Studie: Scheidungskinder später anfälliger für chronische Entzündungen

Eine britische Studie zeigt, dass sich die Scheidung der Eltern nicht nur psychisch auf Kinder auswirkt. Sie sind später auch anfälliger für chronische Entzündungen.

Britische Forscher des University College London haben in einer Studie untersucht, welchen Einfluss die Scheidung der Eltern auf Kinder hat. Dabei legten sie den Fokus auf  das Risiko von Scheidungskindern, später an einer chronischen Entzündung zu erkranken. Denn bisher war zwar bekannt, dass Kindheitserfahrungen die Gesundheit langfristig beeinflussen können. Aber wie genau sich die Erfahrungen z.B. auf das chronische Entzündungsrisiko auswirken, ist bisher wenig untersucht.

Studie Gesundheit von Scheidungskindern

Scheidungskinder: später anfälliger für chronische Entzündungen © Thinkstock

Entzündungen sind normalerweise eine effektive Abwehrreaktion des Immunsystems. Sie tragen dazu bei, eingedrungene Erreger zu bekämpfen. Manchmal treten allerdings, oft zunächst unbemerkt, auch chronische Entzündungen auf. Sie schaden dem Körper, anstatt dass sie nützen. Denn sie tragen dazu bei, dass Gewebe und Organe nicht mehr richtig funktionieren und können diese Gewebe sogar langfristig zerstören. Ein Indikator für eine solche Entzündung im Körper ist das sogenannte C-reaktive Protein (CRP), das bei Scheidungskindern vermehrt nachgewiesen werden konnte. Gleichzeitig litten die Scheidungskinder häufiger an Übergewicht und hatten eine schlechtere sozioökonomische Stellung als die anderen Teilnehmer.

Die Forscher schließen daraus, dass die höhere Anfälligkeit für Entzündungen zwar nicht unbedingt durch die Scheidung ausgelöst wird, aber durch eine Kette von Benachteiligungen, die durch die elterliche Scheidung angestoßen wurden. So seien Scheidungskinder als Jugendliche häufiger materiell schlechter versorgt und hatten oft einen schlechteren Bildungsabschluss als Kinder aus Zwei-Eltern-Familien.

Nach Ansicht der Wissenschaftler bestätigt dieses Ergebnis, dass es wichtig ist, Kinder aus Scheidungsfamilien frühzeitig zu fördern und auch die alleinerziehenden Eltern besser zu unterstützen. Das trage nicht nur dazu bei, ihnen mehr Chancen im späteren Berufsleben zu geben, es fördere auch ihre Gesundheit.