Studie: Stillen und Nichtrauchen schützt vor Brustkrebs

Stillen schützt: Frauen, die länger als ein halbes Jahr stillen und Nichtraucherinnen sind, können sich damit offenbar vor Brustkrebs schützen.

Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass längeres Stillen von mehr als sechs Monaten Frauen vor der Entwicklung eines Mammakarzinoms schützen kann, vorausgesetzt diese Frauen sind Nichtraucherinnen.

Länger Stillen (© Thinkstock)

Studie: Schutz vor Brustkrebs durch längeres Stillen (© Thinkstock)

Dass Stillen nicht nur äußerst positive Effekte beim Nachwuchs hat, sondern auch der stillenden Mutter nützt, wird bereits lange vermutet. Neuere Studien belegen wieder, dass Stillen auch vor Brustkrebs schützen kann.

Bereits in mehreren älteren Studien konnte belegt werden, dass sich eine Brustkrebsinzidenz um mehr als die Hälfte senken ließe, und zwar von 6,3 Prozent auf 2,7 Prozent, wenn Mütter ihre Säuglinge mindestens ein halbes Jahr lang stillen würden.

Spanische Ärzte und Epidemiologen veröffentlichten nun ihre aktuellen Forschungsergebnisse zu dieser Thematik beim NCBI (J Clin Nurs. 2013 Aug 13. doi: 10.1111/jocn.12368). Auch sie kamen zum Schluss: Längeres Stillen kann vor Brustkrebs schützen.

Für ihre Forschungsarbeit werteten die Wissenschaflter Daten von über 504 Patientinnen im Alter von 19 bis 91 Jahren aus. Diese Patientinnen waren bereits zwischen 2004 und 2009 an Brustkrebs erkrankt und wurden an der „San Cecilio University Hospital“ im spanischen Granada behandelt. Die Wissenschaftler analysierten unter anderem das Alter bei Brustkrebsdiagnose, Adipositas, Alkoholkonsum, Rauchgewohnheiten, die Dauer des Stillens und die Familiengeschichte der Frauen hinsichtlich Brustkrebs.

Von den Studienteilnehmerinnen stillten 364 Mütter nicht oder nur drei Monate lang, mehr als 100 stillten von drei bis zu sechs Monate, lediglich die wenigen übrigen Frauen stillten mindestens ein halbes Jahr lang.

Die Ergebnisse:

  • Längeres Stillen von mehr als sechs Monaten kann Mütter vor Brustkrebs schützen, wenn sie Nichtraucherinnen sind.
  • Die Raucherinnen der Studie hingegen erkrankten bereits in jüngeren Jahren an Krebs. Eine längere Stilldauer hatte bei ihnen keinen positiven Effekt.
  • Andererseits wurde auch bei Nichtraucherinnen, die länger als sechs Monate gestillt hatten, Brustkrebs diagnositiziert, jedoch erst später im Leben, und zwar ca. um zehn Jahre verzögert im Vergleich zu Raucherinnen und unabhängig von Krebs in der Familienanamnese.
  • Zudem ergab die Analyse, dass Raucherinnen etwa neun Jahre eher als stillende Nichtraucherinnen die Brustkrebsdiagnose erhielten.

Den schützenden Effekt des Stillens führen die spanischen Forscher darauf zurück, dass Karzinogene während des Stillens über die Brustdrüsen aus dem Gewebe eliminiert werden.

Angesichts dieser Studienergebnisse plädieren sie für das Stillen, gerade weil immer mehr Frauen sich dagegen entscheiden.