Urteil: Anspruch auf Krippenplatz im Umkreis von fünf Kilometern

Laut einem gestern verkündeten Urteil des Verwaltungsgerichts Köln muss der Betreuungsplatz für unter Dreijährige in einem Umkreis von maximal fünf Kilometern um den Wohnort liegen. Außerdem dürfen Eltern selbst bestimmen, ob ihr Kind in einer KiTa oder bei der Tagesmutter betreut werden soll.

Ab dem ersten August müssen Kommunen aufgrund eines 2007 beschlossenen Gesetzes Krippenplätze für unter 3-Jährige garantieren. Bisher lag es allerdings in der Hand der Verwaltung, ob ein freier Betreuungsplatz bei der Tagesmutter oder in einer Einrichtung zugewiesen wurde und wie weit dieser vom Wohnort entfernt war.

Dagegen haben jetzt Eltern in Köln geklagt. Wie spiegelonline berichtete, hat das Verwaltungsgericht Köln gestern in zwei Eilverfahren die Verfügungsmacht der Verwaltung stark begrenzt und den Kindern und Eltern mehr Rechte zugesprochen. Dem Urteil zufolge ist es den Eltern nicht zuzumuten, dass der Betreuungsplatz weiter als fünf Kilometer vom Wohnort entfernt ist. Außerdem dürfen die Eltern selbst entscheiden, ob ihr Kind bei einer Tagesmutter oder in einer KiTa betreut werden soll.

Anspruch auf Krippenplatz innerhalb 5km vom Wohnort (Symbolfoto: Thinkstock)

Anspruch auf Krippenplatz innerhalb 5km vom Wohnort (Symbolfoto: Thinkstock)

Die Stadtverwaltung von Köln wartet nun die schriftliche Urteilsbegründung ab und entscheidet dann, ob sie gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt. Auch für andere Städte könnte  die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln richtungsweisend sein. Insbesondere in deutschen Großstädten ist absehbar, dass nicht alle nötigen Betreuungsplätze ab dem ersten August zur Verfügung stehen werden. Statistiken gehen davon aus, dass in Großstädten die Hälfte aller Eltern vom gesetzlichen Anspruch auf die Betreuung  ihres Kleinkindes Gebrauch machen und ihr Kind in einer Betreuungseinrichtung oder bei einer Tagesmutter unterbringen wollen.