Studie: Probiotika können Säuglingskoliken vorbeugen

In der Studie von italienischen Forschern mit 554 Säuglingen konnten Probiotika erfolgreich eingesetzt werden, um Koliken vorzubeugen. Trotzdem ist die Wirksamkeit der zusätzlichen Gabe der Darmbakterien immer noch umstritten.

In den ersten Lebenswochen baut sich bei Säuglingen die bakterielle Darmflora zur Verdauung von Nahrung auf. Viele Experten vermuten deshalb, dass Koliken und stundenlanges Schreien mit der bisher ungewohnten Verdauung in Zusammenhang stehen. Eine Studie mit 554 Neugeborenen aus Italien zeigte jetzt, dass die tägliche Gabe von probiotischen Bakterien in den ersten drei Lebensmonaten tägliche Säuglingskoliken oder auch Darmkoliken verkürzen könnte und die Babys weniger schreien.

Für die Studie sollten die Eltern ihren Babys täglich fünf Tropfen einer Flüssigkeit verabreichen. Die Hälfte der Eltern erhielt Flüssigkeit mit lebenden Bakterien (Lactobacillus reuteri), bei den anderen waren keine derartigen Bakterien enthalten.

Neugeborenes - Probiotika sollen Darmkoliken vorbeugen (Thinkstock)

Neugeborenes – Probiotika sollen Darmkoliken vorbeugen (Foto: Thinkstock)

Die Ergebnisse zeigten, dass die Kinder, die die probiotische Lösung erhalten hatten, nach drei Monaten täglich durchschnittlich nur noch 38 Minuten anstatt 71 Minuten lang schrien. Sie übergaben sich im Durchschnitt auch nur 2,9 anstatt 4,6 Mal am Tag. Im Gegensatz zu den Kindern, die das Placebo erhalten hatten, stieg bei ihnen auch die Anzahl der Darmentleerungen von 3,6 auf 4,2. Negative Nebenwirkungen hatten die Probiotika nicht.

Die Wissenschaftler führten außerdem eine Kosten-Nutzen-Analyse durch. Die ergab, dass Mütter, die Probiotika einsetzten, ihren Babys weniger Medikamente gaben, seltener den Arzt oder die Notfallambulanz aufsuchten und entsprechend weniger Arbeitstage versäumten.

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Die Wirksamkeit von Probiotika ist allerdings immer noch umstritten. Eine Metaanalyse zur Auswirkung von Darmbakterien auf die Verdauung von Säuglingen war 2013 zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Zudem liegen keine Daten zur langfristigen Sicherheit vor. Es ist beispielsweise denkbar, dass die Gabe von Probiotika während der Phase, in der sich die Darmflora herausbildet, auch später einen Einfluss auf die Gesundheit haben kann.

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