UNICEF-Bericht 2013: Kinder in Deutschland unzufrieden

In Deutschland leben Mädchen und Jungen besser als Kinder und Jugendliche in anderen Ländern der Welt, trotzdem sind viele von ihnen unglücklich. Dies offenbart eine neue Studie der UN-Kinderhilfsorganisation UNICEF, die im April 2013 veröffentlicht wurde.

Der dritte internationale UNICEF-Vergleichsstudie zur Lage der Kinder in Industrieländern zeigt für Kinder und Jugendliche in Deutschland eine deutliche Verbesserung. Im Vergleich mit 29 Industrienationen liegt Deutschland, wenn es um die Schaffung einer guten Lebensumwelt für die junge Generation geht, in Bereichen wie Bildung, Gesundheit und relative Armut auf Platz sechs. Im Jahre 2010 war es noch der achte Rang.

Kinder und Jugendliche fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Kinder und Jugendliche in Deutschland (© Thinkstock)

Im Kontrast dazu steht jedoch die subjektive Einschätzung der Mädchen und Jungen über ihre Lebenssituation und -zufriedenheit, die hierzulande negativer als in den Jahren zuvor ausfällt. Deutschland befindet sich in puncto Lebenszufriedenheit auf Platz 22 von insgesamt 29 untersuchten Ländern.

Die Kluft zwischen Lebensumwelt und der subjektiven Selbsteinschätzung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbreitert und ist jetzt größer als in jedem anderen Industrieland. Laut Studie ist jeder siebte Jugendliche in Deutschland mit sich und seiner Situation eher unzufrieden.

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UNICEF-Bericht 2013 (© UNICEF)

UNICEF-Bericht 2013 (© UNICEF)

„Die deutschen Mädchen und Jungen stellen damit sich und ihrer Umgebung ein erschreckendes Zeugnis aus, das uns nachdenklich machen muss“, sagt Hans Bertram, Mitglied des Deutschen Unicef-Komitees und Professor an der Berliner Humboldt-Universität.

Bertram betont weiterhin: „Die einseitige Konzentration auf Leistung und formalen Erfolg führt dazu, dass sich viele Kinder und Jugendliche ausgeschlossen fühlen. Unsere an Ressourcen reiche Gesellschaft versagt offensichtlich dabei, allen Mädchen und Jungen Hoffnung und Perspektiven auf gerechte Teilhabe zu geben.“

„Die Studie zeigt, dass die Politik sich nicht allein auf vermeintlich objektive Daten verlassen sollte“, so der Vorsitzende von UNICEF Deutschland Dr. Jürgen Heraeus. „Wir müssen Kindern und Heranwachsenden besser zuhören und ihnen mehr Möglichkeiten zur Mitgestaltung eröffnen.“

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