Väter kümmern sich nach Elternzeit stärker um ihre Kinder

Viele Väter, die mit ihren Kindern in Elternzeit waren, reduzieren ihre Arbeitszeit, wenn sie in den Beruf zurückkehren. Denn ihnen wird die Zeit mit der Familie immer wichtiger.

Für viele Männer wird die Familie immer wichtiger. Mittlerweile sind es nicht mehr nur die Frauen, die mit den Kindern in Elternzeit gehen, sondern auch immer mehr Männer nehmen ihren Anspruch auf Elternzeit wahr, wie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) herausgefunden hat. In ihrem Projekt „Partnerschaft, Elternschaft und Erwerbstätigkeit: Auswirkungen familiärer Übergänge auf das Erwerbsverhalten von Männern im Ländervergleich“ untersuchte das Forscherteam das Erwerbsverhalten von Männern.

Das Ergebnis zeigt, dass Männer, die mit ihrem Kind in Elternzeit waren, bei der Rückkehr in den Job ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 4,5 Stunden reduzierten und sich in der so gewonnenen Zeit stärker um die Kinder kümmerten.

Papa und Mama haben oft eigene Spitznamen für den Nachwuchs (© Thinkstock)

Papa ist ein toller Spielgefährte(© Thinkstock)

Auch ihre Freizeit würden viele Männer zugunsten ihrer Kinder reduzieren. Immerhin eine Stunde mehr pro Tag in der Arbeitswoche gewinnen die Männer dadurch für ihre Familie. Bei der Hausarbeit gebe es allerdings keine stärkere Beteiligung der Männer. Nur Männer, die allein in Elternzeit waren, halfen mehr im Haushalt.

WZB-Wissenschaftlerin Mareike Bünning erklärt: „Bereits in zwei Monaten Elternzeit können Väter eine enge Bindung zu ihrem Kind aufbauen, die sie dann längerfristig beibehalten wollen. Eine stärkere Beteiligung bei der Hausarbeit streben die Väter dagegen nicht konkret an. Sie entwickelt sich meist nur dann, wenn Väter Elternzeit nehmen, während ihre Partnerin arbeitet, und sie so eine Zeit lang die volle Verantwortung zu Hause haben.“

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Im Jahr 2007 wurde die Elternzeit reformiert. Seitdem steigt die Tendenz bei Eltern, sich die Elternzeit zu teilen. 2012 gingen bereits 29,5 Prozent der Väter in Elternzeit, davon 75 Prozent für zwei Monate, 25 Prozent noch länger.

Grundlage für die Studie waren Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) von 2006 bis 2012 sowie aus dem Datensatz „Familien in Deutschland“ (FID) von 2010 bis 2012.

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