Stärkere Übelkeit bei Jungs-Schwangerschaften

Ekelgefühle und Übelkeit können Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft sein. Forscher fanden heraus, dass Frauen, die einen Jungen erwarten, noch länger und intensiver an diesen Symptomen leiden – und warum.

Die ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft können sehr anstrengend sein. Manchen Frauen ist nur am Morgen übel, andere hingegen können nicht einmal den Geruch von Kaffee ertragen und kämpfen den ganzen Tag gegen Ekelgefühle an. Wissenschaftler aus Wroclaw (Polen) haben nun herausgefunden, dass Frauen, die mit einem Jungen schwanger sind, in den ersten sechs Monaten anfälliger für Übelkeit sind als Frauen, die ein Mädchen erwarten.

In einem Test mussten 92 Frauen, die zwischen 21 und 40 Jahren alt waren, ihr Empfinden gegenüber bestimmten Aussagen beschreiben. Thematisiert wurde beispielsweise der Geruch von verdorbenem Essen oder Erbrochenem. Die Befragung wurde in jedem Drittel der Schwangerschaft durchgeführt sowie einen Monat nach der Entbindung.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten aus der Auswertung der Fragebögen, dass die Ekelgefühle und die Übelkeit in den ersten drei Monaten am stärksten ausgeprägt sind. Und: Die Gefühle seien noch intensiver, wenn die Frau männlichen Nachwuchs erwarte, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Physiology & Behavior”. Agnieszka Żelaźniewicz und Bogusław Pawłowski von der Universität Breslau erklären: „Es ist möglich, dass die Effekte noch stärker gewesen wären, wenn wir die Frauen tatsächlich mit ekelerregenden Objekten konfrontiert hätten.“

Babybauch und Ultraschall (© Thinkstock)

Verrät das Ultraschallbild schon das Geschlecht? © Thinkstock)

In ihrer Untersuchung zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen einer Schwangerschaft mit einem Jungen und einem Mädchen. Werdende Mütter von Jungen wurden von einer stärkerer Übelkeit geplagt, die zum Teil auch noch im zweiten Drittel der Schwangerschaft andauerte. Die Forscher vermuten, dass männliche Föten gefährdeter sind als weibliche. Männliche Ungeborene wüchsen schneller  und bräuchten dafür mehr Energie. Dies beeinflusse auch die Ekelgefühle der werdenden Mutter. Frauen, die einen Jungen erwarten, hätten zudem schon zeitig einen erhöhten Testosteronspiegel und im zweiten Drittel der Schwangerschaft einen höheren Cortisolspiegel, erklären die Wissenschaftler weiter. Diese Hormone unterdrückten das Immunsystem und lösten so eine stärkere Übelkeit aus.

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Doch warum ekelt sich der Körper vor bestimmten Dingen während der Schwangerschaft? Die Biologen vermuten, dass der Körper diese Funktion ursprünglich entwickelte, um sich vor Infektionen und verdorbenen Lebensmitteln zu schützen. Da die Immunabwehr während der Schwangerschaft geschwächt sei, solle die Übelkeit verhindern, dass der Körper das Gewebe des Kindes als fremd ansieht und den Fötus abstoße, so die Wissenschaftler. Neige sich eine Schwangerschaft schließlich ihrem Ende entgegen, verringere sich auch die Abneigung gegen bestimmte Gerüche und auch die Übelkeit ließe nach. Das Ungeborene entwickle dann seine eigene Immunabwehr und müsse nicht mehr geschützt werden.

15 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit haben wir hier zusammengetragen. Weiter Informationen zum Thema gibt es auf liliput-lounge.de

Antworten auf

  1. clasch 2. Januar 2017 an 12:26 #

    Zitat:“Da die Immunabwehr während der Schwangerschaft geschwächt sei, solle die
    Übelkeit verhindern, dass der Körper das Gewebe des Kindes als fremd
    ansieht und den Fötus abstoße, so die Wissenschaftler.“

    Versteh ich nicht, was hat die Übelkeit mit der abstoßung des kindes zu tun???

  2. Bea 28. Februar 2017 an 00:19 #

    Mir war überhaupt nicht übel und mein Kind ist männlich..

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