Studie: Koffein verringert Geburtsgewicht und verlängert Schwangerschaft

Über den Genuss von Kaffee in der Schwangerschaft gab es bisher widersprüchliche Ansichten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Schwangeren, nicht mehr als 300 mg Koffein am Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa einer Tasse Filterkaffe, zwei kleinen Espressi oder zwei bis drei Tassen schwarzem Tee.

In einer aktuellen schwedisch-norwegischen Studie mit 59.123 Schwangeren wurde  überprüft, ob diese Empfehlungen der WHO zum Koffeinkonsum von Schwangeren aufrecht erhalten werden können. Die Forscher untersuchten, wie sich der Genuss von koffeinhaltigen Getränken in der Schwangerschaft auf die Dauer der Schwangerschaft, das Risiko einer Frühgeburt, das Geburtsgewicht und die Embryogröße auswirkt.

Die Forscher fanden heraus, dass schon der  Konsum von 100 mg Koffein pro Tag zu einer Reduktion des durchschnittlichen Geburtsgewichtes (3.600 g) von zwischen 21 und 28g führen kann. Bei einem Konsum von 200 mg Koffein pro Tag sinkt das Geburtsgewicht im Schnitt sogar zwischen 60 und 70 g. Die Autoren vermuten, dass das Koffein zu einer schlechteren Durchblutung der Plazenta und damit einem geringeren Wachstum des Fötus führt. Andere Theorien gehen davon aus, dass das geringe Wachstum auf einen koffeinbedingten Anstieg eines zellulären Botenstoffs zurückgeht.

Zwei schwangere Frauen trinken Kaffee

Kaffee während der Schwangerschaft hat Auswirkungen auf Geburtsgewicht (© Stock Foundry / Design Pics)

Koffein erhöht außerdem die Geburtsgröße. In der Studie stieg das Risiko einer unterdurchschnittlichen Geburtsgröße bei Frauen, die täglich zwischen 200 und 300 g Koffein konsumierten, um ein Drittel im Vergleich zu Frauen, die nur 0 bis 50 mg zu sich nahmen. Bei Frauen, die mehr als die empfohlene Tagesdosis konsumierten, stieg das Risiko sogar um 60 Prozent.

Durch Koffeinkonsum wird außerdem die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer verlängert: 100 mg am Tag verschieben die Geburt um fünf Stunden nach hinten. Koffein aus Kaffee hat dabei größeren Einfluss als Koffein, der z.B. im Tee enthalten ist. So verlängert ein Espresso täglich die Schwangerschaft um acht Stunden.

Kein Zusammenhang konnte dagegen zwischen Koffeinkonsum und Früh-, bzw. Fehlgeburten festgestellt werden. Trotzdem empfehlen die Forscher, die bisherigen Richtwerte neu zu überdenken und in der Schwangerschaft den Koffeinkonsum zu weit wie möglich einzuschränken.