Neue EU-Studie: macht Schokolade schlank?

Paradox aber wahr: Schokolade kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und macht nicht zwangsläufig dick, dies bestätigt erneut eine spanische Studie, die den Schokoladenkonsum europäischer Jugendlicher genauer untersuchte.

Obwohl in Schokolade viel Fett und Kalorien enthalten sind, besitzen Jugendliche mit hohem Schokoladenkonsum einen geringeren Körperfettanteil. Diese paradox erscheinende Korrelation haben nun spanische Wissenschaftler aufgedeckt und unter dem Arbeitstitel „Association between chocolate consumption and fatness in European adolescents“ im Fachmagazin „Nutrition“ veröffentlicht (doi:10.1016/j.nut.2013.07.011).

EU-Studie: Schokolade macht dünn (© Thinkstock)

EU-Studie: Schokolade macht dünn (© Thinkstock)

Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen zum Potential von Schokolade zeigten bereits ältere Studien, dass höherer Schokoladenkonsum zu einem niedrigen Body-Mass-Index (BMI) bei Erwachsenen führen kann. Nun wollten Magdalena Cuenca-García und ihre Kollegen der spanischen Universität Granada das Phänomen auch bei Jugendlichen untersuchen. Dafür befragten sie insgesamt 1.458 Jugendliche neun verschiedener europäischer Länder nach ihrem Schokoladenkonsum. Zum Zeitpunkt der Studie waren die Studienteilnehmer zwischen 12 und 17 Jahre alt.

Die Mediziner berücksichtigten bei ihrer Auswertung alle Produkte, die überwiegend aus Schokolade bestehen, egal ob Vollmilch- oder Bitterschokolade. Anschließend wurde der BMI sowie Bauchumfang der Testpersonen gemessen, um durch verschiedene Methoden den Körperfettanteil festzustellen. Zusätzlich wurde die körperliche Aktivität der Jugendlichen aufgezeichnet, die dafür sieben Tage lang einen Beschleunigungsmessers am Körper tragen mussten.

Das Ergebnis: Die Menge an Bauchfett und der Anteil am Gesamtkörperfett der Testpersonen war umso geringer, je höher ihr Schokoladenkonsum war, und zwar unabhängig von Geschlecht, Alter, Gesamtkalorienzufuhr und Ausmaß an körperlicher Aktivität. Die Gruppe, die mit durchschnittlich 43 Gramm pro Tag die größte Menge an Schokolade verzehrte, hatte einen geringeren Gesamtfettanteil am Körpergewicht, weniger Bauchfett und einen geringeren Bauchumfang als die Gruppe mit dem geringsten Schokoladenkonsum von fünf Gramm pro Tag.

„Wie aus unserer Studie hervorgeht, kann Schokolade in mäßigen Mengen vorteilhaft sein; ein übermäßiger Konsum ist aber zweifellos schädlich“, betonen die Studienautoren.

Der Grund: Schokolade besteht nicht nur aus viel Fett und Zucker, sondern besitzt einen besonders hohen Gehalt an Flavonoiden. Diese Flavonoide sind entzündungshemmend und blutdrucksenkend und können daher Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und möglicherweise auch einer Zunahme des Körpergewichts entgegenwirken. Was in älteren Studien bereits für Erwachsene bestätigt wurde, gilt laut der spanischen Studie also auch für Jugendliche. Nichts spricht daher für einen gelegentlichen Schokoriegel. Aber zuviel Schokolade kann wiederum negative Wirkungen haben und den positiven Effekten der Flavonoide eher entgegenwirken.