Studie: Paracetamol in der Schwangerschaft problematisch

Die Langzeiteinnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft könnte Entwicklungsverzögerungen bei Kindern zur Folge haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein norwegisch-kanadisches Wissenschaftlerteam.

Die längere Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft kann vermutlich Entwicklungsverzögerungen im frühen Kindesalter auslösen, zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle norwegisch-kanadische Studie.

Ihre Ergebnisse haben die Wissenschafter der Universitäten von Oslo und Toronto unter dem Titel „Prenatal paracetamol exposure and child neurodevelopment: a sibling-controlled cohort study“ vor kurzem in der Fachzeitschrift „International Journal of Epidemiology“ veröffentlicht (Int. J. Epidemiol. (2013), doi: 10.1093/ije/dyt183).

Tabletten ungeeignet

Paracetamol in der Schwangerschaft möglicherweise problematisch (© Thinkstock)

Schwangere sollten die Einnahme von Schmerzmitteln möglichst vermeiden. Bisher galt Paracetamol aber bei kurzfristiger Einnahme als geeignetes Schmerzmittel für Schwangere. Wie es nun mit einer längerfristigen Einnahme des Medikamentes aussieht, haben Wissenschaftler und Mediziner aus Oslo und Toronto im Rahmen einer Langzeitstudie näher untersucht.

Für ihre Studie befragten die Wissenschaftler insgesamt 2.919 norwegischen Frauen, die zwischen 1999 und 2008 an einer umfangreichen norwegischen Mutter-Kind-Kohortenstudie teilgenommen hatten. Die Frauen wurden damals in der 17. und 30. Schwanger­schaftswoche sowie sechs Monate nach ihrer Entbindung jeweils zur Einnahme von Paracetamol, zu Infektionen und anderen Gesundheitsfaktoren befragt. Im Jahre 2011 untersuchten die Forscher nochmals die Entwicklung der Kinder, nun im Alter von drei Jahren, und verglichen diese Ergebnisse mit ihren gleichgeschlechtlichen Geschwistern.

Im Vergleich der Geschwister zeigte sich nun, dass Kinder, deren Mütter mehr als 28 Tage Paracetamol während der Schwangerschaft eingenommen hatten, im Alter von drei Jahren Verzö­gerungen in der sprachlichen und motorischen Entwicklung zeigten sowie häufiger verhaltensauffällig waren und hyperaktiver sind.

Auch bei Kindern, deren Mütter weniger als 28 Tage Paracetamol in der Schwangerschaft eingenommen hatten, zeigten sich ähnliche Entwicklungs- und Verhaltensmuster, jedoch waren diese wesentlich schwächer ausgeprägt.

Für die Einnahme von Ibuprofen hingegen konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang mit Entwicklungsverzögerungen nachweisen.

Inwieweit jedoch die Einnahme von Paracetamol rein ursächlich für die Entwicklungsverzögerungen ist, sei mit der epidemiologischen Studie nicht zu beantworten, so die Studienautoren. Dafür müssten noch weitere Untersuchungen erfolgen, um einen direkten Zusammenhang nachweisen zu können.