Wahl für Negativpreis „Goldener Windbeutel“ gestartet

Foodwatch hat fünf Lebensmittel wegen Werbelügen gegenüber Kindern für den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ nominiert.

Foodwatch hat die Wahl zum Goldenen Windbeutel 2013 gestartet. Der Verein setzt sich für die Rechte von Verbrauchern und für die Qualität von Lebensmitteln ein. Seit fünf Jahren vergibt er den Goldenen Windbeutel, einen Negativpreis für die dreisteste Werbelüge bei einem Kinderprodukt.

Nominiert für die Abstimmung zum Goldenen Windbeutel 2013 sind:

Windbeutel-Fotostrecke-web-gross2_1024px_72dpi

1. Capri Sonne Orange von Wild/SiSi-Werke

Foodwatch wirft dem Hersteller vor, sich als Förderer eines aktiven Lebensstils zu inszenieren und Sportevents zu sponsorn, gleichzeitig aber Werbung für Capri Sonne Orange an Kinder zu adressieren, obwohl das Produkt pro Beutel 6,5 Stücke Würfelzucker und damit mehr als die gleiche Menge Fanta Orange enthalte.

2. Monster-Backe Knister von Ehrmann

Ehrmann vertreibt Joghurts für Kinder in der Knister-, Zungenfärber- und Blubbervariante. Foodwatch findet, dass der Hersteller damit „Zuckerbomben“ (8 Stücke Würfelzucker pro Becher) als Spielzeug gegen Langeweile an Kinder vermarkte.

3. Pom-Bär Original von Funnyfrisch

Der Hersteller hat sich selbst dazu verpflichtet, keine Werbung für ungesunde Lebensmittel an Kinder zu machen. Foodwatch wirft ihm vor, diese Selbstverpflichtung zu umgehen, indem er die Chips als „kindgerechten Knabbersnack“ betitelt und trotzdem Werbung dafür an Kinder richtet.

4. Kosmostars von Nestlé

Die Frühstücksflocken sind auf der Packung mit „Vollkorngarantie“ ausgewiesen. Allerdings enthalten sie laut Foodwatch immer noch 25 Prozent Zucker. Der Wert war von Nestlé bereits reduziert worden. Foodwatch mahnt aber an, dass Nestlé die Zuckerwerte mit Rechentricks kleinrechne.

5. Paula von Dr. Oetker

Dr. Oetker vermarktet den Pudding Paula über Klingeltöne, iPhone-Apps und Onlinespiele an Kindern. Foodwatch wirft ihm deshalb „digitalen Kinderfang“ vor.

In den vergangenen Jahren haben Hipp für zuckerhaltigen Instant-Früchtetee ab 12 Monaten (2012), Ferrero für die Milch-Schnitte (2011), Zott für den Monte Drink (2010) und Danone für Actimel (2009) den Preis gewonnen. Foodwatch kritisiert, dass trotz der steigenden Zahl übergewichtiger Kinder die Lebensmittelindustrie nicht zur Verantwortung gezogen würde. Vielmehr verstärke sie durch Werbung für stark zuckerhaltige Produkte den Trend. „Gleichzeitig setzt sie darauf, die Erziehungshoheit der Eltern zu umgehen, indem sie Kinder über Sportvereine, Schulen und Kindergärten oder digitale Medien anspricht“, wirft foodwatch der Lebensmittelindustrie in einer Pressemitteilung vor.