Studie: Eltern geht es trotz Stress gut

Das Leben zwischen Kind und Karriere kann ein Balanceakt sein. Eltern denken dabei zuwenig an die eigene Gesundheit. Eine Studie zeigt, wie es Müttern und Vätern wirklich geht und zeigt auf, was besser werden sollte.

Die Kinder versorgen, zur Arbeit hetzen, den Haushalt managen und den Bedürfnissen der Familie gerecht werden: ein Spagat den Mütter und Väter täglich machen. Job und Familie unter einen Hut zu bringen, kann für Eltern eine Herausforderung sein. Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport legte den Fokus auf die Gruppe junger erwerbstätiger Menschen zwischen 25- und 40 Jahren alt. Ob mit oder ohne Kinder sind sie in der „Rushhour“ des Lebens.

Auf den ersten Blick scheint es Eltern trotz der Mehrfachbelastung gut zu gehen. Das legt die Auswertung der Krankschreibungen nahe, so die DAK. Kinderlose und Eltern würden außerdem die gleichen Belastungswerte aufweisen, die durch chronischen Stress hervorgerufen werden.

Die schönen Momente gleichen den Elternstress aus © Thinkstock

Die schönen Momente gleichen den Elternstress aus © Thinkstock

Auch die Gruppe der vollzeitarbeitenden Mütter schnitt im Vergleich zu den Mütter, die in Teilzeit arbeiten und den nicht erwerbstätigen Müttern gut ab und wies keine höheren Stresswerte auf. Bei der Befragung nach ihren Arbeitsbedingungen wünschten sich die Beschäftigten allerdings stärkere Entlastungsmöglichkeiten. 70 Prozent der Befragten, so die Frankfurter Rundschau, würden sich über einen Betriebskindergarten freuen. Bis jetzt bieten deutschlandweit nur zwölf Prozent der Unternehmen ein solches Modell an.

Allerdings besteht zwischen Eltern und kinderlosen Erwerbstätigen ein gravierender Unterschied in der Work-Life-Balance. In Sachen ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung stecken Eltern zurück. „Berufstätige Eltern schlafen zu wenig und treiben nicht genug Sport“, fasst die Frankfurter Rundschau nüchtern zusammen. „Während fast ein Drittel der berufstätigen Frauen ohne Kinder viel Sport treibt, ist es bei den Müttern nur ein Sechstel“, so der Report der DAK.

Dem Ergebnis des DAK-Berichts, dass arbeitende Eltern keine höheren Stresswerte hätten, widerspricht der Leiter des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Goethe-Universität, Professor David Groneberg. Die Frankfurter Rundschau zitiert den Experten „Jawohl, Kinder sind anstrengend“, sagte Groneberg. Gerade, wenn die Kinder nachts noch nicht durchschlafen würden und ihre Eltern am nächsten Tag übermüdet zur Arbeit müssten, sei die Belastung groß.

Der Gesundheitsreport legt Unternehmen nahe, sich verstärkt für familienfreundliche Angebote einzusetzen. Betriebskindergärten und die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten sind nur ein kleiner Teil der Bandbreite an Möglichkeiten von Arbeitgebern. Es sollte aber auch für Verbesserungen für Mitarbeiter im Schicht-System oder in der Produktion gefunden werden.