FSME: Vogtland jetzt auch Zeckenrisikogebiet

Das Vogtland gehört nun auch zu den Risikogebieten, in denen Zecken die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Mit dem Vogtland hat Deutschland nun 142 Kreise, die als Risikogebiete für FSME-Infektionen gelten. Experten raten zur Impfung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) teilt mit, dass in Deutschland aktuell 142 Kreise als Risikogebiet für FSME-Infektionen zählen. Als neues Risikogebiet ist das Vogtland im Süden von Sachsen dazugekommen. „Die Frühsommer-Meningoenzephaltitis (FSME) wird durch das FSME-Virus verursacht, das durch Zecken auf den Menschen übertragen wird“, informiert das Robert Koch-Institut. Besonders gehäuft kommt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Süden von Deutschland vor. Rund 90 Prozent der Erkrankungen wurden in den letzten Jahren in Bayern und Baden-Württemberg gemeldet.

Karte der neuen FSME Risikogebiete, Stand 4/2014 (RKI Bulletin)

Karte der neuen FSME Risikogebiete, Stand 4/2014 (RKI Bulletin)

Seit 2002 kamen in der gesamten Republik Infektionen vor – außer in Bremen und Hamburg. Trotzdem bleiben Gegenden in Süddeutschland wie Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen oder Thüringen, die Hauptrisikogebiete. In nördlicheren Ländern und Berlin traten bisher nur vereinzelt Krankeiten auf.

Wird ein Gebiet zur Risikogegend erklärt, rät die STIKO zur Prophylaxe für Menschen, die in dieser Gegend leben oder arbeiten. Gleichzeitig ist es für ansässige Ärzte ein Hinweis, auf mögliche Symptome einer FSME bei ihren Patienten zu achten.

Eine Region behält den Status eines Risikogebietes für die nächsten 20 Jahre. Grund dafür ist die Möglichkeit, dass die FSME auch „versteckt“ erhalten bleiben kann, auch wenn es einige Jahre lang keine oder nur wenige Erkrankungen gab. Ein Beispiel dafür ist Aichach-Friedberg im bayrischen Kreis und Gera in Thüringen. Hier lagen die Infizierungen über längere Zeiträume unter der Risikoschwelle von einer Erkrankung je 100.000 Einwohner. Ein Grund für die sinkenden Erkrankungen könnte auch in der hohen Impfquote liegen. Trotzdem, so die Experten, kann die FSME unerkannt in der Region vorhanden sein.

Einzelne Gegenden werden von den Experten nicht als Risikogebiet ausgesprochen, wenn beispielsweise geografische Grenzen ein Ausbreiten der Zecken verhindern. So ist der Rhein eine natürliche Grenze für Zecken – in den angrenzenden Gebieten wie in einigen Kreisen in Rheinland-Pfalz und der Stadt Speyer sehen die Wissenschaftler deshalb nicht die Gefahr, dass sich FSME ausbreitet.

Karte der FSME Risikogebiete des RKI als PDF ( Stand 4/2014)