Studie: Bessere Spermaqualität durch Obst und Gemüse?

Neue Studienergebnisse zum Thema Fruchtbarkeit: Inhaltsstoffe einiger Obst- und Gemüsesorten könnten einen bisher noch nicht erkannten positiven Einfluss auf die Spermienqualität haben.

Ein hoher Konsum von Carotinoiden wie Beta-Carotin oder Lutein sei mit einer größeren Beweglichkeit der Spermien verbunden, folgert die Studie. Darüber hinaus schützten solche Antioxidantien in der Samenflüssigkeit die Spermien und tragen somit zur besseren Fruchtbarkeit des Mannes bei.

Antioxidantien sind Inhaltsstoffe einiger Obst- und Gemüsesorten und könnten laut der aktuellsten Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams einen bisher noch nicht erkannten Einfluss auf die Spermienproduktion haben. Ihre neueste Studie haben die Forscher vor kurzem im Fachmagazin „Fertility and Sterility“ unter dem Titel „Semen quality in relation to antioxidant intake in a healthy male population“ veröffentlicht (doi:10.1016/j.fertnstert.2013.08.032).

Spermienqualität - Form und Größe von Spermien

Neue Studie: Größere Beweglichkeit der männlichen Spermien durch hohen Konsum von Antioxidantien (© Thinkstock)

Ältere Studien konnten bisher keinen positiv linearen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Vitaminen, die als Antioxidans wirken, und der Spermienqualität nachweisen. Die Wissenschaftler um Jorge Chavarro von der Harvard School of Public Health in Boston nun widmeten sich den bisher kaum untersuchten Carotinoiden sowie dem Zusammenhang von Spermienqualität und der Menge an diesen Antioxidantien, die Männer mit der Nahrung aufgenommen hatten.

Antioxidantien kommen in der Regel als sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe in Form von Carotinoiden (verantwortlich für die gelbe bis rote Farbe bei Obst und Gemüse) und in anderen polyphenolische Verbindungen in zahlreichen Gemüse- und Obstarten, Kräutern, Früchten, Samen usw. vor.

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Für ihre Studie wertete das Forscherteam Ernährungsfragebögen von 189 gesunder Männer im Durschnittsalter von 20 Jahren aus. Anhand der Angaben wurde für jeden Studienteilnehmer die tägliche Aufnahme an Vitamin A, C und E sowie verschiedener Carotinoide ermittelt. Danach lieferten die Teilnehmer eine Spermaprobe ab, um Anzahl, Beweglichkeit und Zellform dieser zu analysieren. Dabei wurde berücksichtigt, dass sportlich aktivere Männer im Schnitt mehr Obst und Gemüse verzehrten, Raucher dagegen meist weniger.

Das Ergebnis: Ein besonders hoher Konsum an Carotinoiden war mit einer größeren Beweglichkeit der Spermien verbunden. Bei Männern mit dem höchsten Konsum an Beta-Carotin war die Spermienbeweglichkeit um bis zu 6,5 Prozent erhöht und bei Lutein um 4,4 Prozent höher. Je höher zudem die Aufnahme an Lycopin war, desto geringer war auch der Anteil an fehlgebildeten Spermien.

Lycopin hatten die Männer fast ausschließlich über Tomaten, Tomatensuppe und Ketchup aufgenommen, während Beta-Carotin und Lutein vorrangig durch Verzehr von Möhren, Spinat und Blattsalaten in den Körper gelang.

Keine positiven Zusammenhänge für die Spermieneigenschaften konnten die Wissenschaftler für den Verzehr der Vitamine A und E feststellen. Lediglich beim Verzehr von Vitamin C zeigten sich positive Effekte, wenn eine mittlere Tagesdosis von 148 Milligramm aufgenommen wurde. Demnach sei diese Vitamin-C-Zufuhr optimal für die Zahl und Beweglichkeit der Spermien.

Da jedoch die Aufnahme von Antioxidantien mit der Nahrung die Spermaqualität unterschiedlich positiv beeinflussen, stelle sich für die Wissenschaftler die Frage, warum die verschiedenen Arten von Antioxidantien unterschiedliche Wirkungen aufzeigen. Sollten weitere Studien eine ursächliche Beziehung bestätigen, wäre es möglich, mittels ausgewählter Antioxidantien Männer mit verringerter Fruchtbarkeit zu behandeln.

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