Spielzeugbeilagen in Kinderzeitschriften oft schadstoffbelastet

In einer von der Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn in Auftrag gegebenen Untersuchung durch das BFR enthielten sechs von acht untersuchten Kinderspielzeugen aus Zeitschriftenbeilagen Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Weichmacher.

Besonders schwer belastet ist nach Ergebnissen der Studie ein gelbes Kunststoffeinhorn aus der Zeitschrift „Die Prinzessin und das Einhorn“ vom Verlag LCD Publishing Ltd. Es enthielt  8,7% Diehtylhexylphtalat (DEHP). Damit wurden die Grenzwerte um das 86-Fache überschritten. Der Weichmacher DEHP gilt nicht nur als krebserregend, er soll auch die Fortpflanzung schädigen und die Entwicklung, besonders von Kindern beeinflussen.
Bis auf das gelbe Einhorn enthielten noch weitere Zeitschriften Rückstände von Cadmium. Auffällig ist hier das Deputy-Abzeichen aus dem „Dino-Action“ Heft, ebenfalls vom Verlag LCD Publishing Ltd.  Neben 5,7 mg/kg Cadmium enthielt es noch 40mg/kg Blei und 2,25 mg/kg PAKs (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe). Diese Menge ist für unter 3-Jährige nicht zugelassen. Auch Blei kann schon niedrig dosiert zu einer Beeinträchtigung der Intelligenz und einer Schädigung des Hormonhaushalts führen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sollte Spielzeug gar kein Blei und so wenig Cadmium wie möglich abgegeben.
In der Kritik:  Schadstoffe in Zeitschriftenbeilagen und Spielzeugen (Symbolfoto © liliput-lounge.de)

In der Kritik: Schadstoffe in Zeitschriftenbeilagen und Spielzeugen (Symbolfoto © liliput-lounge.de)

Ein Glitzerfächer aus „Prinzessin Lillifee“ (Heft 7/2013) und eine Baby Filly Mermaid Figur aus dem „Filly Extra“ Heft (4/2013) enthielten geringe Mengen von Cadmium mit Werten unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Der Verlag „Blue Ocean Entertainment“ betonte im Nachhinein, dass die negativ getestete Zeitschrift „Die Prinzessin und das Einhorn“ nicht im Zusammenhang mit den von ihm herausgegebenen Lillifee Heften stehe, diese würden alle klar die Marke „Prinzessin Lillifee“ im Namen tragen. Des Weiteren wurden größere Mengen Cadmium im Tomahawk aus dem „Yakari“-Magazin (7/2013) gefunden. Dieser enthielt außerdem 4 mg Blei/kg.

Bärbel Höhn, Abgeordnete der Grünen, die diese Studie (PDF) in Auftrag gab, zieht Konsequenzen aus dem Ergebnis: „Als Abgeordnete habe ich mich umgehend mit dem Befund an den Verbrauchersenator des Landes Berlin, in dem das Produkt gekauft wurde gewandt mit der Bitte, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um das gesundheitsgefährdende Spielzeug aus dem Verkehr zu ziehen. Gegen den Verlag, der die Zeitung mit dem nicht verkehrsfähigen Spielzeug in Deutschland vertreibt, habe ich Strafanzeige erstattet.“

Nun werden die Hersteller der Spielzeuge dazu aufgefordert, Qualitätssicherungssysteme einzuführen. Der Verlag Panini, von dem die zwei schadstofffreien Hefte stammen (Petterson und Findus, Heft 3/2013, Checker Can, Heft 2/2013) nutzt ein solches System bereits. Unter www.panini-safety.de werden die Ergebnisse dem Verbraucher frei zugänglich gemacht.