Die ungewöhnlichsten Vornamen 2015

Der Name unseres Kindes soll einmalig sein … der Trend zu ungewöhnlichen Namen ist ungebrochen. Doch die Namensstatistiken der Standesämter sorgen schon manchmal für Kopfschütteln. Sebastiana, Otidodirichukwu und Scham – das sind nur drei der merkwürdigsten Namen.

Irgendwo in Aalen lebt ein kleines Mädchen namens Theo. Ob sie ihren Namen später super toll findet? Scham, ebenfalls im letzten Jahr geboren, dürfte ihren Eltern nicht sehr dankbar sein.  Viele Standesämter haben jetzt ihre Vornamensstatistiken des Geburtsjahrgangs 2015 veröffentlicht. Oft werden nur die beliebtesten Namen mitgeteilt.  Die Städte Essen, Ulm und Aalen allerdings haben Listen herausgegeben, auf denen alle vergebenen Namen stehen. Erfasst werden alle Vornamen, vermutlich sind also Dieter-Helmut, Waltraud und Heinz eher Zweitnamen, die aus Familientradition vergeben werden.

Nicht jeder Name darf als Vorname gewählt werden. Waldmeister, etwa durfte nicht vergeben werden. Der Vorname muss als solcher erkannt werden und einem Geschlecht zugeordnet werden, bei Namen wie Kim oder Leo muss daher ein zweiter Name für Klarheit sorgen. Die Beamten von heute scheinen aber vieles sehr locker zu sehen. Brooklyn, beispielsweise gilt als Name, da der Fußballer David Beckham seinen Sohn nach dem New Yorker Stadtteil nannte. Auch ein Kind aus Essen heißt nun so. Ein Mädchen heißt Louisana. Auch eher ein Bundesstaat als ein Vorname.

Ob ich mit Fidelius, Scham oder Waltraud in den Kindergarten komme? (c) Thinkstock

Ob ich mit Fidelius, Scham oder Waltraud in den Kindergarten komme? (c) Thinkstock

Sehr beliebt sind bei den Eltern auch Namen aus dem Englischen: Marvelous (engl. für wunderbar), Joy (Freude), Precious (wertvoll) Faith (Glaube), Knowledge (Wissen) oder  Sky (Himmel). Oder mit einem Hauch Adel? Etwa Duke (Herzog) oder Royalty (königliche Person). Was sich die Eltern dabei wohl gedacht haben?

Es gibt auch eine kleine Jihad, einen Ramadan, einen Jesus und einen Christ. Ob diese Namen wirklich etwas mit einer Religion zu tun haben? Bei Odin und Artemis kann man davon ausgehen, dass die Eltern die göttlichen Namen bewusst gewählt haben. Fidelius soll ein fröhliches Kerlchen werden. Und Sebastiana? Da wurde wohl eher mit männlichem Nachwuchs gerechnet. Ungewöhnlich sind auch sehr lange oder sehr kurze Namen. Die kleine Otidodirichukwu wird sicher länger brauchen als En, Bo oder El, wenn sie lernt, ihren Namen zu schreiben.

Neu sind auch Begriffe aus dem Französischen, die dort aber keinesfall Vornamen sind: Jadore (j’adore,  bedeutet ich mag etwas sehr gern) und Bienvenue (Willkommen).  Die Botschaft ist klar: diese kleinen neuen Menschen werden geliebt und freudig auf dieser Welt begrüßt.  Ob sie Namenswahl ihrer Eltern gut finden werden? Meist werden sie sich daran gewöhnen müssen, denn den Vornamen zu ändern ist ziemlich schwierig. Wir sind gespannt, ob die Gesellschaft für deutsche Sprache, die jährlich alle Meldungen der Standesämter auswertet, im Frühjahr noch weitere interessante ungewöhnliche Namen verraten wird.