Softdrinks machen Kinder aggressiver

Süße Brause schadet dem Körper nicht nur wegen des hohen Zuckergehaltes. Der Konsum dieser Getränke führe auch dazu, dass sich Vorschulkinder aggressiver verhalten, je mehr sie davon trinken, so eine aktuelle Studie.

Cola, Zitronensprudel und Fanta machen frisch und fröhlich, dass möchten jedenfalls die Hersteller gern mit ihrer Werbung mitteilen. Doch die Softdrinks haben nicht nur einen sehr hohen Zuckergehalt und sind als Durstlöscher nicht geeignet, ihr Konsum fördert bei Vorschulkindern auch Aggressionen, wie Forscher aus den USA in einer Studie herausfanden.

Schön längst sei nachgewiesen, dass der starke Verbrauch bei Jugendlichen in Verbindung mit Aggressionen, Depressionen und Selbstmordgedanken stünde. Doch welche Auswirkung hat das Trinken von Softdrinks auf das Verhalten jüngerer Kinder? Dieser Frage sind Forscher von drei amerikanischen Universitäten nachgegangen. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im „Journal of Pediatrics“. Ausgewertet wurden die Daten von 2.929 Fünfjährigen aus, 52 Prozent der Teilnehmer waren Jungen.

Softdrinks machen Kinder aggressiver (© Thinkstock)

Softdrinks machen Kinder aggressiver (© Thinkstock)

 

Jedes Glas mehr erhöht Aggressionen und mindert die Aufmerksamkeit

Mindestens einmal am Tag tranken 43 Prozent der Kinder Softdrinks, vier Prozent sogar vier oder mehr mal am Tag.. „Wir stellten fest, dass die Punktezahl im Test für aggressive Verhalten mit jeder Softdrink-Portion pro Tag stieg“, sagt Shakira Suglia, Studienleiterin von der Columbia University in New York.

Kinder, die besonders viel Softdrinks tranken, zerstörten häufiger Gegenstände, hätten mehr Streit und zeigten anderes aggressives Verhalten. Auch die Aufmerksamkeit litt bei denjenigen, die besonders viel dieser zuckerhaltigen Getränke konsumierten.

Ob die Ursache tatsächlich eine körperliche ist, ist noch unklar. Die Autoren der Studie können nur mutmaßen, dass der hohe Zuckeranteil, Koffein und Zusatzstoffe wie wie Aspartam oder Phosphorsäure für die vermehrten Aggressionen verantwortlich sein können. Auch ein niederiger Blutzuckerspiegel der Kinder der sie gleichermaßen aggressiv mache und bewirke, dass sie nach Softdrinks verlangten, könne eine Rolle spielen.

Die Wissenschaftler selbst räumen ein, dass ihre Untersuchung Schwachpunkte hat. Abgefragt wurde die Wahrnehmung der Mütter. Ob die Kinder wirklich aggressiv waren oder nur die Mutter es so empfand, kann nicht belegt werden. Es wurde auch nicht abgefragt, wie groß eine „Portion“ eines Softdrinks war und ob es sich um koffeinfreie oder zuckerfreie Varianten der Drinks handelte. Trotz dieser Einschränkungen sind die Forscher sich aber in ihrem Fazit einig: Eltern, die ihren Kinder Wasser als Getränk geben schonen die Gesundheit ihres Kindes und wahrscheinlich auch die eigenen Nerven.