Studie: Lifewrap kann Frauen mit postpartalen Blutungen Leben retten

Der Lifewrap kann Frauen das Leben retten, die nach der Entbindung aufgrund starker Blutungen sonst sterben würden. Der Druckanzug wurde in den 70er Jahren von der NASA entwickelt und wird heute lebensrettend in der Ersten-Hilfe eingesetzt.

Der Lifewrap, ein Druckanzug, der speziell für Astronauten entwickelt wurde, kann Frauen mit starken postpartalen Blutungen (Uterusatonie) das Leben retten. Dies belegt eine aktuelle Studie von Dr. Suellen Miller in Zusammenarbeit mit den Lifewrap Entwicklern und der Universität von Kalifornien.

Lifewrap rettet Frauen mit starken Blutungen nach der Entbindung das Leben (© Pathfinder International)

Lifewrap rettet Frauen mit starken Blutungen nach der Entbindung das Leben (© Pathfinder International)

Der Lifewrap wurde speziell für Frauen entwickelt, die aufgrund sehr hohen Blutverlustes nach der Entbindung (postpartale Blutung) unter hypovolämischen Schock leiden und bei zu später ärztlicher Versorgung sterben könnten. Die neueste Studie von Dr. Miller belegt, dass der Druckanzug das Todesrisiko aufgrund starker postpartaler Blutungen um 54 Prozent senken kann.

Aktuellen Schätzugen zufolge sterben darüber hinaus jährlich 300 000 Frauen weltweit an den Folgen postpartaler Blutungen, wobei sich 99 Prozent davon in Entwicklungsländern ereignen, und vermieden werden könnten. Mittlerweile gehört der Druckanzug bereits zum Erste-Hilfe-Set in sechs Entwicklungsländern, um den Blutdruck von Frauen nach der Entbindung solange stabil zu halten, bis sie ärztlich versorgt werden können.

Der Lifewrap wurde so entwickelt, das er sich schnell anlegen lässt. So besteht der Druckanzug aus fünf Segementen, die um Beine, Becken und Bauch gebunden werden und mit Velcro-Gurten festgezogen werden, um den Blutfluss zum Herzen, zur Lunge und anderen lebenswichtigen Organen zu gewährleisten.

Ursprünglich wurde der westenähnliche Anzug in den 70er Jahren von der NASA für Raumfahrtzwecke entwickelt. Nachdem Jahre später ein Arzt aus Stanford eine Fallstudie veröffentlichte, wonach er sechs Frauen mit starken postpartalen Blutungen dank des Druckanzugs erfolgreich therapieren konnte, entschied sich Dr. Miller für die Weiterentwicklung des Anzugs.

„Ich sah, das es funktionierte und es ist so einfach und nicht teuer, warum also wird es nicht bereits genutzt?“, sagte Miller, die zugleich Leiterin des „Safe Motherhood Programs“ der Universität von Kalifornien ist.

Die Nicht-Regierungs-Organisation PATH und die UN bezeichneten den Druckanzug daher auch als eine der wichtigsten Entwicklungen, der Frauen und Kindern das Leben retten kann.

Die NGO PATH hat zum Einsatz eines Lifewraps in Nord-Nigeria im Jahre 2009 ein Video auf Youtube gestellt, das Interessierte hier sehen können: