Stillen erlaubt – diese neue Regelung in Australien findet viel Anerkennung

Bis Anfang des Jahres war das Stillen im australischen Parlament verboten, was vielen Politikerinnen das Vereinbaren von Job und Familie erschwerte. Eine neue Regelung macht jetzt den Weg frei für familienfreundliche und stillfreundliche Regelungen an Arbeitsplätzen und sorgt für Begeisterung bei vielen Eltern.

Ein Baby zu stillen ist eines der wohl natürlichsten Dinge der Welt. Dennoch ist das Stillen in der Öffentlichkeit noch in vielen Ländern ein Problem und wird nicht selten verboten. In Australien ist das Stillen nun erstmals im Parlament offiziell erlaubt. Ein Bild der Politikerin Larissa Waters und ihrer Tochter Alia beim Stillen findet weltweit viel Anerkennung:

© Screenshot/Twitter/Larissa Waters

Noch zu Beginn dieses Jahres war es Müttern verboten im Sitzungssaal des australischen Parlaments in Canberra ihr Kind zu stillen. Lediglich auf den Besuchertribünen oder in einem Büroraum des Gebäudes war das Stillen zulässig. Im Februar wurde diese Regelung außer Kraft gesetzt und die Senatorin Larissa Waters ist die erste Frau, die diese Änderung in Anspruch nimmt.

In einem Tweet lässt sie ihrer Freude über die neue Regelung freien Lauf:

Ihre Tochter Alia sei das erste Kind, das im Sitzungssaal des australischen Parlaments gestillt wurde. „Wir brauchen mehr Frauen und Eltern im Parlament“, ruft sie auf und unterstreicht damit die Ziele, für die sie auch als Politikerin einsteht: familienfreundliche Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeiten und günstigere Kinderbetreuung für alle Eltern. Die neue Regelung zum Stillen hat sie ebenfalls deutlich unterstützt.

Im Plenarsaal des deutschen Bundestags sind laut Hausordnung bis heute keine Kinder vorgesehen. Australien hat damit einen großen Schritt in die richtige Richtung getan und ist uns damit einen Schritt voraus. Auch eine Parlamentskollegin von Larissa Waters, Katy Gallagher findet klare Worte zum Thema Stillen am Arbeitsplatz:„Frauen werden weiterhin Babys bekommen. Und wenn sie ihren Job machen, bei der Arbeit sein und nach ihrem Baby sehen wollen ist die Realität, dass wir damit umzugehen lernen müssen.“

  • Kunigunde

    Ich habe absolut nichts gegen stillende Mütter, aber jedes Ding an seinem Platz. Eine Politikerin, die im Deutschen Bundestag während einer Debatte ihr Kind stillt, für mich ein absolutes „No-Go“. Tut mir leid, es paßt einfach nicht überall hin! DAvon abgesehen kann ich mir nicht vorstellen, daß es für ein Kind so toll ist, wenn es beim Stillen nicht eine gewisse Ruhe hat.