stunden und 54 Minuten sogar noch größer. 225 Minuten dauerte es mit PDA und 81 Minuten ohne.

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Die PDA wird vom Narkosearzt als Spritze verabreicht. Das lokal betäubende Medikament wird im Epi- bzw. im Peridualraum zwischen den Schutzhüllen des Rückenmarks gesetzt, meist zwischen den dritten und vierten Lendenwirbel. Bei Bedarf kann das Medikament während der Geburt über einen Katheder nachgespritzt werden. Ziel der PDA ist es, dass die Frau zwar weniger Schmerzen verspürt, aber trotzdem noch pressen kann.

Wird das Betäubungsmittel allerdings in einer zu hohen Dosis verabreicht, ist es der Frau nicht mehr möglich ausreichend zu pressen, weil sie die Wehen nicht richtig spürt. Das kann dazu führen, dass Ärzte und Hebammen die Saugglocke oder die Zange einsetzen müssen. Möglich ist auch, dass die Gebärende über Kreislaufprobleme klagt, weil der Blutdruck sinkt. Frauen, die sich für diese Form der Schmerzlinderung entscheiden, werden vom Arzt vorher ausreichend über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. 

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